Ich hole Nefi und Thezi in Shin-Ookubo ab, was nicht weit von mir weg ist, ein Koreaner Viertel, in dem die Sprachschule von den beiden ist. Ich habe einen Friseur gefunden, zu dem wir von dort aus hinlaufen können und so betreten wir total nervös und aufgeregt den japanischen Friseursalon. Die Frage „Wir haben keinen Termin, ist das trotzdem ok?“ erledigt sich eigentlich von selbst, da wir die einzigen anwesenden sind. Nefi kriegt den alten Chef, während ich mich die ganze Zeit mit meinem jungen, eigentlich ganz süßen Friseurlehrling unterhalte. Der übliche Smalltalk, wir reden über Deutschland, er fragt nach Fußball, ob ich schonmal ein Spiel angeschaut habe. Ja, habe ich. Pause. Ob mein Freund mich dahin mitgenommen hat. Nein, ich bin mit Freunden gegangen. Pause. Ob ich einen Freund habe, seitdem ich in Japan bin. Nein, habe ich nicht. Pause und selbst Thezi, die zwar kein Wort der Unterhaltung versteht, checkt sofort was los ist und kann sich das grinsen nicht mehr von den Lippen wischen. Jap, das hat mir doch etwas den Tag versüßt ;) Meine Haare sind im übrigen nicht spektakulär, nur hinten etwas kürzer. Muss wohl bald wieder zum schneiden gehen hihi
Wir laufen zurück nach Shin-Ookubo und fahren nach Shibuya, um uns mit den Schweden zu treffen, die Thezi im Echo kennengelernt hat. Nur hat Nefi das mit der Kommunikation ein bisschen verkackt, denn es taucht nur der eine auf und ist auch ziemlich überrascht, dass wir zu dritt sind, denn er hat wohl eher ein Date mit Nefi erwartet haha Als wir ihn fragen wo wir hingehen antwortet er mit der Gegenfrage „Wenn ihr euch entscheiden müsstet, würdet ihr ein Gefängnis oder eine Irrenanstalt wählen?“. Ich wähle Gefängnis, Nefi und Thezi die Irrenanstalt, aber da das Gefängnis-Theme-Izakaya näher ist, fällt die Entscheidung doch darauf. Der Eingang erinnert ein wenig an die Gruselshow in Madame Tussaud und bringt mich sogar einmal ziemlich heftig zum schreien. Eine als Polizisten verkleidete Japanerin führt Nefi und mich an Handschellen gekettet zu unserem Tisch, der aber kein normaler Tisch ist, sondern ein „Kerker“ mit Gitterstäben als Tür und einmal die Stunde geht das Licht aus eine japanische Stimme ertönt „Die Monster sind ausgebrochen“. Dann kommen Zombie‘s und erschrecken dich in dem sie die Türen auf und zu schlagen oder von den Fenstern von draußen die Hände reinstrecken. Überall hört man kreischende japanische Mädchen, wir lachen die meiste Zeit. Amüsanter Laden und Moein, der Schwede ist ein super witziger Kerl.
Ich liebe dieses Land haha
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