Normalerweise habe ich eigentlich nie mit Kunden Kontakt, außer vielleicht mal einen Tee servieren. Schon allein weil ich dann immer total nervös bin und kaum ein Wort rausbringe - lieber gar nichts sagen, als am Ende noch die falsche Höflichkeitsform anzuwenden und den Kunden zu duzen oder noch schlimmer! (wobei mir so ein Fehler eigentlich auch in der Arbeit nicht mehr unterläuft, aber das sind halt so die typischen Zweifel wenn man nervös ist)
Am Donnerstag allerdings ruft mich Seiji-San auf einmal in den Demo Raum, als ein Kunde da ist. Es läuft laute Musik und Seiji fragt mich, was da gesungen wird? Ähh, keine Ahnung? Bis mir auffällt, dass es ein deutsches Lied ist von einer Gruppe namens "Die Zimmermänner". Noch nie gehört, aber ich darf dann erst mal alle möglichen Titel übersetzen (Sowas wie "Regenschirm im Regen" oder "Warum schmust du nie mit meinem Gehirn?", als ob es nicht eh schon schwer genug wäre, Dinge vom deutschen ins japanische zu übersetzen!). Daraufhin schieben sie mir noch eine zweite CD hin, "2 Raumwohnung", ob ich das kennen würde. Aber Hallo! Auf jeden Fall will der Kunde die beiden Dinge in Japan rausbringen.
Eine Stunde später kommt Seiji-San aus dem Demo-Raum raus und fragt, ob ich die Kontaktdaten der beiden Gruppen herraussuchen kann. Logisch, geht auch ganz schnell, bring ich Ihnen rein. Daraufhin die Frage: Kannst du vielleicht die E-Mail an die schreiben, kommt doch gut, wenn es auf Deutsch ist, oder? Ich darf dann also wahrscheinlich die super Keigo (höflichstes japanisch überhaupt) E-Mail auf deutsch übersetzen und an 2raumwohnung schreiben. Oh man, ich liebe meine Arbeit haha
Bin ich ja mal gespannt ob ich, wenn ich das nächste mal in Japan bin 2 Raumwohnung auf meine "deutsche Lieder im Kraoke"-Liste (die aus 99 Luftballons und Moskau besteht) hinzufügen kann!
Am Freitag treffe ich mit mit Ella und Adam, die ich auf der Seijinshiki kennengelernt habe auf einen Kaffee und danach Sprachschule. Eigentlich wollte ich danach mit Yusa weggehen, die meldet sich aber nicht, also stehe ich 1 1/2 Stunden am Hachiko in der Kälte rum, weil ich hoffe, dass doch noch irgendjemand irgendwas macht. Letztendlich fahre ich nach Hause und telefoniere 6 Stunden mit Felix. Am Samstag fahre ich mit dem Fahrrad fast bis nach Shibuya. Da ich eher planlos in der Gegend rumgefahren bin, muss ich wirklich mal den schnellsten Weg auschecken, bin mir nämlich sicher, dass ich in einer halben Stunde bis 40 Minuten bis nach Shibuya fahren könnte. Am Abend treffe ich mich mit Etienne und ein paar anderen TouDai Austauschstudenten und gehen in ein Izakaya und danach noch ins BeatCafé. Sonntag dann wieder mit derselben Truppe unterwegs, in der Gay Bar in Shinjuku und danach noch ins „Arty Farty“ ein schwulen Club gleich um die Ecke. Wir lernen „Gina“ eine wundervolle Drag Queen und Tetsuya, einen Japaner, den ich eigentlich nur mit einem Wort beschreiben kann - AWESOME! -, kennen und sogar Justus kommt später noch. Wir fahren alle brav mit der letzten Bahn nach Hause, obwohl Justus und ich eigentlich nicht wollen, aber manchmal unternimmt in dieser Stadt einfach niemand was.
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