Samstag, 16. Januar 2010

The Office

In den letzten Tagen ist mal wieder nicht viel spannendes passiert. Am Montag wollte ich mich nach der Seijinshiki mit Aoi noch auf 2 Bier treffen, leider bleibt es ja niemals dabei.. Jetzt weiß ich zumindest, dass eine Taxifahrt von Kichijouji aus zu mir knapp 5000Yen (etwas mehr als 37Euro) kostet .. das mache ich also nie wieder haha Dienstag dann Arbeit und gestern habe ich mich außer für einen kurzen Essenseinkauf im Konbini nicht aus dem Haus bewegt.

Also nutze ich es mal, um etwas mehr über meine Firma zu erzählen. Wie schon öfters erwähnt, herrscht hier ja - Gott sei Dank - nicht das für japanische Firmen typische, strickte Hierarchie System, weil es ja Musikszene ist, sind auch deswegen wahrscheinlich alle etwas lockerer, aber im Grunde lernt man dann halt doch so einiges über einen japanischen Betrieb. Ziemlich witzig finde ich es zum Beispiel, dass, wenn jemand zu einem Meeting oder Treffen oder was auch immer außerhalb muss und wieder kommt, immer die Floskel "Okaeri" fällt, was so viel bedeutet wie "Willkommen zu Hause". Auch sonst benutzt man das Verb für "nach Hause kommen" ziemlich oft im Zusammenhang mit der Firma.

Auch ziemlich interessant (für mich zumindest) ist die Sprache, die hier benutzt wird. Aber mit den etlichen Höflichkeitsstufen im japanischen möchte ich jetzt eigentlich niemanden langweilen. Ist nur immer wieder witzig, wie meine Kollegen, die mit mir ja ganz normal reden am Telefon auf einmal ne super weiche Stimme kriegen und super Höflich reden :D

Klasse ist auch, wenn die Post oder sowas in der Art vorbeikommt, um Päckchen abzuholen und dann alle wie im Chor rufen "Sumimasen", was eigentlich "Entschuldigung" bedeutet. Versteht das jemand?? Ich nicht haha Aber Sumimasen ist eh das allzeit Lieblingswort im japanischen. Im Wörterbuch ist das zwar unter Entschuldigung zu finden, in Wirklichkeit hat es aber weitaus mehr Bedeutungen, z.B.: Danke, Nein, Hallo und Tschüß!

Während ich immer brav um 7 nach Hause gehe (was meiner Meinung ja schon spät ist), bleiben eigentlich bis auf 2 Außnahmen (der Chef geht manchmal sogar kurz vor mir! Und Jin-San meistens kurz nach mir.. behauptet er zumindest) alle immer länger ... viel länger. Jin-San meinte sogar, es kommt nicht all zu selten vor, dass die bis 2 Uhr morgens arbeiten. Und das ist noch nicht mal außergewöhnlich. Verrückte Japaner!


Das ganze habe ich im übrigen am Donnerstag geschrieben, kam aber nicht dazu, es abzuschicken: Hab einen Anruf von Aoi bekommen, sie und Etienne gehen noch ein Bier in Kichijouji trinken. Ok, aber diesmal wirklich nur eines!! .. Man lernt ja doch nicht aus seinen Fehlern ;) Wenigstens habe ich dieses mal nicht das Taxi genommen, sondern bin einfach bei Aoi geblieben!

Jetzt ist es Samstag morgen und ich packe gleich mein Zeug und fahre dann nach Ibaraki, also nach Mito, denn morgen bin ich ja auf eine Hochzeit eingeladen.

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