Mittwoch, 19. Mai 2010

IMSTA und Re-Entry

Am Freitag treffe ich mich mit Etienne um den Re-Entry Permit für Korea zu beantragen. Wir fahren nach Shinagawa, nehmen den Bus zu dem Office, irgendwo in Shinagawa/Industrie Area, nen hässlicheren und unpraktischeren Ort hätten sie sich auch WIRKLICH nicht aussuchen können. Es ist erstaunlich leer und wir fangen an Formulare auszufüllen, als auf einmal die Rollos von den Schaltern runtergefahren werden. Da sehe ich hinter Etienne ein fettes Schild das sagt, bis 16:00 Uhr. Blick auf die Uhr: 16:00 Uhr. Klaaaasse haha Wir füllen in Ruhe weiter aus, entscheiden uns gegen den Bus und machen einen Spaziergang zurück zur Station. Dann japanisch Unterricht, nach Hause und früh ins Bett. Am nächsten Tag trotzdem zu früh raus und zum Shinjuku Opera City Gebäude, wo das IMSTA Festa stattfindet. Habe da ja mit Aoi im Dezember schon gearbeitet und es kommt mir vor wie gestern, als wir das Wochenende dort zusammen verbracht haben. Ganz zu schweigen von der Messe!! Na ja, als ich ankomme, ist noch niemand da - klasse, Okudaira-San hat mich viel zu früh hinbestellt. Irgendwann tauchen dann alle auf, auch das Mädchen, mit dem ich dieses mal zusammen arbeite. Japanerin in Person, sie besitzt keinen Pass, war noch nie im Ausland, hat sogar noch nie mit einem Ausländer geredet. Das muss man sich mal vorstellen haha Dann kommen natürlich so fragen wie "Krass, Ausländer schminken sich auch?" oder "Hat man in Deutschland auch Handys?". Nein, nein, wir leben in Höhlen ohne Strom und jagen unser Essen, was im übrigen nur aus Frankfurter Würstchen besteht ;) Bis auf die Naivität war sie aber super süß und echt nett und wir hatten ein witziges Wochenende. Am Sonntag dann japanisches Aufräumen: Man kann sich das nicht vorstellen, die haben Fotos und Zeichnungen von den Räumen gemacht, damit wieder alles auf ZENTIMETER genau so aussieht wie davor haha Unfassbar!! Es dauert ewig bis alles blitzblank sauber ist und wieder millimeter genau dort steht, wo es verlassen wurde. Wenigstens kann man beim Aufräumen die geniale Aussicht über Shinjuku, bzw. die ganze Stadt genießen. Mit dem frisch verdienten Geld in der Tasche laufe ich dann nach Shinjuku, willig es auszugeben. Finde aber keine Schuhe in meiner Größe und auch sonst nichts spektakuläres, also fahre ich nach Hause und falle mehr oder weniger total fertig ins Bett.

Montag dann zweiter Versuch mim Re-Entry Permit. Etienne und ich kommen rechtzeitig an, es ist arsch viel los, wir müssen eine Stunde warten, haben dafür dann aber ohne Probleme unseren Permit. Seoul, ich kommeee!! Wir laufen wieder durch die wunderschöne Industriegegend zurück nach Shinagawa und gehen in Shibuya Okonomiyaki Essen. Danach unterricht, wieder mal eine äußerst Amüsant Stunde und ich stelle fest, dass ich auch nicht mehr lange Unterricht hab. Höchstwahrscheinlich aber noch Punkte und frage mich, ob ich da wohl nochmal was zurück erstattet kriege?? Hmm ... Am Abend kann ich wie so oft nicht einschlafen, mein Kopf ist übervoll mit Planungen, wen ich noch treffen muss, was ich noch machen muss, von wem ich mich verabschieden muss, blablabla. Mein Kopf ist kurz vorm Platzen, also fange ich an mir einen Plan aufzuschreiben, merke dass es nicht funktioniert und ändere wieder alles. Wenn mir jetzt nichts dazwischen funkt, habe ich aber einen ganz guten Überblick und müsste alles recht gut hinkriegen. Zeit verschwenden sollte ich aber nicht mehr und mich schon langsam ans Ausmisten/Aufräumen machen.

Heute in der Arbeit kümmere ich mich dann um mein Arbeitszeugnis, denn Jin hat es natürlich vergessen haha Er bemüht sich dann aber doch und jetzt habe ich zwei schöne Zeugnisse: Englisch und Japanisch. Am Abend fahre ich nach Ueno und treffe mich mit Viktor und Moein, nach langer Zeit. Vor allem weil Nefi mir auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen gemacht hat - Ist ja nicht so, dass ich sie nicht hätte sehen wollen, es kam nur einfach nicht dazu!! Wir sitzen auf jeden Fall im Stamm Koreaner und schwelgen in Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Nefi und Thezi ;) Und schmieden Pläne für den Sommer in Schweden .. mal sehen, ob das hinhaut haha

Samstag, 15. Mai 2010

Nichts rennt schneller, als die Zeit

Freitag Abend, früher raus um pünktlich zur Schule zu kommen, danach gleich nach Shinjuku um Ryu zu treffen. Wir gehen Essen und verpassen die letzte Bahn, sprich wir sitzen in Shinjuku fest und müssen uns die Zeit vertreiben. Wir pendeln von Bar zu Bar, denn alles macht nach der Zeit zu und schmeisst uns raus. Irgendwann ist es 4 und wir haben noch eineinhalb Stunden zu vertreiben. Ich denk mir, wir müssen was abgefahrenes machen, also gehen wir ins "Manga Café". Tagsüber gehen da wohl wirklich Leute hin, um Mangas zu lesen, nachts eher, um zu schlafen, denn es ist billiger als Hotel, sogar billiger als Kapselhotel. Wir müssen also in so nen stinkenden miefenden Keller und sitzen in einer winzigen Box, in der ein fettes Kissen ist, ein PC, ne Playstation und ein Fernseher, die durch eine 1 1/2 Meter hohe Wand von der nächsten Box getrennt ist. Man hört stimmen und Leute reden, schnarchen, pfurzen und was weiß ich alles. Man kann sich DVDs ausleihen, etc. etc. Und es gibt wirklich Leute, die da drin Leben. Das ist total krank. In diesem winzigen dunklen Kabuff und den ganzen Tag am PC sitzen. Japaner sind wirklich krank. Als wir die erste Bahn nach Hause nehmen ist es schon total hell und ich schlafe wie ein Baby zuhause. Am nächsten Tag dann Adams Geburtstag, ich treffe mich mit Nodoka in Roppongi und treffe dann Adam und die anderen. Wir gehen in einen Club ist ziemlich witzig, Roppongi Fancy Mässig und eigentlich mag ich ja die Atmosphäre in Shibuya lieber, aber es ist dann echt ganz cool. In japanischen Clubs ist einfach die Stimmung anders. Die Japaner finden dich cool, weil du Ausländer bist und die Ausländer freuen sich, andere Ausländer kennenzulernen. Man läuft einfach rum und ist nach 10 Minuten mit jedem aus dem Raum befreundet haha Außerdem sind die Barkeeper immer schwer amüsant. Ich beschaffe Nodoka gleich mal die Handynr. von einem, denn sie traut sich natürlich nicht haha Am geilsten: Als wir rein gehen, zeigt Nodoka ihre ID, dann heißt es, ob sie ne andere hat, denn auf ihrer ID wird in japanischen Jahren (Sie ist in Heisei 1 geboren, man zählt nach dem regierenden Kaiser) gezählt und das sagt dem Türsteher nix. Ok, wir sind ja auch nicht in Japan, ihr Deppen haha Nach dem Nodoka dann am nächsten Tag zur Arbeit gefahren ist, verbringe ich den Tag mit schlafen und gehe am Abend mit Justus noch was Essen. Gestern kommt Okaasan dann, wir fahren zusammen nach Asakusa uns den "Tokyo Sky Tree" anschauen, ein neuer Tower, der gebaut wird und den Tokyo Tower sozusagen ersetzen soll, weil er größer ist - meiner Meinung nach totaler Bullshit, denn er sieht total scheisse aus ;) Ich hetze in die Sprachschule und als ich heimkomme ist mein Kühlschrank zum ersten mal richtig gefüllt haha Wir gehen in das Sento, öffentliche Bad bei mir um die Ecke, was echt ganz cool war, vielleicht gehe ich da ab jetzt auch ab und zu alleine hin. Heute morgen dann Okaasan zur Bahn gebracht und in die Arbeit. Es regnet und ich komme wie immer mit klitsch nassen Füßen an. Ich muss was gegen das Loch in meinen Schuhen machen... Es wird am Abend noch schlimmer, denn ich treffe mich mit Etienne, Stephan und den anderen in Shibuya zum Abendessen, finden aber keinen Ort, der uns zusagt und laufen im Regen bis nach Ebisu. Danach sind meine Schuhe mehr als nass! Dafür ist das Izakaya, in dem wir sind, aber echt nett. Am Mittwoch treffe ich mit dann wieder mit Etienne, Erika und Shahenda in Shimo-Kita, wir gehen in ein Café und ein bisschen bummeln. Shahenda und ich überlegen uns spontan uns ne Dauerglättung beim Friseur machen zu lassen, kostet aber 10.000Yen und ist mir dadurch zu teuer. Am Abend kümmere ich mich so langsam um Gewisse Abschiedsdinge. Schreklich!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Golden Week

Nach der Bonsai Unterhaltung von letzter Woche, zeigt mir Yuasa-San am Mittwoch ganz stolz, dass er und Jin sich beide eine kleine Zimmerpflanze gekauft haben, die jetzt ihre jeweiligen Arbeitsplätze ziert haha Ich hab sie dann noch überzeugt, dass sie auch mit ihr reden müssen, sonst überlebt die hier nicht lange ;) In der Mittagspause unterhalten wir uns über Sumo (denn ich möchte unbedingt einen Wettkampf sehen) und die Anfänge von Handys und Internet in Japan. Mal davon abgesehen, dass ich mich wie immer über die beiden schlapplache, stelle ich mal wieder fest, wie alt die eigentlich schon sind!
Am Abend gehe ich mit Stephan, Etienne und den anderen ins Kino: Darurin ha Gaikokujin, was so viel heißt wie „My Darling is a Foreigner“. Es geht also um eine Japanerin die mit einem Ausländer verheiratet ist und es kommen alle wundervollen Ausländerklischees vor. Widererwarten war der Film trotzdem ganz amüsant und ich fühle mich nur so mittel diskriminiert ;) Außerdem wurde sich auch viel über Japaner lustig gemacht! Am Donnerstag dann etwas mim Fahrrad rumgedüst, bis nach Ikebukuro gefahren. Am Freitag wieder nach Ikebukuro, diesmal mit der Bahn und war kurz davor, mir ne Sailor Moon DVD Sammlung zu kaufen, hab es dann aber gelassen. Abend Sprachschule und dann mit Erika, Alek und ein paar anderen Aikom Studenten in Shibuya weggegangen. Allerdings schon mit der letzten Bahn heim, denn am nächsten Tag war ich mit Nodoka verabredet. Wir haben eine kleine Tokyo-Sightseeing-Tour gemacht. In Tsukiji angefangen (natürlich Sashimi gegessen), sind dann nach Ginza gelaufen, dann nach Shiodome, dann über Ginza nach Tokyo zum Kaiserpalast, dann nach Yurakuchou und dann in Ginza in ein Izakaya. Sehr geil war das, einfach ein ganzen Tag Spaziergang machen. Und man stellt wie immer fest, dass Tokyo gar nicht so groß ist, man r elativ viel ablaufen kann, es sind halt einfach nur viele Menschen haha Außerdem ists mit Nodoka einfach klasse, man kann einfach reden, egal in welcher Sprache es gerade raus kommt, ob Japanisch, Deutsch oder Englisch!
Am Sonntag räume ich auf und fahre nach Komaba, denn Hana, TouDai Student, den ich über Etienne kenne, hat mich zur "Cuisine Party" bei sich eingeladen haha Ich bin schon früher hin um zu helfen, da ich ja aber nicht kochen kann war mein einziger Job ein Ei hart zu kochen. Der erste Versuch ging gleich mal in die Hose :P Auf jeden Fall super witziger und interessanter Abend, viel gelacht. Am nächsten Morgen dann mim Bus nach Mito. Es ist ja Golden Week, das bedeutet 3 freie Tage, das bedeutet in Japan Ferien Stimmung und alle verreisen. Anstatt von 2 Stunden, saß ich also 4 Stunden im Bus, wegen super Stau. Als ich irgendwann angekommen bin, dann mit Katharina und meiner Gastmutter Essen, ins Krankenhaus und wieder Essen :P Am nächsten Tag sind wir nach Kitaibaraki gefahren. Meine Gastmutter hat uns ein Geschenk gemacht: Wir durften Kimonos tragen und Fotos machen. Oh man, das war so geil. Es dauert ungefähr ne Stunde, bis die mir den Kimono angezogen haben, aber man fühlt sich wie eine Göttin, wenn man sowas trägt!! Und Haare und Make-Up gekriegt und sowas!! Toll gewesen!! Ich will einen Kimonoooo :(
Gestern dann das übliche, ins Krankenhaus, Mittagessen und nach Hause gefahren. Widererwarten war es gar nicht so krass überfüllt und wir waren relativ früh daheim. Heute Arbeit und alle waren von den Kimono Bildern begeistert hihi
Meine Mädels in Deutschland schreiben heute ihr Grundkurs Abi und ich kann nicht fassen, dass es bei mir schon ein Jahr her ist. Die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell, das ist unglaublich!! Jetzt habe ich nur noch genau einen Monat hier. Mir blutet das Herz und ich kann teilweise vor Angst nicht schlafen. Gestern habe ich in der Firma angerufen, bei der ich mein Apartment miete und das Auszugsdatum festgelegt ..

Dienstag, 27. April 2010

2704

Mama und Hermi haben Glück, denn genau am Donnerstag machen die Flughäfen wieder auf und die beiden können nach Hause fliegen. Ich arbeite und am Abend fahre ich nach Higashi-Kouganei, was noch ein bisschen weiter draussen als Kichijouji ist. Shinohara-Sensei holt mich ab und wir fahren in Katharinas Wohnung. 2 Zimmer, große Küche. Dafür halt arschloch Lage. Na ja, ich äußer mich mal einfach nicht dazu ;) Wir essen alle zusammen Sukiyaki zu Abend und ich fahre relativ schnell wieder nach Hause. Am Freitag lerne ich für meinen Test und gehe mit Etienne in Shibuya einen Kaffee trinken. Wir versuchen eher ohne Erfolg Korea zu planen und haben eines des üblichen guten Gespräche. Gott, hab ich ihn ins Herz geschlossen, darf gar nicht dran denken, was ich ohne ihn machen soll. Aber na ja, Paris ist ja nicht so weit weg! Dann Sprachschule, der Test ist ein absoluter Witz! Wir haben eine halbe Stunde Zeit, ich bin schon nach 7 Minuten fertig und habe volle Punktzahl ;) Danach treffe ich mich mit Memi, Koukis Freundin und ich muss gestehen, ich hab sie etwas falsch eingeschätzt, denn sie ist echt n interessantes, nicht dummen Mädchen! Sie überlegt sich nach Berlin zu gehen, um dort Design zu studieren, also vielleicht sehe ich sie im Sommer schon wieder ;) Am Samstag treffe ich mich mit Katharina in Kichijouji, gehen Essen, Shoppen, etc. und können endlich in Ruhe reden. Weil ich eh schon in Kichijouji bin, gehe ich mit Stephan und Etienne noch Abend Essen und Korea nimmt konkrete Pläne an. So wie es aussieht, fliegen wir zu dritt um 25. bis 31. Mai nach Seoul. Auch wenn ich dann nur noch 6 Tage in Japan habe, freu ich mich wie ein Schnitzel mit den beiden zu verreisen und natürlich auch Yul in Seoul zu treffen. Am Sonntag ist super wetter und ich fahre mim Fahrrad bei mir in der Gegend rum, dann sogar bis nach Ikebukuro und schiesse Fotos mit meiner geliebten Kamera. Am Abend gehe ich mit Justus in Harajuku Abendessen und habe eine super witzige Unterhaltung über die Macht und Verrücktheit von japanischen Frauen. Montag fahre ich wieder nach Ikebukuro und kaufe mir den letzten Band der japanischen Sailor Moon Ausgabe haha Gibt auch die DVD Sammlung, kostet aber 12.000Yen (100 Euro), deswegen bin ich noch staaark am zögern. Am Abend Sprachschule und heute Arbeit, Jin ist krank oder nicht da oder was auch immer, deswegen weiß ich jetzt nicht, ob ich morgen oder Freitag in die Arbeit kommen soll, da Donnerstag Feiertag ist.

Mittwoch, 21. April 2010

mit Mama und Hermi

Jin fragt mich, ob ich schonmal eine Restaurant Reservierung gemacht hab. Ich versuch mich noch rauszureden, in dem ich sage ich hätte schon mal mein Bus Ticket reserviert, aber er bringt mich dann doch dazu, dass ich also vor der kompletten Firma im Restaurant anrufe und reserviere. Vielleicht zu Erklärung: Japanisch wird nicht leichter, wenn man es am Telefon verwendet. Und sowas wie Reservierungen sind natürlich auch nochmal was ganz was anderes, als ne Freundin oder so anzurufen. Ich kriegs auf jeden Fall hin und Jin und ich sind beide stolz auf mich ;) Frag mich immer wieder, wie der Kerl es hinkriegt, dass ich alle Dinge mache, egal wie unangenehm sie mir sind, oder wie sehr ich doch denke, dass ich es nicht kann. Sowas nenn ich jemanden fördern! Genauso wie das Übersetzen, was ich ansonsten zur Zeit den ganzen Tag mache ... von deutsch/englisch auf japanisch (was natürlich nochmal in offizielles japanisch umkorrigiert wird, aber immerhin!)!! Mir brummt auf jeden Fall nach so einem Tag immer gewaltig der Schädel!!

Am Mittwoch fahren wir nach Mito, meine Gasteltern treffen. Ich übersetze alles Simultan-Dolmetscher-mäßig und wir haben eine nette Unterhaltung. Wir besichtigen den Kairakuen in Mito, ein berühmter Park und sind am Abend wieder in Tokyo. Am Donnerstag gehen wir mit Jin und Seiji Essen, wo Hermi endlich alle seine Fragen zu japanischer Politik, etc. stellen kann ;) Jin und ich sitzen an dem riesigen Tisch gegenüber und müssen uns die ganze Zeit das lachen verkneifen, weil wir beide wissen, dass sich mein Interesse in Grenzen hält.

Am Freitag funktioniert endlich mein Handy wieder!! Juhuuu! Und wir besichtigen den Kaiserpalast und fahren danach nach Kawaguchiko, in der Nähe vom Fuji-San. Es schneit, ich sehe zum 3ten mal in diesem Jahr Schnee, zum ersten mal einigermaßen viel Schnee! Wir gehen während es schneit draußen ins Onsen - Sehr geil! Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Tokyo, erst nach Kagurazaka und dann nach Kichijouji, wo Mama sich einen Bonsai kauft!! Der steht dann erst mal bei mir zuhause, wo ich ihm gut zu Rede :) Außerdem habe ich die Kyuushuu Fotos entwickeln lassen und bin verdammt stolz auf die Bilder. Sind wirklich klasse geworden! Hier nochmal vielen Dank an Papa für diese geniale Kamera, ich könnte nicht glücklicher sein!! Am Sonntag fahren wir nach Ginza, gehen ins Sony Building und in eine Leica Ausstellung. Mit meiner neuen Faszination für analoge Kameras habe ich mittlerweile nämlich auch Mama und Hermi angesteckt. Dann fahren wir nach Roppongi und gehen auf die Hills, uns den Blick auf die Stadt anschauen. Egal wie oft ich da noch oben bin, genug werde ich sicherlich NIEMALS davon kriegen. Einfach genial!! Danach Sushi Essen und ich fall nur noch ins Bett. Da meine Eltern ja im nahtlosen Übergang hier waren, bin ich seit 2 Wochen jeden Abend Essen gegangen und hab Alkohol getrunken. Das und das ganze Sightseeing schlaucht sehr! Am Montag fahren Mama und Hermi nach Kyoto und ich bin den ganzen Tag zu nichts im Stande. Am Abend Sprachkurs und dann treffe ich mich mit Ryu, dem Architekten Freund von Kouki. Wir gehen was Essen und haben nen ziemlich netten Abend. Fahren mit der trotz Wochentags vollen letzten Bahn heim. Am nächsten Tag Arbeit, Jin und ich führen eine witzige Unterhaltung über Bonsai Bäume und Zimmerpflanzen. Er meint er raucht in seiner Wohnung so viele Zigaretten, dass er seine Pflanze wahrscheinlich einfach in stücke schneiden und wie eine Zigarette rauchen könne, weil sie so viel Nikotin abkriegt. Das arme Ding haha Am Abend treffe ich mich mit Etienne und Stephan in Shibuya, allerdings auf der "Salarymen-Seite" des Viertels. Wir sind in einem kleinen Restaurant, in dem ich die einzige Frau und wir 3 die einzigen ohne Anzüge sind. Haben einen super netten und lustigen Abend und als ich zuhause bin, werde ich etwas sentimental, weil ich gar nicht mehr weiß, was ich ohne die beiden, vor allem ohne Etienne machen soll!!

Heute räume ich auf und packe Zeug zusammen, das ich Mama und Hermi mit nach Hause geben werde. Es scheint zwar nicht viel, ist es aber doch. Mit meinen 20 Kilo hätte ich mein ganzes Drum niemals nach Hause bringen können. Ich glaube ja jetzt noch, dass das alles nicht in meinen Koffer passen wird!! Wir gehen dann in Nakai, bei mir um die Ecke in ein nettes kleines Izakaya. Bin schon sehr traurig, dass die beiden jetzt wieder weg sind :( Aber wir hatten wirklich eine großartige Zeit, eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse, die ich alleine sicherlich nicht gehabt hätte. Vielen Dank für alles!!

Dienstag, 13. April 2010

Kyuushuu

Am Donnerstag stehe ich für meine Verhältnisse viel zu früh auf und fahre nach Baba, um Mama und Hermi abzuholen. Wir fahren dann gemeinsam zum Hauptbahnhof und nehmen von dort aus der Zug um 6:30 Uhr nach Oosaka, um von dort aus weiter nach Hiroshima zu fahren. Natürlich alles Shinkansen und so rauschen wir mit knapp 300km/h durch Japan und kommen bereits gegen Mittag an. Auch wenn wir keine Ahnung von dem dortigen Tram-System und auch keine Anfahrtsbeschreibung haben, schaffen wir es dank der hilfsbereitschaft der Japaner ins Hotel, um unsere Sachen abzulegen und uns auch gleich wieder auf den Weg zu machen. Nach kurzem Mittagessen unter Kirschblüten fahren wir zum Atombomben Dom, ein Gebäude, dass die Tragödie überstanden hat und mehr oder weniger bis heute steht. Danach gehen wir in das Museum und mir treibt es von Zeit zu Zeit die Tränen in die Augen. Auch wenn ich absolut nicht damit einverstanden bin, wie die Japaner die Ereignisse des 2. Weltkrieges verarbeiten, muss ich, nach dem ich das alles gesehen habe gestehen, dass ich zumindest verstehe, wieso sie sich auch heute noch als Opfer des Krieges sehen. Am Abend laufen wir durch die Stadt und gehen in das "Okonomiyaki-Haus", in dem es auf 3 Stockwerken nichts als Okonomiyaki Läden gibt! Ein Traum von Abendessen war das! Habe mich wirklich in Hiroshima verliebt, meiner Meinung nach das bisher süßeste Städtchen Japans, das ich gesehen habe. Klein, überschaubar und schön. Könnte mir durchaus vorstellen, dort auch mal eine Zeit lang zu verbringen. Man weiß ja nie, wo es einen so hin verschlägt. Am nächsten Tag geht es über Fukuoka weiter nach Kumamoto auf Kyuushuu, der südlichsten Hauptinsel Japans. Kumamoto ist jetzt noch nicht so "subtropisch" und paradiesisch, wie ich mir Kyuushuu vorgestellt hab, aber am Abend stellt man dann doch fest, dass man im Süden ist. Selbst unter denn doch .. wie sag ich das jetzt nett? steifen Japanern merkt man, dass die Mentalität im Süden anders ist. Das Leben spielt sich einfach irgendwie doch mehr auf der Strasse ab. Als wir in Kumamoto in der Tram Bahn sitzen und ich mit meinem Handy etwas nachschlage, grummelt ein etwas älterer Japaner schon die ganze Zeit wie verrückt rum. Irgendwann fängt er sogar fast an zu brüllen. Ich verstehe natürlich kein Wort bei dem Dialekt und der Gebrabbel des alten Kerls und denke einfach nur, dass er ein bisschen verrückt ist. Als er allerdings irgendwann mit seinem Schirm mehr oder weniger auf mich los geht, rastet sogar Hermi aus. Erst dann erbarmt sich eine Japanerin zu mir zu kommen und bittet mich, mein Handy auszuschalten. Ob der Kerl nun wirklich einen Herzschrittmacher hatte oder einfach nur einen Dachschaden, bleibt dabei offen. Nur fand ichs mal wieder super interessant, dass um mich rum die Japanerlis blöd glotzen und der Kerl mich schon fast mim Schirm attakiert, bis sich jemand erbarmt mir in normalen japanisch zu sagen, dass ich mein Handy aus machen soll. Geschweige denn von dem alten Kerl selber, der ja auch normal was hätte sagen können. Geschockt war ich ja schon. Als bei der nächsten Station dann ca. 5 Japaner mit Handy in der Hand einsteigen, geht der Kerl ans vordere Ende des wagons und die Durchsage vom Schaffner kommt: "Bitte schalten Sie alle ihre Handys aus". Oh man oh man .. Na ja, wir besichtigen dann auf jeden Fall das Schloss und einen japanischen Garten in Kumamoto und am Abend gehen wir in so einen kleinen Familienbetrieb, die natürlich wie immer heil froh sind, dass ich japanisch kann. Obwohl ich die Karte nicht gescheit lesen kann und es immer eine kleine Überraschung ist, was wir nun bestellt haben, schmeckt alles wunderbar. Nur der "Shochuu on the Rocks" (Reisschnaps) schmeckt, obwohl aus Kyuushuu stammend, pur mit Wasser einfach eher wie Medizin. Am nächsten Tag fahren wir zum Aso-San, ein Vulkan/Berg irgendwas und gehen danach ins Onsen (traditionelle japanische heisse Quellen). Am Sonntag fahren wir weiter nach Beppu auch "Onsen Mekka" genannt. Dort sieht es dann schon mehr nach Paradies aus - so habe ich mir Kyuushuu vorgestellt! Wir besichtigen die "Höllen Onsen", bei denen knall rotes, brodelnd heißes Wasser aus den tiefen rausgesprudelt kommt. Übernachten tun wir im Ryoukan, ein traditionelles japanisches Hotel direkt am Meer. Nachdem wir auf dem Dach des Hotels im Onsen mit Meerblick waren, kriegen wir das traditionelle Essen (von dem ich auch keine Ahnung hab, was das nun alles war) im Tatami-Zimmer und danach wird einfach der Tisch weggeräumt und an gleicher Stelle die Futons ausgerollt. Wir schauen uns noch Fluch der Karibik auf japanisch an und schlafen ein. Achja, ich habe es geschafft mein Handy im Klo zu versenken. Da ich die Hoffnung habe, dass es trocknet und nicht kaputt ist, habe ich es noch nicht wieder angemacht. Mal sehen. Am nächsten Morgen geht es für mich mim Flieger zurück nach Tokyo. Ich bin die einzige Ausländerin im Flugzeug und nach dem Sicherheitsvorkehrungen auf japanisch erklärt werden, kommt die Stewardess zu mir und fragt, ob ich alles verstanden habe. Für einen kurzen Moment überlege ich mir, sie nochmal alles auf Englisch machen zu lassen, erkläre ihr aber dann, dass ich japanisch kann und es somit kein Problem gibt. Abgesehen natürlich davon dass ich, so oft wie ich schon in einem Flieger saß die Vorkehrungen wahrscheinlich auf jeder Sprache verstehen würde ;) Am Abend dann Sprachkurs, meine Lehrerin kommt ja aus Kyuushuu und Dylan, mein "Klassenkamerad" hat ein Jahr in Ooita, ganz in der Nähe von Beppu, Englisch unterrichtet, also darf ich einen kompletten Reisebericht abgeben.

Mittwoch, 7. April 2010

Papa in Tokyo

Am Samstag kommt also Papa an und ich hole ihn vom Flughafen ab. Er ruht sich etwas aus, dann gehen wir Ramen essen, bei mir um die Ecke und fahren nach Asakusa. Aufgrund des Jetlags schläft Papa teilweise ein, während ich mich mit ihm unterhalte. Nun gut. Am Sonntag fahren wir nach Kawasaki auf das Kanamari Matsuri, das „Steel Penis Festival“, auf dem teilweise als transen verkleidete Japaner einen riesigen pinken Penis durch die Menge tragen. Amüsant ;) Natürlich überfüllt mit Ausländern!! Wir gehen Sushi Essen mit Etienne, Shahenda und Erika und fahren dann zurück nach Tokyo, nach Akihabara, wo wir uns ein bisschen Technik Kram und japanische Freaks anschauen und Okonomiyaki Essen. Danach fahren wir nach Roppongi auf die Hills hoch und genießen den Ausblick über die Stadt. Am Montag fahren wir nach Nakano und schauen in den gebrauchten Kamera Laden, werden aber nicht fündig und fahren nach Shinjuku. Dort kaufe ich 2 ziemlich coole Bildbände von Tokyo. Der eine zeigt lauter Tokyoter Apartments von innen. Winzig und voll bis oben hin – göttlich! Der andere zeigt Tokyo zum Anfang des 20. Jahrhunderts verglichen mit dem heutigen Tokyo. Auch sehr schön. Dann wollen wir in den Park in Shinjuku fahren, kommen auf dem Weg aber noch an einem Kamera Laden vorbei und Papa kauft mir eine gebrauchte analoge Spiegelreflex Kamera mit Objektiv für 5000Yen (40 Euro). Das Ding ist ein Jahr jünger als ich, ist das geil? Dann in den Park, es ist schlechtes Wetter, deswegen nichts los und man kann die Kirschblüten schön anschauen. Danach fahren wir nach Harajuku und treffen uns mit Heimburgs, denn Fabian (Ein Junge aus meiner Schule, der ein Jahr vor mir Abi gemacht hat und mit dem ich jetzt eigentlich nur so vom sehen und mal reden kenne) ist in Tokyo und hat gefragt, ob ich ihm was zeigen kann. Also gehen wir essen, laufen durch die Takeshita Douri (Crazy Einkaufsstraße in Harajuku) und machen Purikuras (Die Sticker Bildchen). Papa isst einen japanischen Crepe und ist völlig begeistert. Nach dem er mich das komplette Wochenende gefragt hat, ob wir jetzt endlich da hin fahren, wo der Hund ist, fahren wir also nach Shibuya, schauen uns den Hachiko an, laufen durchs 109 (verrücktes Kaufhaus in Shibuya) und gehen einen Kaffee trinken. Ich muss in die Sprachschule, also bleibt Papa im Café und läuft ein bisschen rum. Danach fahren wir nach Takadanobaba und gehen Yaki niku essen. Ein Restaurant mit einer Art Tisch Grill auf dem man sich dann selber sein Fleisch kocht. Zuhause versuche ich alles zusammen zu suchen, was ich nicht mehr brauche und gebe es dem armen Papa mit, der das ganze Zeug dann am nächsten morgen zum Flughafen schleppen darf. Ich begleite ihn bis nach Shinjuku und dann ist er leider auch schon wieder weg :( Wenn auch nur 3 Tage hatten wir aber eine großartige Zeit!! Ich fahre in die Arbeit, bin natürlich viel zu früh und gehe noch einen Café trinken und frühstücken. Nach der Arbeit fahre ich nach Takadanobaba und treffe Mama und Hermi und wir gehen in einem ziemlich netten kleinen Laden Ramen Essen. Heute übersetze ich in der Arbeit, von deutsch auf japanisch. Ich sage Jin von Anfang an, dass das kein gutes japanisch ist und er ja nicht lachen soll, wenn ich es ihm schicke, aber er meint "Du machst das jetzt, das klappt schon!" und natürlich schreibt er das ganze in offizielleres japanisch um, aber er lobt mich und sagt es war perfekt, wie von einer Japanerin geschrieben! Ui, freut einen so ein Lob!! Danach treffe ich mich mit Mama und Hermi bei mir an der Station, wir stellen ihre Koffer bei mir ab und gehen in einen kleinen Familienbetrieb um die Ecke. Die Leute sind super nett, quatschen uns die ganze Zeit zu und das Essen ist sau geil! Da geh ich ab jetzt immer hin, wenn mir langweilig ist, da kann man sich nur gut fühlen danach. Japanische Omis und Opis sind aber auch zuckersüß!! Und morgen gehts ab nach Kyuushuu, sehr früh, also versuche ich jetzt mal noch die restlichen 4 Stunden zu schlafen ;) Süden, GEIL!!

Freitag, 2. April 2010

Viel zu wenig Zeit

Schlechtes Wetter, deswegen mache ich kaum was, sondern lerne, sitze zuhause, koche (ja, ich habe angefangen in meiner winzigen Küche zu kochen und es klappt sogar ganz ok) und putze. Einmal war ich im Kino und hab mir "Saru Lock" angeschaut - alleine ins Kino gehen ist weniger schlimm als man denkt!

Am Freitag fahre ich mim Fahrrad nach Koenji, neue Schuhe kaufen. Nach der Sprachschule treffe ich mich mit Etienne, Erika, Shahenda und einen semi-professionellem Sumi-Ringer in einem Izakaya irgendwo im nirgendwo. Wollte eigentlich gar nicht gross was machen, aber Viktor hat fragt mich ob ich noch mit ihm weggehe, also fahre ich nach Roppongi. Viktor schleppt mich auf ne Model-Party, mit dem super coolen Motto "I Hate Models". Nur schöne Menschen um mich rum, alles umsonst, Karaoke, Dinks, etc. Schlimmer als das P1, wirklich! Die Leute die ich dort kennengelernt habe, tun mir eigentlich einfach nur Leid!

Am Samstag dann nach wenigen Stunden Schlaf auf das Hanami von meiner Sprachschule im Yoyogi-Park. Schön wars ja nicht wirklich. Total überfüllt, die Kirschblüten haben noch nicht mal wirklich geblüht und es war arsch kalt. Spass hat es aber trotzdem gemacht, vor allem mit Dylan (mein "Klassenkamerad") und seiner Freundin. Und ein paar ganz liebe Japanerinnen habe ich auch kennengelernt. Ich fahre um 5 wieder nach Hause und will eigentlich nur ins Bett, als mich Stephan anruft, der endlich wieder zurück in Tokyo ist, mit seiner Freundin zusammen. Also nach Kichijouji und erst zu dritt im Izakaya, bis Etienne, Erika, Shahenda, Hana und Alden auftauchen. Wir landen später noch im Karaoke und ich stelle fest, dass mein Fahrrad wirklich super praktisch ist, auch wenn es einfach nur für nachts von der Bahn nach Hause fahren ist!

Als ich am Sonntag aufwache habe ich eine Mail von Ella auf dem Handy: "Wir gehen morgen auf den Tsukiji Fischmarkt, kommst du mit? 4:55 Uhr in Takadanobaba" Also Sonntag nichts gemacht, ausser zu planen, frueh ins Bett zu gehen. Was natuerlich nicht hinhaut, also stehe ich nach knapp 3 Stunden Schlaf um 4 Uhr auf, fahre nach Takadanobaba und dann mit den Waseda Studenten (die, tut mir Leid, aber bis auf Ella echte Loser sind! Hab sogar festgestellt, dass ich den einen schon von einer Geburtstagsfeier kannte.. Damals war er aber auch nicht interessanter. Wie heisst es so schön? Nett ist der kleiner Bruder von Scheisse!) nach Tsukiji. Viele Touristen unterwegs, durch die Thunfisch Auktion wird man eher durchgeschleust. Trotzdem ist es super interessant und echt ziemlich cool, alles in Bewegung und echt ganz suesse, junge japanische Fischer :P Auf jeden Fall habe ich eine Menge guter Fotos geschossen. Um 7 dann Sushi Frühstück und um 9 bin ich auch schon wieder zuhause. Ich will eigentlich nicht schlafen, schaffe es dann aber doch nicht wach zu bleiben und schlafe trotz Wecker bis 3 Uhr Nachmittags. Am Abend Sprachschule und danach fahre ich nach Kichijouji, denn Kouki fliegt am nächsten Tag zurück nach London, also gehen wir noch einen Kaffee trinken. Memi und ein Freund von ihm sind auch dabei, mit dem ich zusammen in der Bahn nach Hause fahre und der mich fragt, ob wir sozusagen "Tandem-Partner" werden wollen. Obwohl er 4 Jahre in New York gelebt hat und meiner Meinung nach super gutes Englisch spricht und Englisch ja nicht mal meine Muttersprache ist!! Aber mir solls recht sein :DDienstag Arbeit, nichts spannendes, Mittwoch fahre ich mim Fahrrad nach Shinjuku und gehe dort in den Park, Kirschblüten anschauen. Schon um einiges schöner!! Vielleicht auch weil man dort Eintritt für den Park zahlen muss! Danach noch nach Harajuku, will eigentlich den Sale ausnutzen, bin aber irgendwie schon zu spät dran, außerdem ist es abartig voll. Am Rückweg fahre ich noch beim größten Buchhandel in Shinjuku vorbei und kaufe mir 2 neue japanisch Bücher, die zwar über meinem Level sind, aber man muss ja voraus denken! Am Abend treffe ich mich mit Justus, Stephan, Etienne und der üblichen Truppe in Roppongi, wollen eigentlich hoch auf die Hills, entscheiden uns aber dagegen, weil es doch irgendwie schon zu spät ist. Lernen einen Italiener kennen, der hier nur rumreist und gehen mit ihm in ein Irish Pub in Roppongi. Donnerstag Arbeit und sonst nichts spannendes. Am Freitag stehe ich früh auf und fahre nach Kichijouji, weil wir eigentlich in den Inokashira Kouen wollen, um Kirschblüten anzuschauen. Es schüttet aber total, also gehen Erika, Etienne und eine Japanerin ins Karaoke und danach in ein "Neko Kissaten". Ein Katzen Café. Ja, man sitzt dann da, kann seinen Kaffee genießen während lauter Katzen rumlaufen haha Total crazy. Für Kinder ja vll ganz süß, aber da waren einfach auch Päärchen oder so ein stink normaler Business Kerl, der da alleine sitzt und die Katzen streichelt haha krank! Danach fahren wir nach Koenji, essen und ich entdecke einen tollen Laden mit alten Zeitschriften. Sehr geil! Danach nach Shibuya, in ein Café, Sprachschule und heim, aufräumen und die letzten Vorbereitungen machen, bevor morgen Papa kommt!

Montag, 22. März 2010

Von Kunden und Gay Clubs

Normalerweise habe ich eigentlich nie mit Kunden Kontakt, außer vielleicht mal einen Tee servieren. Schon allein weil ich dann immer total nervös bin und kaum ein Wort rausbringe - lieber gar nichts sagen, als am Ende noch die falsche Höflichkeitsform anzuwenden und den Kunden zu duzen oder noch schlimmer! (wobei mir so ein Fehler eigentlich auch in der Arbeit nicht mehr unterläuft, aber das sind halt so die typischen Zweifel wenn man nervös ist)

Am Donnerstag allerdings ruft mich Seiji-San auf einmal in den Demo Raum, als ein Kunde da ist. Es läuft laute Musik und Seiji fragt mich, was da gesungen wird? Ähh, keine Ahnung? Bis mir auffällt, dass es ein deutsches Lied ist von einer Gruppe namens "Die Zimmermänner". Noch nie gehört, aber ich darf dann erst mal alle möglichen Titel übersetzen (Sowas wie "Regenschirm im Regen" oder "Warum schmust du nie mit meinem Gehirn?", als ob es nicht eh schon schwer genug wäre, Dinge vom deutschen ins japanische zu übersetzen!). Daraufhin schieben sie mir noch eine zweite CD hin, "2 Raumwohnung", ob ich das kennen würde. Aber Hallo! Auf jeden Fall will der Kunde die beiden Dinge in Japan rausbringen.

Eine Stunde später kommt Seiji-San aus dem Demo-Raum raus und fragt, ob ich die Kontaktdaten der beiden Gruppen herraussuchen kann. Logisch, geht auch ganz schnell, bring ich Ihnen rein. Daraufhin die Frage: Kannst du vielleicht die E-Mail an die schreiben, kommt doch gut, wenn es auf Deutsch ist, oder? Ich darf dann also wahrscheinlich die super Keigo (höflichstes japanisch überhaupt) E-Mail auf deutsch übersetzen und an 2raumwohnung schreiben. Oh man, ich liebe meine Arbeit haha

Bin ich ja mal gespannt ob ich, wenn ich das nächste mal in Japan bin 2 Raumwohnung auf meine "deutsche Lieder im Kraoke"-Liste (die aus 99 Luftballons und Moskau besteht) hinzufügen kann!

Am Freitag treffe ich mit mit Ella und Adam, die ich auf der Seijinshiki kennengelernt habe auf einen Kaffee und danach Sprachschule. Eigentlich wollte ich danach mit Yusa weggehen, die meldet sich aber nicht, also stehe ich 1 1/2 Stunden am Hachiko in der Kälte rum, weil ich hoffe, dass doch noch irgendjemand irgendwas macht. Letztendlich fahre ich nach Hause und telefoniere 6 Stunden mit Felix. Am Samstag fahre ich mit dem Fahrrad fast bis nach Shibuya. Da ich eher planlos in der Gegend rumgefahren bin, muss ich wirklich mal den schnellsten Weg auschecken, bin mir nämlich sicher, dass ich in einer halben Stunde bis 40 Minuten bis nach Shibuya fahren könnte. Am Abend treffe ich mich mit Etienne und ein paar anderen TouDai Austauschstudenten und gehen in ein Izakaya und danach noch ins BeatCafé. Sonntag dann wieder mit derselben Truppe unterwegs, in der Gay Bar in Shinjuku und danach noch ins „Arty Farty“ ein schwulen Club gleich um die Ecke. Wir lernen „Gina“ eine wundervolle Drag Queen und Tetsuya, einen Japaner, den ich eigentlich nur mit einem Wort beschreiben kann - AWESOME! -, kennen und sogar Justus kommt später noch. Wir fahren alle brav mit der letzten Bahn nach Hause, obwohl Justus und ich eigentlich nicht wollen, aber manchmal unternimmt in dieser Stadt einfach niemand was.

Donnerstag, 18. März 2010

Ist doch nicht so alleine

Dienstag treffe ich mich nach der Arbeit mit Justus (ein Freund von Aoi, der vor 17 Jahren in Tokyo gelebt hat und jetzt wie ich mit Working Holiday Visum ein Praktikum macht und dem ich Emilys Fahrrad überlassen habe) zum Abendessen und auf ein Feierabend Bier in Shibuya und erfahre so einiges interessantes über deutsches Fernsehen, denn Justus hat einige Drehbücher geschrieben. Sehr amüsanter Abend. Auf dem Heimweg in der Yamanote sehe ich einen Kerl, der mir irgendwie bekannt vor kommt, da fällt mir auf das ist der Chef von meinem Stamm-Karaoke in Shibuya. Als er in Yoyogi aussteigt, sieht er mich durchs Fenster und winkt mir zu haha

Am Mittwoch schlafe ich einfach nur aus und mache den ganzen Tag gar nichts außer ein paar Kanjis zu lernen. Gammel-Tag darf man sich ja auch mal gönnen. Am Abend fahre ich in die Arbeit, denn ein Mitarbeiter verlässt die Firma und es gibt ein Abschiedsessen. Ziemlich nett und witzig, meine Arbeitskollegen/Chefs sind einfach super Leute!! Seiji lädt mich auf ein "Hanami" im April ein, wortwörtlich übersetzt heißt das "Blumenschau", bedeutet aber eher das man eine Art Piknik unter Kirschblüten Bäumen macht. Und wie bei jedem Anlass heißt das für Japaner natürlich auch bechern! Im April, während der Kirschblüten-Zeit gibt es in Japan im übrigen die meisten Todesopfer in folge von Alkoholvergiftungen. Liegt auch daran, dass im April das neue Schul- und Arbeitsjahr anfängt, d.h. die Leute, die im März ihre Uni abgeschlossen haben und im April anfangen zu arbeiten werden bei den in Japan üblichen "Nomikais", also Trinkgelagen (bzw. offiziell eher Arbeitsessen) von ihren Chefs dazu gezwungen sich tot zu trinken, weil sie es noch nicht gewohnt sind. In Japan trinkt man nämlich nicht so viel wie man möchte, sondern so viel wie einem nachgeschenkt wird und wenn der Chef in Trinklaune ist, dann wird eben gnadenlos mitgetrunken. Wie so oft bin ich äußerst froh, dass in meiner Firma nicht die üblichen strengen Regeln gelten, sondern alle zwar natürlich japanisch sind, aber halt nicht auf die dumme Art und Weise ;)

Auf jeden Fall stupst mich Jin beim verlassen des Restaurants an, ob ich schon heim gehe, oder noch mit ihm und Yuasa-San einen Trinken gehe. Klar, da bin ich mit dabei, fahren also nach Yurakucho, wollen eigentlich in das Deutsche Restaurant gehen, hat aber zu, also gehen wir in ein Irish Pub. Yuasa-San muss relativ schnell fahren, weil er die letzte Bahn erwischen muss und ich stelle wie so oft fest, dass Sprachen einfach reine Kopfsache sind, denn mein japanisch ist flüßiger denn je, ich unterhalte mich mit Jin über wirklich ernste und wichtige Themen, ohne auch nur nachdenken zu müssen. Danke an das gute japanische Bier :D Wir haben irgendwie nicht so wirklich Ahnung wie wir um kurz vor 12 nach Hause kommen sollen (wobei ich noch mehr Ahnung hab als der gute Jin, der immerhin 23 Jahre seines Lebens in Tokyo gelebt hat), nehmen also ein Taxi bis nach Higashi-Nakano, von wo aus ich nach Hause laufen und Jin die Bahn nehmen kann. Der Taxifahrer lässt uns aber irgendwo in der Pampa raus, wir laufen erst mal in die komplett falsche Richtung und müssen dann nochmal ein Taxi nehmen, weil Jins letzte Bahn sonst endgültig weg ist. Wieso haben die ganzen Japaner eigentlich noch weniger Orientierung in dieser Stadt als ich?

Dienstag, 16. März 2010

Kurztrip nach Mito

Ich fahre also zum Hauptbahnhof und nehme den Bus nach Mito, einen später als eigentlich geplant, denke aber ich kann eine kleine "Abkürzung" nehmen und erwische somit den richtigen Bus bis zum Krankenhaus. Da habe ich mich natürlich vertan, lande im falschen Bus und bin dann bei der Endstation IRGENDWO in der Pampa. In Japan zahlt man im Bus am Ende beim aussteigen(meistens zumindest, irgendwie ist das System auch echt in jedem Bus anders!!), mir fehlen allerdings 70Yen (50Cent) und ich habe sonst nur einen 10.000Yen Schein, was mir natürlich niemand wechseln kann. Ich zitiere mal die darauf folgende Unterhaltung mit dem Busfahrer:

"Mir fehlen 70Yen und ich habe sonst nur einen 10.000Yen Schein. Es tut mir Leid, ich wusste nicht, dass man im Bus nur 1.000Yen Scheine wechseln kann."

"Ok, dann machen wir es so, du zahlst beim nächsten mal, wenn du in einen Bus steigst, die 70 Yen nach, ja? Hast du verstanden?"

"Ja, ich habe verstanden, ich werde das auf jeden Fall zahlen, es tut mir wirklich leid, aber ich wusste nicht, dass man nicht wechseln kann, denn den 1.000Yen Schein kann man ja wechseln!"

"Hast du verstanden das du das zahlen musst?"

"Ja, ich habe verstanden, ich werde es auf jeden Fall zahlen, es tut mir wirklich Leid."

"Hast du das verstanden?"

"Ja, ich werde es zahlen."

"Hast du das verstanden?"

"Ja, ich habe verstanden."

Ich bin Ausländerin, keine Busbetrügerin verdammt nochmal! Auf jeden Fall stehe ich in der Pampa und traue mich natürlich auch nicht mehr dem Busfahrer zu sagen, dass ich eigentlich wo ganz anders hin wollte. Glücklicherweise erkenne ich die Umgebung irgendwie und stelle fest, dass ich nicht weit von dem Hotel weg bin, wo ich eigentlich übernachten soll. Was für ein Glück! Meine Gastmutter holt mich also Gott sei Dank dort ab und wir fahren ins Krankenhaus. Als wir im 8. Stock zum Wäsche waschen sind, fängt auf einmal an der Boden unter meinen Füßen zu wackeln und die Tische und Stühle ruckeln rum - Erdbeben! Und das im 8. Stock! Ich kriege natürlich hammer Panik (Hab ich schon erzählt, dass ich hammer Panik vor Erdbeben habe? Ich checke im 30 Minuten Abstand die "Japan Earthquake Information"-Homepage), genauso wie meine Gastmutter. Das Beben ist zwar nicht stark, aber lange, denn im 8. Stock schwingt es nunmal um einiges länger, als am Boden. Oh man! Danach ist mir erst mal total schlecht! Später fahren wir nach Mito, gehen Essen, Miho und ich checken im Hotel ein, gehen ins Onsen und schlafen. Am nächsten Tag frühstück, ins Krankenhaus und auch schon wieder ab nach Mito und zurück nach Hause. Kurztrip nach Mito, war aber nett und mit Miho auch alles super in Ordnung. Am Abend dann Sprachschule und relativ schnell ins Bett. Heute morgen werde ich 5 Minuten, bevor mein Wecker klingelt durch ein Rütteln geweckt. Das war jetzt das 5. Erdbeben in einer Woche, jetzt reicht es bitte auch mal wieder!!

Sonntag, 14. März 2010

Versucht sich kurz zu halten

Es ist einiges an Zeit vergangen, viel passiert und ich versuchen mich kurz zu halten:

Wir treffen also Emily in Shinjuku, sie erklärt uns die Situation, wir kommen noch mit als sie sich aus ihrem Guest House abmeldet, sie hinterlässt mir ihr Fahrrad und ist weg. 18 Stunden hatte sie, zwischen dem Zeitpunkt als ihr Vater auf einmal in Tokyo vor ihrer Haustür steht und ihr Flug ging Zeit, um zu packen und sich von allen zu verabschieden. Die Arme! Nun habe ich also ein zweites unangemeldetes Fahrrad (in Japan muss man sein Fahrrad registrieren lassen), obwohl ich vor 3 Tage noch gar keines hatte. Ich habe es einfach mal in Shinjuku stehen lassen und hoffe, dass es da noch steht, wenn ich wieder komme und vor allem, dass ich es wieder finde. Mein kläglicher Versuch es zu markieren (ich habe ein OB in den Korb vorne gelegt - das schließt somit zumindest aus, dass es kein Fahrrad einer japanerin sein kann haha) wird wahrscheinlich auch nicht viel bringen! Danach treffen wir uns mit Meike und Anna in Shinbashi und fahren zusammen nach Odaiba, schauen uns das Fuji TV Gebäude an, bummeln durch die riesigen Einkaufszentren und den futuristischen Gebäuden auf der künstlichen aufgeschütteten Insel vor Tokyo. Ich fahre dann vor, zurück nach Shibuya, bei Sonnenuntergang über die Rainbow Bridge. Bin im Sprachkurs total fertig und im Izakaya in Kichijouji, wo ich die anderen später treffe auch nicht viel wacher. Außerdem habe ich von der doch leicht unbequemen Schlafsituation hammer Rückenschmerzen, die am Dienstag in der Arbeit auch kein bisschen besser sind. Am Abend holen mich die 4 Mädels von der Arbeit ab und wir gehen ein letztes mal indisch essen.

Nach etwa 2 Stunden Schlaf wache ich um halb 5 auf und begleite die Mädels zum Haneda Flughafen. Anna kotzt bereits in der vollen Yamanote, aber da es eh eine der ersten Bahnen ist, sind sowieso nur Betrunkene unterwegs, deswegen ist das nicht so schlimm. Nach Haneda zu fahren fand ich ziemlich interessant, alleine zurück eher traurig. Zuhause lege ich mich gleich ins Bett und schlafe bis 3 Uhr Nachmittags. Dann treffe ich mich mit ein paar von meinen japanischen HighSchool Freundinnen in Shinjuku zum Essen. Weil ja Emilys Fahrrad auch noch in Shinjuku steht, treffe ich mich danach noch mit Justus, dem ich es "schenke". Wir gehen noch was essen und dann heim.

Donnerstag Arbeit, kein guter Tag, der sich aber am Abend durch ein Date mit Atsushi, dem Friseur um einiges verbessert hat. Am Freitag übernachte ich bei Nefi und Thezi und wir schauen uns Love Exposure, ein über 3 Stunden dauernden japanischen Film an. Sehr amüsant! Am Samstag treffe ich mich mit Etienne in Shinjuku, der mir die Papiere für Aois Fahrrad gibt. Wir gehen noch einen Kaffee trinken. Dann fahren Nefi, Thezi und ich nach Tabata zu den Schweden, wo wir auf der Couch übernachten. Am nächsten Tag bleibt auch nicht viel Zeit,denn wir sind mit Kouki um 2 in Kichijouji verabredet, fahren also direkt hin, gehen was Essen, einen Kaffee trinken, Karaoke singen und dann noch was Abend essen und dann noch was trinken. Konsum Tag. Auf jeden Fall kommt Kouki im Sommer nach München und dann fahren wir gemeinsam nach Berlin. Freu mich wie ein Schnitzel! Nach 3 Tagen nicht zuhause tut das eigene Bett doch sehr gut. Ich schlafe also Montag aus, räume auf, Wasche wäsche, lerne, alles was ich so die letzten Wochen vernachlässigt habe! Am Abend Sprachschule und danach gehe ich mit Thezi was Essen und dann gehen wir noch ein wenig spazieren durch Harajuku. Am Dienstag Arbeit, am Abend fahre ich nach Simo-Kitazawa wo wir mit Issei YakiNiku Essen gehen. Ziemlich witzig gewesen und Issei meinte auch, jetzt wo er mit Job-Hunting fertig ist, machen wir mehr :)

Mittwoch fahren wir nach Asakusa, damit Thezi das auch mal sieht und die beiden ein letzten Mitbringsel Einkauf erledigen können. Dann nach Shibuya, rumbummeln und ein letztes mal Karaoke: im 8. Stock mit Hammer Ausblick, der Raum war riesig, kamen uns vor wie in „Lost in Translation“! Danach fahren wir nach Ueno und gehen zum letzten mal mit den Schweden beim Koreaner was essen.

Obwohl ich nicht fahre, hat sich die Woche schon sehr nach Abschied angefühlt, bei Kouki und den Schweden. Mal sehen wie oft ich die noch so sehe!

Am Donnerstag gehen wir nach der Arbeit ein letztes mal Okonomiyaki Essen. Wollen dann eigentlich ins Sento (öffentliches Bad), das hat aber zu. Die Mädels haben gott sei Dank ihre Koffer in Shinjuku eingesperrt, d.h. wir müssen am nächsten Morgen wenigstens nichts schleppen. Je nach dem wann mein Flug geht, werde ich es wohl auch so machen und am Abend vorher die Koffer in Ruhe nach Shinjuku bringen! Der Stress und das Gerenne mit Anna und Meike ist mir da doch noch zu klar im Kopf haha

Als ich wieder zuhause bin, lege ich mich ins Bett und schlafe bis 3. Am Abend Sprachkurs.

Samstag ist also mein erster Tag wieder alleine in Tokyo. Es ist super Wetter also schwinge ich mich aufs Fahrrad und fahre nach Nakano, was das Freak-Viertel vor Akihabara war. Bummel in dem glaube ich verrücktesten Kaufhaus, dass ich je gesehen habe, rum (dazu ein anderes mal mehr) und überlege mir eine gebrauchte analoge Kamera für 350Yen (2Euro) zu kaufen hehe Auf dem Rückweg gehe ich einkaufen und danach fahre ich noch etwas in Nakai in der Gegend rum. Hab jetzt einen ganz guten Überblick wie‘s bei mir in der Umgebung aussieht :D Ich liebe mein Fahrrad!!

So, jetzt ist es halb 10 Uhr morgens, ich bin viel zu spät dran, weil ich jetzt nach Mito fahre, Miho ist nämlich aus Amerika zurück. Musste nur davor mal schreiben, sonst wäre das ja nie was geworden, ist eh schon ewig lang. Wird ab jetzt wieder besser, ich versprechs!

Montag, 1. März 2010

City View und Yokohama

Am Samstag lasse ich die beiden etwas ausschlafen, dann wecke ich sie und wir fahren trotz schlechtem Wetter zum Metropolitan Government und schauen uns die Aussicht über Shinjuku an. Danach gehen wir ENDLICH Okonomiyaki essen (und stinken natürlich für den Rest des Tages ales kämen wir gerade frisch aus der Fritteuse!). Als es dunkel wird fahren wir nach Roppongi und gehen endlich auf die Hills. Wunderbare Aussicht, der Tokyo Tower ist so schön, dass ich nie wieder runter möchte!! Da ist das Metropolitan Government Building in Shinjuku wirklich nichts dagegen! Anschließend fahren wir nach Kichijouji, in Aoi‘s und mein ehemaliges Stamm Izakaya, sitzen auf gefälschtem billig Tatami-Boden an der „Bar“, essen und trinken.

Sonntag geht es dann wieder früh los: Wir fahren nach Yokohama, wo das Wetter gott sei Dank auch ganz gut ist. Mit super Hunger gehen wir ins Ramen Museum, das einfach soooo schön und süß ist, nur dummerweise ist es so voll, dass wir relativ schnell wieder rausgehen, ohne was zu essen. Also fahren wir nach China Town und schlagen uns dort den Magen voll. Am Abend schauen wir noch kurz in Harajuku vorbei und fahren dann heim, alle relativ fertig und müde.

Als ich schon im Bett liege, schreibt mir Emily eine Nachricht: „For some reasons I have to go home tomorrow. Is there a way to see you, nefi and thezi again? tonight or in the morning?“ Schock! 2 minuten später ruft mich Nodoka panisch heulend an und fragt ob ich weiß, ob mit Akino alles ok ist. Hä, wieso? Von dem Erdbeben in Chile, dem in Okinawa und der Tsunami Warnung an der japanischen Küste (ich lebe im übrigen NICHT an der japanischen küste!) haben wir nämlich KEIN wort mitgekriegt! Gott sei dank kann Facebook und ein Anruf bei Aoi uns dann beruhigen, Akino (die in Chile ist) lebt noch!

Jetzt sitze ich also um 10 Uhr morgens hier, die Mädels schlafen noch und ich treffe Emily, bevor sie in 2 Stunden zum Flughafen abfährt .. was für eine Welt!

Samstag, 27. Februar 2010

Sightseeing und Aois Abschied

Am Montag fahren wir nach Asakusa, schauen uns den Shrine an, laufen die Touristen Straße lang - Das übliche Programm. Wir gehen in einen winzigen Ramen Laden, einer der typischen Familienbetriebe, von denen es in Japan tausende gibt, essen: winzig klein, gerade mal 4 Tische drin, etc. etc. Anna und Meike schaffen ihre Nudelsuppe nicht auf, also esse ich ihre auch noch haha Vorallem von dem kleinen Klo sind die beiden geschockt haha Aber selbst ich war mir nicht sicher, ob ich durch diese Tür passen soll! Dann fahr ich zur Sprachschule, die beiden gehen in einen Supermarkt und kaufen Sushi, was wir zu Abend essen.

Am Dienstag arbeite ich und die beiden ziehen Touri-Programm durch, auf das ich keine Lust habe ;) Am Abend holen mich die beiden von der Arbeit ab und dann gehen wir indisch essen hier in Akasaka.

Mittwoch stehen wir frueh auf und fahren zum Kaiserpalast. Nefi und Thezi kommen - mit kleiner Verspätung - auch und wir geniessen das gute Wetter, laufen im T-Shirt durch den Garten des Kaiserpalasts. Wir essen Sushi am Hauptbahnhof und fahren nach Shimo-Kitazawa zum shoppen. Es ist so warm, dass wir am Abend sogar noch draußen uns in ein Café setzen. Am Abend koennen wir trotz frueh aufstehen und den ganzen Tag rumlaufen, alle nicht schlafen (was bei mir vor allem daran lag, das mein Friseur mich mit Mails bombadiert hat ;) ) und bleiben viel zu lang wach, haben ein typisches Belli-Anna-Meike-Gespraech, wie schon so lange nicht mehr! Guter Abend :D Das macht das aufstehen am Donnerstag leider nicht leichter, denn die beiden fahren nach Nikko, während ich in die Arbeit gehe. Am Abend wollen sie mich abholen, was damit endet das ich eine Stunde vor meiner Arbeit rumstehe haha Wir hetzen ohne Ende zu den Hills, doch die haben zu. Na toll. Wenigstens betrachten wir den Tokyo Tower von unten. Dann laufen wir noch ein bisschen durch Roppongi und auf einmal seh ich ein Ausländisches Mädchen an mir vorbeilaufen, denke mir "hmm, die kenn ich doch". Aoi ist iwie Party machen mit irgendwelchen 40-jährigen Japanern haha Sau geil! Diese Welt ist einfach so klein, da läuft man sich einfach in Roppongi über den Weg!

Aoi fährt ja eigentlich erst Ende März zurück nach Deutschland, aber sie verbringt die letzten Tage bei ihrer Oma, bzw. fährt mit einer Freundin nach Kyuushuu und Okinawa (so gemein, will auch :( ), d.h. Freitag ist ihr letzter Tag und Abschiedsfeier. Aoi hinterlässt bei mir aber nicht nur ein riesiges Loch und irgendwie Gefühl von Einsamkeit, wenn sie fährt, sie hinterlässt mir noch etwas viel wichtiges: ihr Fahrrad!! Das ich mir also am Freitag morgen abholen muss. Ich fahre zum ersten mal alleine bis zum TouDai Dorm in Shinkawa. Das liegt in Mitaka. Das ist kein Katzensprung. Ich kenns ja nur von der Bahnfahrt, bzw. der 40Euro teuren Taxifahrt, aber um das mal zu veranschaulichen: Google Maps Routenplaner. Das sind über 10 Kilometer und für eine unsportliche Sau wie mich natürlich eine Herausforderung. Vor allem weil ich ja nicht einmal die leiseste Idee vom Weg hatte. Ich bin also erst mal nach Aois Beschreibung nach Mitakadai gefahren und dann der Bahnlinie hinterher (was vor allem an den Stationen ziemlich nervig war), was natürlich bedeutet ich bin immer rechts, links, rechts, links, durch die kleinen Gassen geraced, einfach der Nase nach. Im Endeffekt habe ich 1 Stunde und 15 Minuten gebraucht (Jin fährt jeden Tag den doppelten Weg bis zur Arbeit und wieder zurück und braucht dafür nur eine Stunde haha) und hatte so ne geile Zeit auf dem Fahrrad! Ich hab Dinge gesehen, die könnt ihr euch nicht vorstellen! Haha, das ist echtes Japan, wo ich da durchgefahren bin. Es hat wirklich wahnsinnig Spaß gemacht, versuchen einen Weg zu finden, etc. Ich bin echt froh jetzt ein Fahrrad zu haben! In 2 Wochen, wenn es gutes Wetter ist und mich dann auch alle meine Freunde verlassen haben, habe ich dann wenigstens was zu tun. Einfach planlos durch die Stadt fahren und Dinge entdecken. Freu mich wie ein Schnitzel :D

Ich fahre dann nach einer laaangen Dusche zum Tokyo Bahnhof und gehe mit Anna und Meike Sushi Essen. Danach fahren wir nach Harajuku, Purikura machen, die beiden gehen noch shoppen und ich muss gleich weiter zum Sprachkurs. Dylan (ich hab endlich seinen echten Namen rausgefunden haha Diiran-San haha) ist mal wieder wegen Arbeit verhindert, d.h. ich hab Privatunterricht. Äußerst praktisch :D Danach treffen wir uns am Hachiko und fahren nach Shimo-Kitazawa zu Aois Abschiedsfeier, die ziemlich witzig ist (obwohl Jin, der meinte er kommt nicht auftaucht und auch nicht absagt), Mit der letzten Bahn dann heim und jetzt kennt mich halb Shinjuku mit verheultem Gesicht ;) Meine Bank Account Eröffnerin, bei allem Helferin, beste und witzigste Arbeitskollegin, japanisch Lehrerin, Tokyo-Entdeck-Kompanin, liebste Feierabend Bierchen und Karaoke Partnerin, längste Party-Nacht ever Partymaus und vor allem einfach gute Freundin ist jetzt nicht mehr da! Und ich kann gar nicht beschreiben wie Dankbar ich für alles bin, denn ohne sie wäre die Zeit hier nicht mal ansatzweise so gut gewesen!

Studieren im Ausland - Aoi (Miriam) machts vor hihi

Montag, 22. Februar 2010

Kamakura, Karaoke und sonstiges Sightseeing

Am Freitag fahren wir nach Harajuku, gehen im Yoyogi Park spazieren und schauen uns den Meiji-Shrine an. Wir essen Om-Reis und shoppen in Harajuku. Dann fahre ich nach Shibuya zum Sprachkurs, Meike und Anna bleiben noch in Harajuku und laufen dann den weg. Wir treffen Nefi und Thezi am Hachiko, gehen Karaoke singen und Anna und Meike halten sich für‘s erste mal mehr als gut :D

Am Samstag fahren wir nach Kamakura (mit kleinem zwischenstopp in Yokohama, weil Anna im vollen, heißen Zug, in dem wir ne Stunde fahren mussten schlecht wurde! haha). Als wir ankommen ist erst mal am Bahnhof eine kleine Demo gegen Ausländer, von der Nefi und ich uns auch gleich mal die Flyer holen (und ziemlich verwirrte und dumme Blicke ernten ;) )! Wir schauen uns auf jeden Fall den größten Shrine (in dem, wie auch am Tag zuvor im Meiji-Shrine gerade eine Hochzeit abgehalten wird!) in Kamakura (eine Stadt südlich von Tokyo, die ca. im 12. Jahrhundert japanische Hauptstadt war) und den Daibutsu, also riesen Buddha an. Für mehr ist leider auch nicht Zeit, weil die Sonne schon bald unter geht, also laufen wir zur alten Bimmelbahn und fahren bei Sonnenuntergang am Meer entlang nach Fujisawa. Dort essen wir Abend und fahren nach Tokyo zurück - was etwa 2 Stunden dauert, weil wir so intelligent waren und uns natürlich nicht in einen Express Zug gesetzt haben, sondern in einen Local Train, der an jeder noch so winzigen Haltestelle hält .. klasse haha). Wir sind eigentlich alle tot müde, aber die Schweden haben für uns sogar einen Tisch reserviert, also gehen wir in Shibuya noch was trinken.

Am nächsten Tag schlafen Anna und Meike aus, was dazu führt dass ich sie eigentlich nur nach Waseda begleite, in die Tram-Bahn setze und dann zu meinem Date mit Atsushi, meinem Friseur eile. Eigentlich ja kein Date, weil Nefi und Thezi als „keine-Date-Tarnung“ auch mitkommen, aber eigentlich natürlich schon ein Date haha (das auch gut gelaufen ist!)

Während Thezi dann später auf ihrem Date mit Johan ist, gehen Nefi, Anna, Meike, Emily (Freundin von Nefi aus der Sprachschule) und ich ins Karaoke, was aufgrund meiner Euphorie vll ein bisschen zu viel war haha Na ja, Anna und Meike schlafen noch, aber heute werde ich sie wohl besser mal wecken!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Anna und Meike

Am Montag super Regen und Sprachkurs. Dienstag Arbeit und danach Izakaya und Karaoke mit Aoi in Kichijouji. Wahrscheinlich das letzte mal, dass ich im Toudai Dorm übernachtet hab :( Am Mittwoch mit Nefi und Thezi nach Uruhara, die "Dunkle Seite" von Harajuku. Donnerstag wieder Arbeit, Jin lernt mir wie ich mit Photoshop in Bilder so richtig geil Sachen reinschneiden kann, dass das wirklich NIEMAND erkennt haha Am Abend fahre ich nach Shinjuku und hole Meike und Anna ab! Wir gehen Soba und Udon essen, fahren hier her, bauen ein Lager von Matratzen auf! Die beiden schlafen gerade noch, ich versuche ein bisschen zu arbeiten!

Sonntag, 14. Februar 2010

Kagurazaka

Jin redet den ganzen Freitag davon, dass er immer noch einen Kater von Mittwoch hat. Der arme Kerl. Mit 30 gehts halt dann doch schon langsam bergab haha Eigentlich will ich nach der Arbeit auch nur noch heim, aber Nefi und Thezi gehen mit den Schweden Koreanisch Essen und ganz ehrlich .. bei Koreanisch kann ich wirklich nicht Nein sagen!! Also fahre ich nach der Arbeit nach Ueno, treffe mich mit Moein. Wir warten eine 3/4 Stunde auf Nefi, Thezi und Viktor und gehe dann zum Koreaner. Sehr lecker gewesen, meiner Meinung nach auch sehr witzig! Wir fahren mit der letzten Bahn heim und im Zug beschließe ich, meine erste Nacht im „Guest House“ mit Nefi und Thezi zu verbringen. Ich übernachte also bei den beiden, wir gammeln den ganzen nächsten Tag rum, gehen irgendwann ins Karaoke (was tagsüber echt super billig ist!) um japanische Lieder zu üben. Dann fahre ich nach Hause und kann mich auch nicht mehr aufraffen, das Haus nochmal zu verlassen.

Heute treffen wir uns mit Kouki und zwei Freunden von ihm in Iidabashi und gehen in ein Café, bzw. wir sitzen draußen, direkt an einem See. Danach gehen wir dann ENDLICH nach Kagurazaka, einem ziemlich netten Viertel in der Nähe von Iidabashi, in dem es in den winzigen Seitenstraßen von süßen Cafés und kleinen Restaurants nur so wimmelt. Kouki und seine 2 Freunde fahren nach Hause, aber wir machen uns noch auf nach Yotsuya, endlich in den Kuchen Laden von Jin‘s Eltern und essen Erdbeerkuchen. Ist ja schließlich Valentinstag (Valentinstag ist nicht unbedingt Couples-Day, das ist eher Weihnachten, aber trotzdem schenken Frauen am Valentinstag Männern Schokolade. Allerdings muss das nicht immer eine Liebeserklärung sein, kann auch einfach eine nette Geste Freunden gegenüber sein. Am White Day, einen Monat später, also 14. März schenken dann die Männer den Frauen Weiße Schokolade!) und wir machen zum ersten mal einigermaßen viele Bilder, denn mir ist wirklich aufgefallen - ich habe kaum Bilder .. das muss sich ändern!!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Sprachschule

Ich fahre also um 12 in die Sprachschule in Shibuya (Super Lage), habe ein Gespräch und einen Test, eigentlich hört sich alles super an, doch der passende Kurs ist immer Montags und Freitags von halb 7 bis 8. Ist mir irgendwie zu spät, vor allem am Freitag. Ich fahre wieder nach Hause, packe mein Textbuch ein, habe eine Stunde lang die größte Panik meines Lebens, weil ich meine Bank Karte nicht finde (ihr wollt nicht wissen, wo sie im Endeffekt war!), suche danach noch eine Stunde nach weiteren Ideen für Jin (und ich hab sogar schon ein paar gar nicht so dumme Gedanken!), fahre nach Shin-Okubo und gehe mit Thezi zum Friseur, Pony schneiden. Nachdem wir eine halbe Stunde gegenüber vom Laden standen, um sicher zu gehen, dass mein Friseur auch wirklich da ist, staube seine Visitenkarte (und damit auch Handy Nummer) ab und schreibe bereits am gleichen Abend mit ihm. Ich fahre zurück nach Shibuya und habe meine erste Teststunde. Wir sind in dem „Group Course“ zu zweit. Der andere ist ein etwa 30-jähriger Ami aus San Francisco, sein Name ist „Riran-San“, zumindest auf japanisch, was das wirklich heißen soll, weiß ich leider nicht. Gleicher Kurs, also auch gleiches Level. Heißt es zumindest. Obwohl er besser lesen kann und mehr Wörter kennt, kriegt er kaum ein Wort im Unterricht raus und vor allem wenn dann nur im absoluten Super Genuschel und mir wird mal wieder klar, wie absolut wertvoll meine Zeit vor 3 Jahren hier war!! Als ich das Gebäude um 8 verlasse, habe ich eine Mail von Aoi auf meinem Handy: „Stephan fährt am Donnerstag für die Semesterferien zurück nach Deutschland, in der Kombination sehen wir uns so schnell nicht wieder, also komm nach Kichijouji!“ Eigentlich keine Lust, keine Zeit, kein Geld, aber ich fahre nach Kichijouji, treffe mich mit Etienne und Stephan, Aoi kommt irgendwann später nachm tanzen und haben einen super Abend! Ich fahre brav mit der letzten Bahn heim, bin am nächsten morgen trotzdem total müde und schleppe mich in die Arbeit. Werkel die ganze Zeit an dem gleichen Zeug rum und komme irgendwie nicht so wirklich weiter. In der Mittagspause erzähle ich Jin, dass mein Teiki (U-Bahn Fahrkarte) abläuft und anstatt dass ich ein neues kriege, muss ich ab jetzt Liste führen, wie meine Fahrtkosten sind. Außerdem rede ich mit ihm über den Sprachkurs und er meint ich soll es machen (obwohl er lange genug gegen Sprachkurs war) und das bedeutet ich arbeite ab jetzt nur noch 2 Tage die Woche. Außerdem fragt mich Jin ob ich am nächsten Tag (an dem ich nicht arbeite) mit ihm und Yuasa-San Abend essen gehe.

Zuhause angekommen telefoniere ich mit Anna, die ja nächste Woche zusammen mit Meike kommt. Huihui, freu ich mich :D

Mittwoch wird mal wieder fleißig Hausarbeit durchgezogen (und vergesse natürlich die Wäsche reinzuholen, bevor ich ausgehe - und natürlich fängt es an zu regnen!), mit Nefi in Harajuku getroffen und dann nach Akasaka, wo ich mit Jin, Yuasa-San und einer Freundin von Jin Abendessen gehe. Ziemlich witzig und sehr interessante Gespräche geführt haha Ich kann Jin und die Freundin noch überreden mit nach Shibuya zu kommen, wo Aoi, Etienne und die ganze Truppe Stephan‘s letzten Abend feiern.

Heute gammel ich dann mit Aoi den ganzen Tag rum, verlasse um halb 5 mit ihr das Haus, Bin um 6 mit Nefi, Thezi und ihrem Vater, der für 5 Tage nach Tokyo gekommen ist verabredet. Das heißt eine Stunde rumgammeln. Laufe bei strömendem Regen durch Higashi-Nakano und als ich eine Straßenunterführung durchgehen will, lande ich auf einmal in einem riesigen unterirdischen Fahrradparkplatz, aus dem ich erst mal überhaupt nicht mehr rausfinde. Total abgefahren. In Ikebukuro versuchen wir erst Nefi doch noch ein Preipaid Handy zu kaufen, weil sie uns in Harajuku erzählt haben, dass man für Prepaid keine Alien Registration Card braucht. Was aber in Ikebukuro schon der Fall ist. Ich fühle mich mal wieder Diskriminiert und meine Laune ist nicht wirklich gut. Eigentlich wollen wir dann Okonomiyaki Essen gehen, finden aber keinen Laden und gehen dann chinesisch Essen. Und jetzt bin ich Bett reif :D

Sonntag, 7. Februar 2010

Und schon wieder eine Woche rum

Da sich Nefi ein Wörterbuch kaufen möchte fahren wir am Mittwoch nach Shinjuku zum Yodobashi Kamera. Kaufen dann schluss endlich aber doch nichts, außer einen Adapter (was auch besser so ist, ich könnte in diesen Elektroläden jeden Tag tausende von Euros lassen!). Weil wir schonmal in Shinjuku sind fahren wir zum Tokyo Tochou, also dem Metropolitan Government Office, auf dem es im 54. Stock einen kostenlosen Aussichtsbereich gibt. Stehen knappe 2 Stunden da oben, immer mit offenem Mund und starrem Blick auf die Lichter da draußen und in meinem Kopf schreit eine Stimme: „Ich will hier nie wieder weg!“ Und dabei ist die Aussicht über Shinjuku nicht mal so krass, also vergleicht man sie mal mit der über Roppongi!

Donnerstag sitze ich hustend in der Arbeit und fahre danach spontan zu Nefi und Thezi, die ja in einem „Gaijin House“ wohnen, also eine Art WGs für Ausländer. Man lernt natürlich ganz nette Leute kennen und wenn man möchte ist man nie allein. Aber bin doch sehr froh, dass ich hier mein eigenes Zuhause habe!! Vor allem mag das für 2 Monate ja ganz cool sein, aber sicherlich auch nicht für mehr ;)

Freitag kriege ich eine E-Mail von Jin, in der er schreibt, dass ich ja jetzt seit 3 Monaten dabei bin und anfangen soll mir selber Sachen in der Arbeit zu überlegen. Bin ja froh, dass er mich fordert, nur leider kenne ich mich halt dann trotzdem noch etwas zu wenig aus, ich stehe also im Moment irgendwie unter super Druck. Das erzähle ich ihm später dann auch, da wir nach der Arbeit zusammen nach Kichijouji fahren und dort mit Jeff und Aoi zu viert was essen/trinken gehen. Danach noch in eine Bar und dann nochmal in eine andere Bar, ein Freund von Aoi kommt auch noch irgendwann und ich brauche nicht erwähnen, dass ich einen super Abend hatte. Wobei es den legendären Freitag mit Aoi, Jin und Jeff natürlich nicht toppt haha Dafür habe ich mich am nächsten morgen aber auch nicht ganz so sehr geschämt, als ich aufgewacht bin ;) Am Samstag Abend feiern wir Thezi‘s Geburtstag nach, fahren also erst nach Shinjuku, treffen irgendwelche Freunde von Nefi‘s Sprachschule, bzw. irren eigentlich einfach länger als ne Stunde in Shinjuku rum und blicken gar nichts (dieser dumme Bahnhof ist aber auch so scheisse und viel zu groß und unübersichtlich!! Ich hasse Shinjuku!!). Irgendwann kommen wir dann an, müssen aber nach ner Stunde schon wieder los, da Moein mit seinem Mitbewohner in Shibuya auf uns wartet. Also gehen wir in ein Izakaya in Shibuya und Johan und ein Freund von ihm kommen auch noch. Irgendwann müssen wir aus dem Izakaya raus, holen Aoi und Kouki am Hachiko ab und gehen in die „Red Bar“, der absolut unheimlichste Ort mit dem unfreundlichsten Barmann der Welt, in dem ich mich eigentlich nur noch unwohl gefühlt habe, die ganze Zeit. Die Freundin von Nefi, die wir zuvor in Shinjuku getroffen hatten kommt auch noch und Aoi lädt noch Karsten ein. Die Schweden verschwinden irgendwann und gehen noch nach Roppongi, aber wir haben keine Lust auf Roppongi und vor allem nicht auf Club und gehen in ein Izakaya in Shibuya. Und als ob das noch nicht genug wäre, will Aoi, als alle eigentlich nach Hause fahren noch ins Karaoke, also gehen wir noch für eine Stunde. Lange Nacht ..

Heute besteht Aois und mein Tag vorallem aus Aufwachen und irgendwann kämpfen wir uns nach Nakai und gehen dort in ein ziemlich nettes, kleines chinesisches Restaurant, einer dieser für japanisch typische Familienbetriebe. Und jetzt sitz ich da und überlege was ich Jin am Dienstag für Ideen auftischen kann, während Nefi mich versucht zu überreden noch mit denen und den Schweden in Baba zu treffen, aber mich bringt heut niemand mehr ausm Haus!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Von japanischen Friseur und Gefängnissen

Ich hole Nefi und Thezi in Shin-Ookubo ab, was nicht weit von mir weg ist, ein Koreaner Viertel, in dem die Sprachschule von den beiden ist. Ich habe einen Friseur gefunden, zu dem wir von dort aus hinlaufen können und so betreten wir total nervös und aufgeregt den japanischen Friseursalon. Die Frage „Wir haben keinen Termin, ist das trotzdem ok?“ erledigt sich eigentlich von selbst, da wir die einzigen anwesenden sind. Nefi kriegt den alten Chef, während ich mich die ganze Zeit mit meinem jungen, eigentlich ganz süßen Friseurlehrling unterhalte. Der übliche Smalltalk, wir reden über Deutschland, er fragt nach Fußball, ob ich schonmal ein Spiel angeschaut habe. Ja, habe ich. Pause. Ob mein Freund mich dahin mitgenommen hat. Nein, ich bin mit Freunden gegangen. Pause. Ob ich einen Freund habe, seitdem ich in Japan bin. Nein, habe ich nicht. Pause und selbst Thezi, die zwar kein Wort der Unterhaltung versteht, checkt sofort was los ist und kann sich das grinsen nicht mehr von den Lippen wischen. Jap, das hat mir doch etwas den Tag versüßt ;) Meine Haare sind im übrigen nicht spektakulär, nur hinten etwas kürzer. Muss wohl bald wieder zum schneiden gehen hihi

Wir laufen zurück nach Shin-Ookubo und fahren nach Shibuya, um uns mit den Schweden zu treffen, die Thezi im Echo kennengelernt hat. Nur hat Nefi das mit der Kommunikation ein bisschen verkackt, denn es taucht nur der eine auf und ist auch ziemlich überrascht, dass wir zu dritt sind, denn er hat wohl eher ein Date mit Nefi erwartet haha Als wir ihn fragen wo wir hingehen antwortet er mit der Gegenfrage „Wenn ihr euch entscheiden müsstet, würdet ihr ein Gefängnis oder eine Irrenanstalt wählen?“. Ich wähle Gefängnis, Nefi und Thezi die Irrenanstalt, aber da das Gefängnis-Theme-Izakaya näher ist, fällt die Entscheidung doch darauf. Der Eingang erinnert ein wenig an die Gruselshow in Madame Tussaud und bringt mich sogar einmal ziemlich heftig zum schreien. Eine als Polizisten verkleidete Japanerin führt Nefi und mich an Handschellen gekettet zu unserem Tisch, der aber kein normaler Tisch ist, sondern ein „Kerker“ mit Gitterstäben als Tür und einmal die Stunde geht das Licht aus eine japanische Stimme ertönt „Die Monster sind ausgebrochen“. Dann kommen Zombie‘s und erschrecken dich in dem sie die Türen auf und zu schlagen oder von den Fenstern von draußen die Hände reinstrecken. Überall hört man kreischende japanische Mädchen, wir lachen die meiste Zeit. Amüsanter Laden und Moein, der Schwede ist ein super witziger Kerl.

Ich liebe dieses Land haha

Dienstag, 2. Februar 2010

Schnee!!

Normalerweise muss ich ja Montags nicht arbeiten, aber Jin-San meinte er hätte Montags was für mich zu tun und ich solle diese Woche statt Dienstags am Montag kommen. Geht klar, fahre also am Montag in die Arbeit und was Jin mir dann aufgetragen hat, hat im Endeffekt zwar nur 10 Minuten gedauert, aber auch gut haha Ich designe in der Arbeit gerade die Cover für die Bedienungsanleitungen und habe glaube ich die letzten beiden male zusammen um die 300 Blätter wegschmeißen müssen. Der neue Drucker ist aber auch super scheisse!! Oh man, wie viele Bäume dafür wohl gestorben sind, das tut in der Seele weh. Vor allem wenn ich sie dann in den „Compastible“ Müll schmeißen muss, weil es ja nicht mal was wie Altpapier gibt. Da wird man wirklich zum Öko.

Bevor wir Essen gehen, meint Kouno-San, dass es am Abend schneien soll. Vorfreude. Das Mittagessen war mal wieder äußerst witzig, Montags ist ja Yuasa-San auch immer mit dabei, der ein super verspulter Kerl ist. Kann sich jemand dran erinnern, dass er mir n Quiz stellen wollte und Jin und er gewettet haben, ob ich‘s weiß oder nicht? Na ja, das Quiz super lahm, bestand aus der Frage „Wie heißt das Buch zum Roman Stand by Me?“ haha Göttlich wie viel Wind wieder um nicht gemacht wurde! Ansonsten haben sie dann durch Fragen wie "Wen magst du lieber, Han Solo oder Darth Vader?" versucht rauszufinden, auf was für Arten von Jungs ich stehe. Verplante Leute!

Als ich am Abend das Büro verlasse nieselt es eklig. Wo bleibt mein Schnee?? Doch in Ochiai fallen super dicke Flocken vom Himmel, als ich aus der U-Bahn komme!! Also laufe ich irgendwann kurz vor Mitternacht noch zum Tempel nebenan, und schaue mir meine überzuckerte, verschneite Nachbarschaft an! Wundervoll :)

Nefi und ich probieren heute zum Friseur zu gehen. Mal sehen was daraus wird!

Sonntag, 31. Januar 2010

Weekend

Am Freitag eröffnet mir Jin schmeichelnder Weise, dass ich vielleicht doch eine Sprachschule besuchen sollte, da ich bereits seine „schlechten Wörter“ benutze. Kurze Erklärung: Im japanischen unterteilt man relativ strikt in Männer und Frauen Sprache. Außerdem gibt es etwa 5 Höflichkeitsstufen. Ich rede also mittlerweile wie ein unfreundlicher Mann. Klasse haha Dabei gebe ich mir immer so viel Mühe höflich zu reden. Verdammt ;) Na ja, gott sei Dank lacht Jin einfach nur über mich. Er ist ja auch selber schuld, wenn er immer so mit mir redet und ich mir das dann merke! Wie soll ich mich auch an Frauensprache gewöhnen, wenn um mich rum nur Männer in der Arbeit sind? Ich brauch mehr weibliche Japanerinnen!

Nach der Arbeit dann mit Nefi, Thezi und Kouki in ein Izakaya in Kichijouji, sehr witzig, vor allem weil Kouki einfach echt n cooler Kerl ist und dann brav mit der letzten Bahn nach Hause.

Am Samstag wollen wir uns eigentlich mit den Schweden treffen, die Thezi im Echo kennengelernt hat, die melden sich aber nicht, also gehen wir mit Aoi in ein Izakaya in Takadanobaba. Thezi geht es nicht gut und sie fährt heim und da wir noch eine Stunde haben, bis die letzte Bahn fährt gehen wir noch zu dritt ins Karaoke. Und was macht man wenn man einmal in Laufweite von zuhause ist? Genau, mit der letzten Bahn nach Shibuya fahren, in eine Bar namens Oath, in der Nähe wo auch das Loop ist, wo Etienne, Erika und Stephan sind (Akina war auch mit dabei, musste aber nach Hause, weil ihre Mutter angerufen hat und meinte, dass es nicht ok ist, wenn sie jedes Wochenende Clubben geht. Akina ist 24 und arbeitet!). Gute Musik, super witzige Leute kennengelernt und so verfliegt die Zeit. Als Aoi und ich mit dem Taxi zu mir fahren stelle ich fest, dass direkt neben meinem Haus, also das angrenzende Grundstück ein Tempel ist. Man lernt auch nicht aus!

Nach gefühlten 5 Minuten Schlaf stehe ich auf, schmeiße Aoi raus und fahre nach Shibuya, wo ich mich mit Nodoka treffe. Wir gehen Ramen Essen, Shoppen, Purikura machen - das übliche. Später treffen wir dann noch Nefi und Thezi (die aber nur ca. 10 min bleibt und dann wieder heim fährt, da es ihr schon wieder nicht gut geht) und gehen ins Beat Café. Nodoka lädt uns zu ihr nach Hause nach Oosaka ein und da ihre Studentenwohnheim um 11 Sperrstunde hat, fahren wir etwa um halb 10 nach Hause.

Wie schnell geht so ein Wochenende eigentlich rum, wenn man Montags arbeiten muss?

Freitag, 29. Januar 2010

Die Zeit vergeht

Freitag Abend kamen also Thezi und Nefi zu mir und wir wollten uns eigentlich Kurosagi anschauen, war dann aber irgendwie zu leise, also haben wir Nana geguckt .. Aufm Boden sitzend, weich, zwischen meinem ganzen Krempel haha Weils echt schon kaum mehr auszuhalten war (20m^2 werden halt dummerweise auch schnell zugemüllt), habe ich dann meinen Samstag Vormittag mit Waschen, Aufräumen, Putzen und Abspülen verbracht (wache zur Zeit komischerweise eh immer ziemlich früh auf), war auch echt mal wieder nötig! Dann am Nachmittag mit Thezi und Nefi nach Shimo-Kitazawa gefahren und n bisschen durch die Läden gezogen. Dann nach Shibuya, gegessen, Karaoke (Wo mich der Kerl mittlerweile schon kennt!) und dann ins Echo (wo ich schon öfter mit Aoi war), wo ne Freundin von ner Freundin von Nefi Geburtstag gefeiert hat. War ziemlich witzig und irgendwann kamen sogar noch Aoi und die restliche TouDai Austauschtruppe. Sonntag dann das Haus nicht wirklich verlassen, dafür aber gelernt. Und gestern war ich dann mit Thezi und Nefi in Akihabara, Freak Town :D Mal wieder. Was es da für Technik Zeugs gibt .. fasziniert mich immer wieder. Nefi und ich wollten uns (aus lern/übungstechnischen Gründen) Mangas kaufen, sind also in einen dieser riesigen Second Hand Bücher Läden. Dann stehst du da vor 8 Milliarden Comic Books und so lange du kein Freak bist, hast du bei dieser Übermäßigen Auswahl natürlich auch keinerlei Ahnung, was du dir jetzt holen sollst. Wir sind vor allem auch dummerweise erst mal in der Porno Abteilung gelandet und danach gleich mal in der "Männer-Lieber"-Abteilung ;) Hab dann allerdings Hanazakari no Kimitachi he gefunden, von dem das Dorama (jap. Serie/Soup) ziemlich witzig war, also mal sehen. Bin ja echt kein Manga Fan, aber das ist zum gesprochenes japanisch üben einfach perfekt, vorallem weil auch die Lesungen der schwereren Zeichen immer mit dabei stehen, also auch für Kanji Üben sehr gut. Hab mir also für etwa 3Euro 5 Büchlein gekauft, durch die ich mich jetzt durchbeißen werde :D

Am Dienstag in der Arbeit habe ich dann die Zusage für die Verlängerung meines Praktikums gekriegt. Jin-San hat sich da ziemlich für mich eingesetzt, bin sehr dankbar und freu mich wahnsinnig! Das wurde dann am Abend auch gleich mal mit Nefi, Thezi und Kuuki, einem Japaner, den wir am Samstag im Echo kennengelernt haben, gebührend gefeiert! Aoi kam dann auch noch irgendwann. Nefi, Thezi und Kuuki sind dann mit der letzten Bahn nach Hause und ich mit Aoi und den anderen Austauschstudenten nach Kichijouji, wo wir noch in unser mittlerweile Stamm-Izakaya gegangen sind und dann irgendwann noch ins Karaoke. Das übliche halt :D Wie das letzte mal saßen am Nebentisch leicht zerstörte Japaner, die einfach am Tisch eingeschlafen sind (Verpasst man die letzte Bahn, ist es durchaus üblich, einfach zu schlafen, bis der Laden zu macht und die Bahnen wieder fahren). Der eine ist dann sogar noch mit uns ins Karaoke ;)

Habe dann bei Aoi geschlafen (und schon wieder vergessen, ein Foto von ihrem Bad zu machen, verdammt!!) und sind am Mittwoch dann ins Gasuto, zum lernen. Um 5 war ich mit Thezi und Nefi am Hachiko verabredet und sind ins Kino gegangen. "Bandage", der neue Film mit Akanishi Jin. Die Story hat sich eigentlich ganz cool angehört, der Film war aber super lahm, echt unterstes Niveau, aber ich würd schon allein wegen Akanishi nochmal reingehen haha Sind dann noch Okonomiyaki Essen gegangen und da fällt Thezi auf: Sie hat ihren Geldbeutel verloren. Konnte ja eigentlich nur im Kino sein, was aber mittlerweile zu hatte. Da im Geldbeutel auch deren Hausschlüssel war also zu mir gefahren und auf meinem einen Futon zu dritt geschlafen. Kalt und unbequem ;) Gott sei Dank ist der Geldbeutel dann heute wieder aufgetaucht. Da waren sogar noch die 17000Yen (etwa 150 Euro) drin .. Japaner sind aber auch einfach zu nett, oder?

Montag, 25. Januar 2010

Vom Erdboden verschluckt

Tut mir Leid, dass ich nichts schreibe, dass ich niemanden anrufe. "Du bist wie vom Erdboden verschluckt" höre ich in letzter Zeit nur zu oft .. Na ja, habe am Freitag etwas geschrieben und kam nicht dazu, es abzuschicken. Das Wochenende hole ich dann wann anders nach:

Ich komme in letzter Zeit weder zum schreiben, noch wirklich dazu, mich bei irgendjemandem in Deutschland zu melden. Das tut mir Leid, sollte aber eigentlich alle freuen, dass ich nicht mehr so viel vorm PC rumgammel :D

Das letzte Wochenende war ich ja in Ibaraki, also in Mito. Habe im Hotel übernachtet, alleine, da meine Gastmutter im Krankenhaus geblieben ist. War im Onsen, also heiße Quellen und hab im vergleichsweise großen Bett geschlafen wie ein Baby, während der Fernseher lief haha Man, hat das gut getan! Die Hochzeit war auch sehr interessant, die arme Braut hat sich tausend mal umgezogen, erst Kimono, dann 2 verschiedene Kleider haha Die Zeremonie war in einem Shrine, die Party dann in einem Hotel. Wahrscheinlich auch nicht viel anders als in Deutschland (war aber auch erst einmal in D auf ner Hochzeit und das ist ewig her), aber ganz interessant. Vielleicht alles ein klein wenig unpersönlicher. Während in Europa/Amerika Freunde des Ehepaars lustige Reden halten und alles irgendwie glücklich scheint, werden in Japan ernste Reden von Arbeitskollegen gehalten (Haben Japaner überhaupt Freunde? haha) und die Braut wirkte auch eher etwas gestresst und nicht unbedingt als wäre es der schönste Tag ihres Lebens ..

Am Montag habe ich mich dann sobald ich wieder in Tokyo war mit Nefi und Thezi getroffen, die jetzt endlich hier sind. Gleich mal Okonomiyaki gegessen und Karaoke singen gegangen und die letzten 3 Monate nachgeholt :D

Dienstag dann Arbeit, Jin-San hat jetzt mit dem Boss geredet wegen Verlängerung des Praktikums, mal sehen was dabei rauskommt. Am Abend habe ich mich dann endlich mit Issei getroffen, den ich auf der Orientation vor 3 Jahren kennengelernt habe. Waren dann zu viert mit Nefi und Thezi im SteakHouse in Roppongi, nicht weit weg von meiner Arbeit zu Abend gegessen und hatten nen ziemlich witzigen Abend. Issei kommt sich zwar ein bisschen cool vor, da er zu 1/8 Amerikaner ist und auch sehr gut Englisch spricht haha Ist aber wirklich n cooler Typ und ich hoffe wenn er mit seinem Job-Hunting mal nicht mehr so busy ist machen wir auch öfter wieder was.

Mittwoch dann mit Nefi und Thezi durch Kichijouji gezogen und wollten uns dann noch mit ner Freundin von Nefi in Shibuya treffen, die ist aber nicht aufgetaucht, was damit geendet hat, dass wir 2 Stunden am Hachiko blöd rumsaßen!

Donnerstag dann Arbeit und hab erfahren das Jin-San im März für 10 Tage nach Deutschland (erst auf ne Messe in Frankfurt und dann noch irgendwo anders hin) fliegt und ich muss gestehen ich beneide ihn ja durchaus etwas! Bin dann früh ins Bett, weil ich total müde war und als ich heute morgen aufgewacht bin, seh ich, dass ich ne Mail von Etienne um halb 1 gekriegt hab, dass er mit Aoi (bei der ich diese Woche Melde-Verbot habe, da sie ihre letzte Uni Woche hat und eig. lernen muss!) jetzt ins Karaoke in Kichijouji geht, ob ich nicht mit will haha Diese Studenten sind mir vielleicht ein Völkchen! Nur Party im Kopf tztz Na ja, heute Abend kommen Nefi und Thezi zu mir und wir gucken Film. Wie wir das mit meinen 3 Klappstühlen bequem hinkriegen sollen, weiß ich zwar noch nicht, aber wird schon. Oh Gott, ich sollte wirklich mal wieder diese Bude aufräumen, hier siehts aus. Nefi kennt mich ja, aber Thezi hält mich wahrscheinlich für den Ober Messy, wenn sie das sieht!

Samstag, 16. Januar 2010

The Office

In den letzten Tagen ist mal wieder nicht viel spannendes passiert. Am Montag wollte ich mich nach der Seijinshiki mit Aoi noch auf 2 Bier treffen, leider bleibt es ja niemals dabei.. Jetzt weiß ich zumindest, dass eine Taxifahrt von Kichijouji aus zu mir knapp 5000Yen (etwas mehr als 37Euro) kostet .. das mache ich also nie wieder haha Dienstag dann Arbeit und gestern habe ich mich außer für einen kurzen Essenseinkauf im Konbini nicht aus dem Haus bewegt.

Also nutze ich es mal, um etwas mehr über meine Firma zu erzählen. Wie schon öfters erwähnt, herrscht hier ja - Gott sei Dank - nicht das für japanische Firmen typische, strickte Hierarchie System, weil es ja Musikszene ist, sind auch deswegen wahrscheinlich alle etwas lockerer, aber im Grunde lernt man dann halt doch so einiges über einen japanischen Betrieb. Ziemlich witzig finde ich es zum Beispiel, dass, wenn jemand zu einem Meeting oder Treffen oder was auch immer außerhalb muss und wieder kommt, immer die Floskel "Okaeri" fällt, was so viel bedeutet wie "Willkommen zu Hause". Auch sonst benutzt man das Verb für "nach Hause kommen" ziemlich oft im Zusammenhang mit der Firma.

Auch ziemlich interessant (für mich zumindest) ist die Sprache, die hier benutzt wird. Aber mit den etlichen Höflichkeitsstufen im japanischen möchte ich jetzt eigentlich niemanden langweilen. Ist nur immer wieder witzig, wie meine Kollegen, die mit mir ja ganz normal reden am Telefon auf einmal ne super weiche Stimme kriegen und super Höflich reden :D

Klasse ist auch, wenn die Post oder sowas in der Art vorbeikommt, um Päckchen abzuholen und dann alle wie im Chor rufen "Sumimasen", was eigentlich "Entschuldigung" bedeutet. Versteht das jemand?? Ich nicht haha Aber Sumimasen ist eh das allzeit Lieblingswort im japanischen. Im Wörterbuch ist das zwar unter Entschuldigung zu finden, in Wirklichkeit hat es aber weitaus mehr Bedeutungen, z.B.: Danke, Nein, Hallo und Tschüß!

Während ich immer brav um 7 nach Hause gehe (was meiner Meinung ja schon spät ist), bleiben eigentlich bis auf 2 Außnahmen (der Chef geht manchmal sogar kurz vor mir! Und Jin-San meistens kurz nach mir.. behauptet er zumindest) alle immer länger ... viel länger. Jin-San meinte sogar, es kommt nicht all zu selten vor, dass die bis 2 Uhr morgens arbeiten. Und das ist noch nicht mal außergewöhnlich. Verrückte Japaner!


Das ganze habe ich im übrigen am Donnerstag geschrieben, kam aber nicht dazu, es abzuschicken: Hab einen Anruf von Aoi bekommen, sie und Etienne gehen noch ein Bier in Kichijouji trinken. Ok, aber diesmal wirklich nur eines!! .. Man lernt ja doch nicht aus seinen Fehlern ;) Wenigstens habe ich dieses mal nicht das Taxi genommen, sondern bin einfach bei Aoi geblieben!

Jetzt ist es Samstag morgen und ich packe gleich mein Zeug und fahre dann nach Ibaraki, also nach Mito, denn morgen bin ich ja auf eine Hochzeit eingeladen.

Montag, 11. Januar 2010

Coming of Age Day

Freitag war einer dieser typischen Abende, die man für eine der besten Abende aller Zeiten hält, bis man am nächsten morgen (ok, es war nicht der nächste morgen) aufwacht und anfängt sich zu erinnern. Ich habe also Samstag und Sonntag damit verbracht mich abzulenken, damit mir bloß all die Erinnerungen gar nicht erst hochkommen ;) Ich gehe nicht ins Detail!

Heute dann Coming of Age Day. Habe ja glaube ich schon erzählt, dass man in Japan mit 20 erwachsen wird und der 2te Montag im Jahr ist dann eben der Coming of Age Day, in dem alle gefeiert werden, die im vorherigen Jahr 20 wurden. Eine japansiche, traditionelle Feier, die ich mir natürlich nicht entgehen lasse. Eigentlich wollte ich ja mit meiner Gastmutter hingehen, vielleicht sogar einen Kimono tragen, aber es kam alles anders. Ich fahre also so schlicht und schick wie möglich (man fällt ja schon genug auf) gekleidet nach Shinjuku und sehe nichts als Mädchen mit Kimonos (was ziemlich praktisch war, denn ich habe mich zum ersten mal nicht verlaufen, sondern bin einfach nur den Leuten hinterhergelaufen!). Im Keio Plaza Hotel angekommen, wo die Feier gehalten werden sollte, stehe ich also mehr oder weniger dumm rum, bis ich zwei andere Europäer sehe, nicht mal lange brauche um über meinen Schatten zu springen und sie einfach mit dem üblichen „Hey, sorry, I am alone and confused, nice to meet you“ anspreche haha Ella und Aldon aus UK sind auf jeden Fall Waseda Austauschschüler, überraschenderweise sogar ziemlich cool und so laufen wir also zu dritt durch die Kimono-Massen. Die Feier beginnt um 1 mit einer 10 minütigen Rede, dann ist das Buffet eröffnet (über das wir natürlich hergefallen sind!) und ja .. das war‘s auch schon. Es werden drei milliarden Fotos gemacht, wir machen drei milliarden Fotos, die Verantwortlichen der Veranstaltung kommen sich total International vor, weil etwa 15 Ausländer unter den 800 anwesenden sind, ich staube 3 Handy Nummern ab und verschwinde gegen 3 wieder, kurz nach dem Ella und Aldon gegangen sind. Habe mir etwas mehr von der Seijinshiki erwartet, aber na ja, es ist wohl doch eher nur eine Ausrede, damit die endlich 20 gewordenen Japaner mal wieder einen Anlass haben zu bechern ;) Betrunkene waren nämlich einige unterwegs und Flyer für Parties habe ich auch genügend in die Hand gedrückt gekriegt.