Jin fragt mich, ob ich schonmal eine Restaurant Reservierung gemacht hab. Ich versuch mich noch rauszureden, in dem ich sage ich hätte schon mal mein Bus Ticket reserviert, aber er bringt mich dann doch dazu, dass ich also vor der kompletten Firma im Restaurant anrufe und reserviere. Vielleicht zu Erklärung: Japanisch wird nicht leichter, wenn man es am Telefon verwendet. Und sowas wie Reservierungen sind natürlich auch nochmal was ganz was anderes, als ne Freundin oder so anzurufen. Ich kriegs auf jeden Fall hin und Jin und ich sind beide stolz auf mich ;) Frag mich immer wieder, wie der Kerl es hinkriegt, dass ich alle Dinge mache, egal wie unangenehm sie mir sind, oder wie sehr ich doch denke, dass ich es nicht kann. Sowas nenn ich jemanden fördern! Genauso wie das Übersetzen, was ich ansonsten zur Zeit den ganzen Tag mache ... von deutsch/englisch auf japanisch (was natürlich nochmal in offizielles japanisch umkorrigiert wird, aber immerhin!)!! Mir brummt auf jeden Fall nach so einem Tag immer gewaltig der Schädel!!
Am Mittwoch fahren wir nach Mito, meine Gasteltern treffen. Ich übersetze alles Simultan-Dolmetscher-mäßig und wir haben eine nette Unterhaltung. Wir besichtigen den Kairakuen in Mito, ein berühmter Park und sind am Abend wieder in Tokyo. Am Donnerstag gehen wir mit Jin und Seiji Essen, wo Hermi endlich alle seine Fragen zu japanischer Politik, etc. stellen kann ;) Jin und ich sitzen an dem riesigen Tisch gegenüber und müssen uns die ganze Zeit das lachen verkneifen, weil wir beide wissen, dass sich mein Interesse in Grenzen hält.
Am Freitag funktioniert endlich mein Handy wieder!! Juhuuu! Und wir besichtigen den Kaiserpalast und fahren danach nach Kawaguchiko, in der Nähe vom Fuji-San. Es schneit, ich sehe zum 3ten mal in diesem Jahr Schnee, zum ersten mal einigermaßen viel Schnee! Wir gehen während es schneit draußen ins Onsen - Sehr geil! Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Tokyo, erst nach Kagurazaka und dann nach Kichijouji, wo Mama sich einen Bonsai kauft!! Der steht dann erst mal bei mir zuhause, wo ich ihm gut zu Rede :) Außerdem habe ich die Kyuushuu Fotos entwickeln lassen und bin verdammt stolz auf die Bilder. Sind wirklich klasse geworden! Hier nochmal vielen Dank an Papa für diese geniale Kamera, ich könnte nicht glücklicher sein!! Am Sonntag fahren wir nach Ginza, gehen ins Sony Building und in eine Leica Ausstellung. Mit meiner neuen Faszination für analoge Kameras habe ich mittlerweile nämlich auch Mama und Hermi angesteckt. Dann fahren wir nach Roppongi und gehen auf die Hills, uns den Blick auf die Stadt anschauen. Egal wie oft ich da noch oben bin, genug werde ich sicherlich NIEMALS davon kriegen. Einfach genial!! Danach Sushi Essen und ich fall nur noch ins Bett. Da meine Eltern ja im nahtlosen Übergang hier waren, bin ich seit 2 Wochen jeden Abend Essen gegangen und hab Alkohol getrunken. Das und das ganze Sightseeing schlaucht sehr! Am Montag fahren Mama und Hermi nach Kyoto und ich bin den ganzen Tag zu nichts im Stande. Am Abend Sprachkurs und dann treffe ich mich mit Ryu, dem Architekten Freund von Kouki. Wir gehen was Essen und haben nen ziemlich netten Abend. Fahren mit der trotz Wochentags vollen letzten Bahn heim. Am nächsten Tag Arbeit, Jin und ich führen eine witzige Unterhaltung über Bonsai Bäume und Zimmerpflanzen. Er meint er raucht in seiner Wohnung so viele Zigaretten, dass er seine Pflanze wahrscheinlich einfach in stücke schneiden und wie eine Zigarette rauchen könne, weil sie so viel Nikotin abkriegt. Das arme Ding haha Am Abend treffe ich mich mit Etienne und Stephan in Shibuya, allerdings auf der "Salarymen-Seite" des Viertels. Wir sind in einem kleinen Restaurant, in dem ich die einzige Frau und wir 3 die einzigen ohne Anzüge sind. Haben einen super netten und lustigen Abend und als ich zuhause bin, werde ich etwas sentimental, weil ich gar nicht mehr weiß, was ich ohne die beiden, vor allem ohne Etienne machen soll!!
Heute räume ich auf und packe Zeug zusammen, das ich Mama und Hermi mit nach Hause geben werde. Es scheint zwar nicht viel, ist es aber doch. Mit meinen 20 Kilo hätte ich mein ganzes Drum niemals nach Hause bringen können. Ich glaube ja jetzt noch, dass das alles nicht in meinen Koffer passen wird!! Wir gehen dann in Nakai, bei mir um die Ecke in ein nettes kleines Izakaya. Bin schon sehr traurig, dass die beiden jetzt wieder weg sind :( Aber wir hatten wirklich eine großartige Zeit, eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse, die ich alleine sicherlich nicht gehabt hätte. Vielen Dank für alles!!
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