Freitag, 25. März 2011

Das Beben und danach

Ich habe lang überlegt, ob ich den Text veröffentlichen soll, oder nicht. Es ist mir eigentlich zuwider, mich in dieser Situation selbst zu vermarkten. Trotzdem glaube ich, dass viele Leute wissen wollen, was mir passiert ist. Es geht hierbei nicht um Fakten, Insider Infos oder sonst irgendetwas. Sondern nur darum, was ich erlebt habe. Bis auf Grammatik, Rechtschreibung und die kursiv geschriebenen Erklärungen habe ich nichts an den Tagebuch-Einträgen geändert. Die Fakten, die darin stehen sind nicht unbedingt richtig, sondern so, wie ich sie verstanden habe.

2007 habe ich 4 Monate bei einer jap. Gastfamilie gelebt und bin auf eine jap. High School in Ibaraki gegangen. 2009/2010 habe ich 8 Monate in Tokyo gelebt und mit einem Working Holiday Visum ein Praktikum gemacht. Aufgrund von Semesterferien wollte ich vom 1. März bis 30. März in Japan meine Gastfamilie und Freunde besuchen.

Okaasan ist meine Gastmutter.




11.3 Tag des Bebens

Mein vermeintlich letzter Tag in Kita-Ibaraki. Okaasan bringt mich zu Takahashis (Ein mit meiner Gastfamilie befreundetes, älteres Ehepaar) und fährt selber nach Hitachi. Wir gehen Yakiniku essen, fahren in der Gegend rum und schauen uns Sachen an.

Um kurz vor 3:00 Uhr fahren wir nach Otsuko an den Hafen, um das Meer anzuschauen. Wir fahren die Hafenstraße entlang, höchstens 10 Meter vom Wasser entfernt. Es sind keine anderen Autos unterwegs. Erst denke ich, sein Fahrstil ist gewöhnungsbedürftig. Dann denke ich, er macht Späße, weil die Straße so groß und breit ist und frage mich, wie er es hinkriegt, dass das Auto so unkoordiniert herum hüpft. Dann schaue ich zu dem Klippen am Meer und denke erst mal gar nichts mehr. Eine riesige gelbe Staubwolke entsteht, als ein Teil der Klippe ins Wasser fällt. Erdrutsch! Erdbeben! Raus aus dem Auto! Das macht die Sache auch nicht besser, denn die Straßen reißen auf. Das war‘s. Ich ertrinke. Da bin ich mir sicher. Die Leute kriegen Panik und laufen rum. (Die Leute am Hafen haben Angst um ihre Schiffe) Kurzer Wortwechsel zwischen Takahashi und irgendwelchen Leuten vom Hafen. Es hört auf zu Beben, also schnell ins Auto und weg vom Wasser, weg vom Hafen. Ich verstehe die Nachrichten im Radio nicht. Gott sei Dank, denn später sagen sie mir, es hieß, dass innerhalb 10 Minuten ein Tsunami kommen sollte. Schaut man in Richtung Berge steigt überall gelber Staub und Rauch auf. Die Straßen sind alle aufgerissen, die Ziegelsteine fallen von den Dächern. Auch wenn viel mehr als sonst auf den Straßen los ist (und obwohl die Ampeln nicht gehen), kommen wir relativ gut bis nach Isohara (So weit hoch, dass uns kein Tsunami mehr treffen kann). Dann bebt es wieder. Warnblinker an und stehen bleiben. Und hoffen, dass es gleich wieder aufhört. Während wir den Berg weiter hochfahren, bebt es Gott sei Dank nicht. Als wir ankommen fängt es wieder an. Wo soll man hin, wenn die Erde unter einem nachgibt? Wir stehen vor dem Haus, wie auch alle Nachbarn. Auf die Straße stellen, damit nichts auf einen drauf fällt. Möglichst nicht unter irgendwelche Stromleitungen. Es bebt und bebt immer wieder, kurz und stark. Das Haus ist von Außen Gott sei Dank nicht beschädigt. Ich traue mich trotzdem nicht rein. Irgendwann wird es kälter und kälter und die Beben schwächer (stimmt nicht, aber man gewöhnt sich mehr an sie). Es ist sicher schon eine Stunde seit dem großen Beben vergangen. Wir räumen drinnen auf, hängen Dinge von den Wenden ab, kleben die Schränke mit Tape zu, kehren Scherben auf. Handys funktionieren nicht, also kann ich Okaasan immer noch nicht erreichen. Es bebt immer noch alle paar Minuten, am Anfang renne ich jedes mal raus, irgendwann kriegt man ein Gespürt dafür, wie groß es ist. Wir hören die ganze Zeit Radio und ich fange an die Dinge, die die Nachrichtensprecher sagen, zu verstehen. Das Zentrum des Bebens hat sich über 300 km von Miyagi über Fukushima nach Ibaraki gezogen (Stimmt nicht, dass Epi-Zentrum des Bebens war auf Höhe von Sendai, einige Kilometer weiter östlich im Meer). Die Auswirkungen waren in ganz Japan zu spüren. Shindo 7, Magnetude (Richter-Skala) 8,irgendwas. Tsunami-Warnungen überall an der Westküste. Bis zu 20m hoch. Von Okaasan immer noch nichts gehört. Mir ist schlecht. Ich würde gerne weinen, aber ich verkneife es mir. Bin ja ein großes Mädchen. Es ist sau kalt. In Japan gibts ja keine Heizungen, sondern nur Aircons, die man auf warm stellt. Allerdings geht kein Strom, also nix mit Aircon. Es läuft auch kein Wasser. Gott sei Dank haben Takahashis so einen Heizstrahlen, der mit Öl betrieben wird. Es wird dunkel. Stockdunkel. Bis auf ein zwei Taschenlampen und die Scheinwerfen der Autos ist nichts zu sehen. Weil es drinnen so kalt ist, bleiben viele Leute draußen bei laufendem Motor im Auto sitzen.

Sie wollen Essen machen. Gyouza. Ich könnte allein bei dem Gedanken schon kotzen. Mir ist so übel. Aber sie sagen es ist wichtig zu essen. Wo sie Recht haben, haben sie Recht. Allerdings komm ich gar nicht erst zum Essen, da Okaasan auftaucht. Endlich! Sie war während dem Beben im Auto, kurz vor Hitachi, ist dann sofort umgekehrt und hat aufgrund von Verkehr und Umleitungen vom Meer weg 3 Stunden zurück gebraucht. Die Große Frage: Ist das Haus und unsere Sachen ok? Taschenlampe eingepackt und los.

Es ist stockdunkel, von Außen sieht das Haus aber ok aus. Die Nachbarn scheinen alle geflohen zu sein, keine Autos, keine Lichter, nichts. Als wir die Tür aufmachen, sind im Eingang überall scherben. Wieso muss sie auch überall Blumen aufstellen? Ab ins Wohnzimmer. Ich packe so schnell es geht die wichtigsten Sachen zusammen: Handys, Ipod, Aufladegerät, Pass, Geld und möglichst warme Klamotten, was mir nur so halb gelingt, da ich natürlich meinte ich muss im März nach Japan nur Kleidchen mitnehmen .. hmm ..

Okaasan packt ihr Zeug zusammen. Das Wasser funktioniert noch, wir gehen beide aufs Klo und trinken noch ein Glas. Die Dinge, die uns bei dem spärlichen Licht auffallen, räumen wir zusammen auf. Die Beben sind schwach aber kommen immer noch im 10 Minuten Abstand. Es ist so dunkel, dass ich das Gefühl habe, das Haus und wir samt dem könnten jederzeit vom Tsunami erwischt werden. Aber auf der Straße weiter unten fahren Autos, also kann das nicht sein.

Wir fahren zurück zu Takahashis. Auf den Straßen liegen überall Steine von zerstörten Mauern. Es ist niemand mehr unterwegs. Wir kommen an und ich würge mir 2 Gyouza und ein bisschen Reis rein. Die ersten SMS aus Deutschland kommen an: „Bist du ok? Wo bist du?“ „Ja, alles ok.“

Mir geht es sichtlich schlecht und der Fakt, dass ich nicht esse beunruhigt die Japaner. „Keine Sorge, auch morgen wird die Sonne wieder aufgehen.“

Also versuchen wir zu schlafen. Halb unterm Kotatsu, halb unterm Futon zugedeckt. Komplett angezogen, Geld und alle wichtigen Sachen in der Jackentasche, in der einen Hand das Handy, in der anderen die Taschenlampe. Nachbeben kommen die ganze Zeit. Am Anfang schreckt man noch jedes mal auf, macht die Taschenlampe an und will losrennen. Jedes mal wenn man gerade eingenickt ist, wird man durch das Rütteln wieder aus dem Schlaf gerissen. Das Radio läuft die ganze Nacht. Mit einem Ohr höre ich die Durchsagen:

„Tsunami in Miyagi-ken, Fukushima-ken, Ibaraki-ken. Entfernen sie sich vom Wasser und fliehen sie an einen weit oben gelegenen Ort.“ Ding Ding Ding! „Erdbeben Warnung. Ein großes Nachbeben in Nagano-ken, Niigata-ken.“

Das Zentrum scheint sich nach Westen verschoben zu haben. Das Geklingel der Radio Warnungen wird zum Alptraum. Man weiß, jetzt kommt wieder eines. Die Stimme, des Radiomoderators rauscht, so muss man sich wohl während den Bombenwarnungen im Krieg gefühlt haben. Was für eine grauenvolle Art zu schlafen. Ich träume ich bin in Schönstein (Ein Ort im Bayrischen Wald, wo ich als Kind oft das Wochenende verbracht habe). Wohl mein „Safe-Place“. Ich werde von einer bösen alten Frau verflogt, sie schmuggelt mir eine Bombe in Form eines Handys unter. Ich erkenne den Unterschied gerade noch und werfe das Handy in einen See. Es explodiert. Ich wache auf. Die Erde bebt.




12.3 1. Tag nach dem Beben

Sobald es hell wird, stehen wir auf. Wir grillen Mochi auf dem mit Öl betriebenen Heizkörper. Takahashis haben kein Wasser mehr, also fahren wir heim um welches zu holen. Leider zu spät, denn auch hier kommt keines mehr aus dem Wasserhahn. Wir räumen weiter auf, fahren zurück zu Takahashis und verabschieden uns. Dann fahren wir in die Stadt. So schlimm sieht es nicht aus, aber alles hat geschlossen und vor den Konbinis oder Supermärkten, die offen haben, stehen die Leute in einer langen Schlange an. Wir fahren wieder heim. Es ist 8 Uhr. Wir warten. Gegen 12 fahren wir wieder los. Es ist immer noch viel los, aber wir haben Glück und müssen nicht lange anstehen und können was zu Essen kaufen. Wir fahren wieder heim und essen zu Mittag. Ich bin am Ende meiner Kräfte und schlafe für 3 Stunden. Es bebt immer noch alle paar Minuten. Ich wache gegen 4 auf. Keine Nachrichten zu hören bringt uns um, also wieder ins Auto, Radio an und Richtung Hafen. Als wir in Otsuko ankommen, sind wir geschockt. Die Straßen sind verdreckt und aufgerissen. Wieso ist alles so schmutzig? Dann kommt es uns. Das Wasser ist bis hier hin gestiegen. Okaasan hat Familie, die direkt am Meer lebt. Wir fahren Richtung Hafen weiter. Die Häuser sind alle eingestürzt, wir kommen nicht weiter, also steigen wir aus und gehen zu Fuß. Alles ist feucht, alles ist eingestürzt, alles ist zugemüllt. Autos liegen herum wie Spielzeug. Auf dem Kopf, übereinander, an Wände gelehnt. Mir ist schlecht. Wir rennen bis zum Hafen. Okaasans Onkel räumt in dem komplett zerstörten Haus rum. Alle leben, nur der Hund ist gestorben.

Der Hafen. Hier stand ich, als das Beben geschehen ist. Die Schiffe liegen verkehrt herum auf der Straße, Okaasan stolpert über Fischernetze die am Boden rumliegen. Es ist Chaos, ein riesen Chaos. Wir kehren zum Auto zurück. Wir treffen auf eine Frau, bei der Okaasan immer Blumen kauft. Der Laden ist zerstört. Sie schlafen alle in der Schule. Es ist kalt. Wir haben alle Tränen in den Augen. Aber die Blöße gibt sich niemand. Wir gehen zurück zum Auto und fahren nach Isohara, wo Okaasan auch Familie direkt am Meer hat. Es wird dunkel. Der Tsunami ist nicht bis zu dem Haus gekommen. Gott sei Dank! Sie geben uns Wasser und sagen, dass es in Iwaki noch Benzin gibt. Wir fahren heim, essen. Okaasan macht viel zu viel. Sie ist viel zu verschwenderisch, ich würde am liebsten gar nichts essen (und somit alles schlecht werden lassen). Ich nehme an wir ergänzen uns gut.

Es ist 7. Trotz Mittagsschlaf bin ich tot müde. Es ist stockdunkel und es gibt nichts zu tun. Also legen wir uns schlafen. Die Beben kommen immer noch im 20-30 min Abstand. Wir schlafen von 8 bis es hell wird um 6.




13.3 2. Tag nach dem Beben

Wir fahren morgens los, kaufen ein. Zeitung. Ein wenig Information. Das ist eine Erleichterung. Von Deutschland kommen grauenvolle Nachrichten. AKW explodiert, ich soll fliehen. Die Frage ist wie? Ohne Wasser, ohne Strom, ohne Zug, ohne Benzin. Wir finden ein Telefon, rufen Okaasans Schwester, das Krankenhaus an. Mama schickt mir die Nummer der Botschaft, also rufe ich an. Sie sagen, sie können mir die Entscheidung nicht abnehmen, aber ich soll mir überlegen, das Land zu verlassen. Auf die Frage „Wie?“ haben sie keine Antwort. Aus Deutschland Panik Nachrichten. Mir ist schlecht. Was soll mir das jetzt bringen, dass sich alle Sorgen machen? Außer das es mir noch schlechter als eh schon geht. Mir kommen im Auto die Tränen. „Du musst jetzt stark sein“, sagt Okaasan. „Weinen bringt da nichts!“

Wir fahren nach Iwaki, in Richtung AKW, aber finden die besagte Tankstelle nicht. Wahrscheinlich gibt es eh schon kein Benzin mehr. Wir fahren zurück. Ich wasche mir die Haare. Wer hätte gedacht, dass das mit so wenig Wasser geht. Faszinierend. Nach dem Essen gehen wir wieder Wasser bei Okaasans Familie holen. Es ist 3. Die Zeit vergeht aber auch überhaupt nicht. Also schlafe ich wieder. Ich bin nicht unbedingt müde, aber erschöpft. So erschöpft. Als ich um 6 aufwache ist es schon fast dunkel. Wir kochen. Wieder zu viel. Ich bin still und esse brav. Es ist faszinierend, wie viel sie mit so wenig Sachen zubereiten kann. Wir lesen die Zeitung. Die Bilder sind schlimm. Das AKW ist 80-90km entfernt und es heißt sie versuchen die Sache unter Kontrolle zu halten.

Wir gehen wieder früh ins Bett. Es gibt ja nix zu tun. Es ist dockdunkel. Ich weine. Leise, so das Okaasan es nicht hört. Mein Mittagsschlaf war wohl doch zu spät. Ich kann überhaupt nicht schlafen. An was soll man in so einer Situation denken? Nichts trauriges, sonst kann ich nicht schlafen. Was schönes fällt mir aber irgendwie nicht ein.




14.3 3. Tag nach dem Beben

Wir wachen auf, kurz nachdem es hell wird. Futon in den Schrank. Ich wasche mich mit so wenig Wasser wie möglich. Machen wir uns nichts vor, ich stinke wahrscheinlich ohne Ende. Ich wasche meine Unterhosen und mein Schlaf T-shirt. Per Hand. Das ist ziemlich anstrengend. Dann Frühstück. Heut ist es schon weniger als sonst. Udon und eine Suppe. Wir fahren einkaufen, ein paar Sachen. Dann ans Telefon. Die Botschaft sagt, es gibt Möglichkeiten aus Ibaraki weg zu kommen, ich soll in einer Stunde nochmal anrufen. Ich rufe Viktor an, bei ihnen scheint alles ok zu sein. Ich sage es fahren keinen Bahnen. Er meint ich soll den Bus nehmen. Ich sage ich bin froh, wenn wir morgen noch was zu essen haben. Stille. Pass auf dich auf! Ja, ich melde mich, wenn es News gibt.

Vor einer Tankstelle stehen die Leute an. Okaasan will sich einreihen. Die Schlange der Autos ist ewig. Ich steige aus und gehe zum nächsten Telefon, rufe die Botschaft nochmal an. Während ich warte sprechen mit Leute an. Beruhigend zu wissen, dass sie ein ausländisches Mädchen nicht alleine lassen würden. Die Botschaft sagt mir, dass von Mito (Hauptstadt der Präfektur Ibaraki, ca. 150km nördlich von Tokyo und 60km südlich von mir), aus ein Bus fährt. Bis dahin muss ich mich leider alleine durchschlagen. Was Strom und das AKW angeht hätten sie leider keine weiteren Infos. Sie wünschen mir Glück. Das wars. Mehr nicht. Da ich bis Mito einfach nicht komme, wars das wohl.

Wir fahren heim. Es gibt nichts zu tun und wir erfahren hier ja auch nichts neues, also fahren wir Wasser holen und eine Zeitung kaufen. Dann fahren wir ins Rathaus. Im Radio heißt es, dass AKW ist explodiert und die Evakuierungszone ist auf ganz Iwaki erweitert (Die Stadt Kita-Ibaraki, in der ich bin, grenzt an Iwaki). Ibaraki ist wohl noch ok, aber die Leute sagen schon, man sollte wohl besser fliehen. Wahrscheinlich ist es eh schon zu spät. Ich trage brav Maske.

Im Rathaus kann man sein Handy aufladen. Okaasan und ich stellen uns an. Typisch japanisch, top organisiert. 10 Personen, je 1 Handy, Aufladegerät selber mitbringen, falls man keines hat, können sie begrenzt ausleihen. 5 Minuten. Mehr nicht. Dann wieder neu anstellen. Ich höre auf zu zählen, wie oft ich mich anstelle. Wir sind sicher 4 Stunden hier. Immer 5 Minuten. In der Wartezeit schreibe ich das hier. Manchmal ist wenig los, dann kan man zweimal hintereinander. Dann ist es wieder voll und man muss länger warten. Ich höre die Anweisungen des Typen zum x-ten mal. Aber mir solls recht sein. Zuhause gibts ja eh nix zu tun und so kann ich mich wenigstens bei Mama und Papa melden ohne Angst zu haben, dass der Akku gleich leer ist. Im Rathaus geht die Spülung...

Wir Unterhalten uns mit den Leuten die anstehen. Es gibt viele, die im Rathaus unterkommen, weil ihr Haus zerstört ist. Vor allem die Frauen mit kleinen Kindern haben Tränen in den Augen. Zusammen sein spendet Trost.

Um 5 hören wir auf und fahren heim. Als wir reinkommen brennt das Licht im Bad. Strom!! Auch wenn unsere Handys jetzt schon aufgeladen sind, hängen wir alles an, was geht. Fernseher an, er funktioniert nicht. Dann eben Radio. Es dauert eine Weile, bis wir einen gut verständlichen Sender finden. Dann Mama anrufen. Dann Papa. Beide sind ganz aufgelöst, aber am Ende des Gesprächs geht es uns allen gut. Man darf nicht vergessen, dass die Japaner top organisiert sind und sich bisher bei Krisenbewältigung immer mehr als gut geschlagen haben. Das beweist ja das Panik nichts bringt und Ruhe bewahren das beste ist. Ich schreibe Nodoka und den Mädels. Wir kochen Reis. So viel es geht. Wer weiß wie lange wir noch Strom haben. Zum Abendessen gibt es wie immer zu viel. „Andere Menschen haben gar nichts zu essen, also iss!“ Sie hat Recht und ich stopfe mir das Zeug rein. Sie telefoniert mit Otousan (Ihrem Mann, der in Reha weiter südlich ist), Miho (Ihrer Tochter, die in Amerika ist) und ihrer Schwester (die in Yokohama wohnt). Ich schlafe gegen 9, während sie noch telefoniert ein. Als sie ins Bett kommt (wir schlafen nebeneinander in Futons im Wohnzimmer), sagt sie, dass es am 16. ein schweres Nachbeben geben soll. Ich habe ein mulmiges Gefühl. Dann liegt bestimmt wieder alles lahm. Wir lassen Nachts das Radio laufen und das Fenster aufgesperrt.

Es kommen mehrere schwere Nachbeben, die mich heftig au dem Schlaf reißen. Wie in der ersten Nacht sind wir jedoch durchs Radio informiert. Im Halbschlaf höre ich wieder das „Beben-Warnungs-Klingel“: Ding Ding Ding! Erdbeben in Nagano-ken, Yamagata-ken, Niigata-ken.




15.3 4. Tag nach dem Beben

Als ich aufwache und mein Handy anmache, habe ich lauter SMS von Freunden aus Deutschland bekommen. Das ich antworte hat sich wohl rumgesprochen. Da wir noch Strom und ich somit vollen Akku habe, antworte ich brav.

In Fukushima ist schon wieder was explodiert, aber das sind ja mittlerweile gar keine Neuigkeiten mehr. Wir haben allerdings falls wir fliehen müssen im Auto Getränke, Masken und Tücher verstaut. Das Frühstück wird spärlicher. Gewürzter Reis. Das Wasser aus dem Bad, was wir bisher zum Spülen genommen haben ist bald leer. Okaasan meint wir können immer noch das Trinkwasser nehmen. Ich mache mir lieber in die Hosen, bevor ich mehrere Liter Trinkwasser für Spülen verschwende! Wir fahren los und stehen vorm Drugstore an. Okaasan hat gestern gehört, dass es um 9 aufmacht. Tut er aber nicht. Ich finde warten sinnlos und würde lieber nach Benzin suchen, weil das Gerücht umgeht, dass eine Tankstelle offen hat, aber im Endeffekt hab ich ja nichts zu sagen und wir warten. Nach 1,5 Stunden wird der Laden geöffnet. 5 Personen, 5 Minuten. Wie immer top organisiert. Wir rennen rein, eine Angestellte uns hinterher. Sie schreibt auf was wir kaufen, den Preis und passt auf, dass es nicht zu viel ist und wir uns an die Regeln halten. Wir kaufen Cup-Ramen, Reis, Chazuke, Toilettenpapier, Wasser, Tee. Dann kommt die Durchsage: Bitte alle zur Kasse. Unsere tussi gibt den Zettel ab, die Leute rechnen zusammen, wir zahlen und raus. Sobald das Zeug im Auto ist, lachen wir uns erst mal den Arsch ab. So nen krassen Einkauf hatten wir beide wohl noch nie. Dann Wasser holen, zu ihren Verwandten. Die sagen uns wo es Öl gibt. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Bahnhof vorbei. Zwei Taxis stehen davor. Wir werfen uns einen viel sagenden Blick zu, steigen aus und ich renne zum Taxi. „Fahren sie bis nach Mito?“ „Ja, aber das dauert.“ Wen kümmert Zeit? Ob ein oder zwei Stunden, ist mir doch egal! Wir lassen uns erst von ihm zu dem Ort, wo es Öl gibt fahren. Dann zurück zum Bahnhof, mit dem eigenen Auto zum Rathaus, denn da geht die Spülung ja. Ein Segen. Aber so geht es ja allen.

Zuhause nehme ich Kontakt mit Viktor und der Botschaft auf. Dann geht alles ganz schnell. Ich stopfe mir Nudeln rein, schmeiße alles in meinen Koffer, gehe aufs Klo. Okaasan ruft das Taxi an und wir gehen raus. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich hätte gedacht ich muss weinen, aber wir reissen uns beide zusammen. Ich sage es tut mir Leid, dass ich sie alleine lasse. Sie sagt sie kommt klar und es tut ihr Leid, dass sie nicht mitkommen kann. Wir umarmen uns. Auf japanisch. Ich entschuldige und bedanke mich. Das Taxi kommt, ich steige ein, sie erklärt dem Taxifahrer alles und wir fahren los. Winken. Bis ich um die Ecke bin. Das ist das erste mal, dass ich mir sicher bin, dass ich sie nie wieder sehe. Vom Taxi aus telefoniere ich wieder mit der Botschaft. Die sagen Narita ist offen. Mama sagt das auch. Also vielleicht doch eher zum Flughafen (und nicht nach Tokyo zu Viktor und Moein)? Es ist wahnsinniger Verkehr. Die Leute stehen Kilometer weit an den Tankstellen an. Wir fahren an den Schlangen vorbei. Wir brauchen ewig bis nach Mito. Über 3 Stunden. Es kostet knapp 20.000Yen.

Mito sieht aus wie in einem schlechten Film. Vielleicht liegt es auch am Wetter. Alles ist grau, geschlossen. Die Straßen sind komplett zerstört. Die wenigen Leuten, die unterwegs sind tragen Maske und schauen auf den Boden, während sie die aufgerissenen Wege englang gehen. Es ist ein Alptraum! Als ich am Bahnhof ankomme ist nix mit Zug, nix mit Bus nach Narita (Die Informationen der Botschaft waren also falsch). Am Bus nach Tsukuba steht eine riesen Schlange. Ich reihe mich ein. Ich warte knapp 1,5 Stunden, dann fahren wir los. 2 Stunden nach Tsukuba. Ich fühle mich schlecht. Ich schreibe mit Jin. Er sagt, er ist froh, dass es mir gut geht. Er ist krank. Schon länger. Aber er sagt mir nicht, was es ist. Jetzt gehts mir noch schlechter. Mama sagt ich soll nach Narita, zum Flughafen. Also probiere ich es. Der Taxi Fahrer (in Tsukuba) sagt er fährt mich. Es dauert knapp 2 Stunden und kostet ca. 17.000Yen. Wir unterhalten uns die ganze Zeit. Er sagt ich soll den Deutschen erklären, was mir passiert ist und nichts verheimlichen.

Ich komme gegen 9 in Narita an. Viele Menschen. Alle Schalter sind geschlossen. Ich telefoniere mit Mama. Sie sagt sie ruft zurück. Ich warte. Gute Nachrichten, sie hat einen Flug. Morgen, 12:10. Direkt nach München. Wenn alles gut geht. Economy. 5000Euro. Da brauch ich mir um ein paar Cent beim Handy oder Taxi echt keine Gedanken mehr machen. Ich habe Internet und Strom. Das allein erleichtert mich schon total. Ich rufe auch Papa und Oma an. Der Platz, wo ich sitze wird mir zu laut, also suche ich gegen 12:00 etwas ruhigeres. Als ich die Halle entlanglaufe schaut mich eine junge Westlerin an: „Reist du alleine?“ Ja. „Willst du dich zu mir setzen?“ Ja.




16.3 5. Tag nach dem Beben

Wir reden, sie ist Norwegerin, reist mit einer Freundin, beide machen Phd in Bio. Sie sind schon länger an allen möglichen Orten unterwegs und hatten einen totalen Horror-Trip. Überall nur Katastrophen. Während dem beben waren sie bei einer japanischen Freundin in Tokyo. Der Gipfel des Eisbergs. Dann fasse ich meine Geschichte zusammen. Sie sagt sie ist froh, dass sie ja dann doch noch Glück hatte. Wir schlafen alle nicht wirklich. Aber es geht uns gut. Wir sind zuversichtlich. Um 5 gehen die Lichter an. Wir schauen auf die Flugtafel. Zwei Flüge sind schon gecancelled. Die Angst kommt wieder hoch. Mir ist schlecht. Ich bin müde. Ich bin 24 Stunden wach, habe seit 17 Stunden nicht mehr richtig gegessen und bin sichtlich am Ende. Mama sagt der Flieger geht. Ich leihe mir einen Stift. Aber selbst schreiben bringt nicht mehr viel Trost. Noch ein bisschen durchhalten. Nicht weinen. Du schaffst das!




Nachtrag:

Sobald die Check-In Schalter geöffnet hatten, ist Chaos am Flughafen ausgebrochen. Es waren so viele Menschen, denen die Verzweiflung tief ins Gesicht geschrieben war. Jeder wollte einfach nur noch aus diesem Land raus. Vor mir am Lufthansa Schalter wurden viele Leute abgewiesen, deren Flüge gecancelled wurden. Die Norwegerinnen hatten Glück. Ihr Flug nach London eine halbe Stunde vor mir, ging reibungslos. Wir haben uns am Check in getrennt. Als ich mein Ticket in der Hand gehalten habe, muss ich so fertig ausgesehen haben, dass mich die Frau vom Bodenpersonal besorgt angeschaut und gefragt hat, ob es mir gut geht. Ich hatte noch Getränke, die ich nicht mit reinnehmen durfte. Ich wollte sie wartenden Leuten geben. Die haben gesagt, ich soll sie wegschmeissen. Während andere Leute in Japan kein Wasser haben. Alles läuft reibungslos und als ich im Flieger sitze, ziehe ich mir eine Maske an und senke den Kopf. Ich habe selbst als das Flugzeug fährt immer noch die Angst im Nacken. Wenn ein starkes Nachbeben kommt, hätte alles umsonst gewesen sein können. Erst als wir Abheben erlaube ich mir leise, den Blick gesenkt in meine Maske hinein zu schluchzen.

Mittwoch, 19. Mai 2010

IMSTA und Re-Entry

Am Freitag treffe ich mich mit Etienne um den Re-Entry Permit für Korea zu beantragen. Wir fahren nach Shinagawa, nehmen den Bus zu dem Office, irgendwo in Shinagawa/Industrie Area, nen hässlicheren und unpraktischeren Ort hätten sie sich auch WIRKLICH nicht aussuchen können. Es ist erstaunlich leer und wir fangen an Formulare auszufüllen, als auf einmal die Rollos von den Schaltern runtergefahren werden. Da sehe ich hinter Etienne ein fettes Schild das sagt, bis 16:00 Uhr. Blick auf die Uhr: 16:00 Uhr. Klaaaasse haha Wir füllen in Ruhe weiter aus, entscheiden uns gegen den Bus und machen einen Spaziergang zurück zur Station. Dann japanisch Unterricht, nach Hause und früh ins Bett. Am nächsten Tag trotzdem zu früh raus und zum Shinjuku Opera City Gebäude, wo das IMSTA Festa stattfindet. Habe da ja mit Aoi im Dezember schon gearbeitet und es kommt mir vor wie gestern, als wir das Wochenende dort zusammen verbracht haben. Ganz zu schweigen von der Messe!! Na ja, als ich ankomme, ist noch niemand da - klasse, Okudaira-San hat mich viel zu früh hinbestellt. Irgendwann tauchen dann alle auf, auch das Mädchen, mit dem ich dieses mal zusammen arbeite. Japanerin in Person, sie besitzt keinen Pass, war noch nie im Ausland, hat sogar noch nie mit einem Ausländer geredet. Das muss man sich mal vorstellen haha Dann kommen natürlich so fragen wie "Krass, Ausländer schminken sich auch?" oder "Hat man in Deutschland auch Handys?". Nein, nein, wir leben in Höhlen ohne Strom und jagen unser Essen, was im übrigen nur aus Frankfurter Würstchen besteht ;) Bis auf die Naivität war sie aber super süß und echt nett und wir hatten ein witziges Wochenende. Am Sonntag dann japanisches Aufräumen: Man kann sich das nicht vorstellen, die haben Fotos und Zeichnungen von den Räumen gemacht, damit wieder alles auf ZENTIMETER genau so aussieht wie davor haha Unfassbar!! Es dauert ewig bis alles blitzblank sauber ist und wieder millimeter genau dort steht, wo es verlassen wurde. Wenigstens kann man beim Aufräumen die geniale Aussicht über Shinjuku, bzw. die ganze Stadt genießen. Mit dem frisch verdienten Geld in der Tasche laufe ich dann nach Shinjuku, willig es auszugeben. Finde aber keine Schuhe in meiner Größe und auch sonst nichts spektakuläres, also fahre ich nach Hause und falle mehr oder weniger total fertig ins Bett.

Montag dann zweiter Versuch mim Re-Entry Permit. Etienne und ich kommen rechtzeitig an, es ist arsch viel los, wir müssen eine Stunde warten, haben dafür dann aber ohne Probleme unseren Permit. Seoul, ich kommeee!! Wir laufen wieder durch die wunderschöne Industriegegend zurück nach Shinagawa und gehen in Shibuya Okonomiyaki Essen. Danach unterricht, wieder mal eine äußerst Amüsant Stunde und ich stelle fest, dass ich auch nicht mehr lange Unterricht hab. Höchstwahrscheinlich aber noch Punkte und frage mich, ob ich da wohl nochmal was zurück erstattet kriege?? Hmm ... Am Abend kann ich wie so oft nicht einschlafen, mein Kopf ist übervoll mit Planungen, wen ich noch treffen muss, was ich noch machen muss, von wem ich mich verabschieden muss, blablabla. Mein Kopf ist kurz vorm Platzen, also fange ich an mir einen Plan aufzuschreiben, merke dass es nicht funktioniert und ändere wieder alles. Wenn mir jetzt nichts dazwischen funkt, habe ich aber einen ganz guten Überblick und müsste alles recht gut hinkriegen. Zeit verschwenden sollte ich aber nicht mehr und mich schon langsam ans Ausmisten/Aufräumen machen.

Heute in der Arbeit kümmere ich mich dann um mein Arbeitszeugnis, denn Jin hat es natürlich vergessen haha Er bemüht sich dann aber doch und jetzt habe ich zwei schöne Zeugnisse: Englisch und Japanisch. Am Abend fahre ich nach Ueno und treffe mich mit Viktor und Moein, nach langer Zeit. Vor allem weil Nefi mir auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen gemacht hat - Ist ja nicht so, dass ich sie nicht hätte sehen wollen, es kam nur einfach nicht dazu!! Wir sitzen auf jeden Fall im Stamm Koreaner und schwelgen in Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Nefi und Thezi ;) Und schmieden Pläne für den Sommer in Schweden .. mal sehen, ob das hinhaut haha

Samstag, 15. Mai 2010

Nichts rennt schneller, als die Zeit

Freitag Abend, früher raus um pünktlich zur Schule zu kommen, danach gleich nach Shinjuku um Ryu zu treffen. Wir gehen Essen und verpassen die letzte Bahn, sprich wir sitzen in Shinjuku fest und müssen uns die Zeit vertreiben. Wir pendeln von Bar zu Bar, denn alles macht nach der Zeit zu und schmeisst uns raus. Irgendwann ist es 4 und wir haben noch eineinhalb Stunden zu vertreiben. Ich denk mir, wir müssen was abgefahrenes machen, also gehen wir ins "Manga Café". Tagsüber gehen da wohl wirklich Leute hin, um Mangas zu lesen, nachts eher, um zu schlafen, denn es ist billiger als Hotel, sogar billiger als Kapselhotel. Wir müssen also in so nen stinkenden miefenden Keller und sitzen in einer winzigen Box, in der ein fettes Kissen ist, ein PC, ne Playstation und ein Fernseher, die durch eine 1 1/2 Meter hohe Wand von der nächsten Box getrennt ist. Man hört stimmen und Leute reden, schnarchen, pfurzen und was weiß ich alles. Man kann sich DVDs ausleihen, etc. etc. Und es gibt wirklich Leute, die da drin Leben. Das ist total krank. In diesem winzigen dunklen Kabuff und den ganzen Tag am PC sitzen. Japaner sind wirklich krank. Als wir die erste Bahn nach Hause nehmen ist es schon total hell und ich schlafe wie ein Baby zuhause. Am nächsten Tag dann Adams Geburtstag, ich treffe mich mit Nodoka in Roppongi und treffe dann Adam und die anderen. Wir gehen in einen Club ist ziemlich witzig, Roppongi Fancy Mässig und eigentlich mag ich ja die Atmosphäre in Shibuya lieber, aber es ist dann echt ganz cool. In japanischen Clubs ist einfach die Stimmung anders. Die Japaner finden dich cool, weil du Ausländer bist und die Ausländer freuen sich, andere Ausländer kennenzulernen. Man läuft einfach rum und ist nach 10 Minuten mit jedem aus dem Raum befreundet haha Außerdem sind die Barkeeper immer schwer amüsant. Ich beschaffe Nodoka gleich mal die Handynr. von einem, denn sie traut sich natürlich nicht haha Am geilsten: Als wir rein gehen, zeigt Nodoka ihre ID, dann heißt es, ob sie ne andere hat, denn auf ihrer ID wird in japanischen Jahren (Sie ist in Heisei 1 geboren, man zählt nach dem regierenden Kaiser) gezählt und das sagt dem Türsteher nix. Ok, wir sind ja auch nicht in Japan, ihr Deppen haha Nach dem Nodoka dann am nächsten Tag zur Arbeit gefahren ist, verbringe ich den Tag mit schlafen und gehe am Abend mit Justus noch was Essen. Gestern kommt Okaasan dann, wir fahren zusammen nach Asakusa uns den "Tokyo Sky Tree" anschauen, ein neuer Tower, der gebaut wird und den Tokyo Tower sozusagen ersetzen soll, weil er größer ist - meiner Meinung nach totaler Bullshit, denn er sieht total scheisse aus ;) Ich hetze in die Sprachschule und als ich heimkomme ist mein Kühlschrank zum ersten mal richtig gefüllt haha Wir gehen in das Sento, öffentliche Bad bei mir um die Ecke, was echt ganz cool war, vielleicht gehe ich da ab jetzt auch ab und zu alleine hin. Heute morgen dann Okaasan zur Bahn gebracht und in die Arbeit. Es regnet und ich komme wie immer mit klitsch nassen Füßen an. Ich muss was gegen das Loch in meinen Schuhen machen... Es wird am Abend noch schlimmer, denn ich treffe mich mit Etienne, Stephan und den anderen in Shibuya zum Abendessen, finden aber keinen Ort, der uns zusagt und laufen im Regen bis nach Ebisu. Danach sind meine Schuhe mehr als nass! Dafür ist das Izakaya, in dem wir sind, aber echt nett. Am Mittwoch treffe ich mit dann wieder mit Etienne, Erika und Shahenda in Shimo-Kita, wir gehen in ein Café und ein bisschen bummeln. Shahenda und ich überlegen uns spontan uns ne Dauerglättung beim Friseur machen zu lassen, kostet aber 10.000Yen und ist mir dadurch zu teuer. Am Abend kümmere ich mich so langsam um Gewisse Abschiedsdinge. Schreklich!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Golden Week

Nach der Bonsai Unterhaltung von letzter Woche, zeigt mir Yuasa-San am Mittwoch ganz stolz, dass er und Jin sich beide eine kleine Zimmerpflanze gekauft haben, die jetzt ihre jeweiligen Arbeitsplätze ziert haha Ich hab sie dann noch überzeugt, dass sie auch mit ihr reden müssen, sonst überlebt die hier nicht lange ;) In der Mittagspause unterhalten wir uns über Sumo (denn ich möchte unbedingt einen Wettkampf sehen) und die Anfänge von Handys und Internet in Japan. Mal davon abgesehen, dass ich mich wie immer über die beiden schlapplache, stelle ich mal wieder fest, wie alt die eigentlich schon sind!
Am Abend gehe ich mit Stephan, Etienne und den anderen ins Kino: Darurin ha Gaikokujin, was so viel heißt wie „My Darling is a Foreigner“. Es geht also um eine Japanerin die mit einem Ausländer verheiratet ist und es kommen alle wundervollen Ausländerklischees vor. Widererwarten war der Film trotzdem ganz amüsant und ich fühle mich nur so mittel diskriminiert ;) Außerdem wurde sich auch viel über Japaner lustig gemacht! Am Donnerstag dann etwas mim Fahrrad rumgedüst, bis nach Ikebukuro gefahren. Am Freitag wieder nach Ikebukuro, diesmal mit der Bahn und war kurz davor, mir ne Sailor Moon DVD Sammlung zu kaufen, hab es dann aber gelassen. Abend Sprachschule und dann mit Erika, Alek und ein paar anderen Aikom Studenten in Shibuya weggegangen. Allerdings schon mit der letzten Bahn heim, denn am nächsten Tag war ich mit Nodoka verabredet. Wir haben eine kleine Tokyo-Sightseeing-Tour gemacht. In Tsukiji angefangen (natürlich Sashimi gegessen), sind dann nach Ginza gelaufen, dann nach Shiodome, dann über Ginza nach Tokyo zum Kaiserpalast, dann nach Yurakuchou und dann in Ginza in ein Izakaya. Sehr geil war das, einfach ein ganzen Tag Spaziergang machen. Und man stellt wie immer fest, dass Tokyo gar nicht so groß ist, man r elativ viel ablaufen kann, es sind halt einfach nur viele Menschen haha Außerdem ists mit Nodoka einfach klasse, man kann einfach reden, egal in welcher Sprache es gerade raus kommt, ob Japanisch, Deutsch oder Englisch!
Am Sonntag räume ich auf und fahre nach Komaba, denn Hana, TouDai Student, den ich über Etienne kenne, hat mich zur "Cuisine Party" bei sich eingeladen haha Ich bin schon früher hin um zu helfen, da ich ja aber nicht kochen kann war mein einziger Job ein Ei hart zu kochen. Der erste Versuch ging gleich mal in die Hose :P Auf jeden Fall super witziger und interessanter Abend, viel gelacht. Am nächsten Morgen dann mim Bus nach Mito. Es ist ja Golden Week, das bedeutet 3 freie Tage, das bedeutet in Japan Ferien Stimmung und alle verreisen. Anstatt von 2 Stunden, saß ich also 4 Stunden im Bus, wegen super Stau. Als ich irgendwann angekommen bin, dann mit Katharina und meiner Gastmutter Essen, ins Krankenhaus und wieder Essen :P Am nächsten Tag sind wir nach Kitaibaraki gefahren. Meine Gastmutter hat uns ein Geschenk gemacht: Wir durften Kimonos tragen und Fotos machen. Oh man, das war so geil. Es dauert ungefähr ne Stunde, bis die mir den Kimono angezogen haben, aber man fühlt sich wie eine Göttin, wenn man sowas trägt!! Und Haare und Make-Up gekriegt und sowas!! Toll gewesen!! Ich will einen Kimonoooo :(
Gestern dann das übliche, ins Krankenhaus, Mittagessen und nach Hause gefahren. Widererwarten war es gar nicht so krass überfüllt und wir waren relativ früh daheim. Heute Arbeit und alle waren von den Kimono Bildern begeistert hihi
Meine Mädels in Deutschland schreiben heute ihr Grundkurs Abi und ich kann nicht fassen, dass es bei mir schon ein Jahr her ist. Die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell, das ist unglaublich!! Jetzt habe ich nur noch genau einen Monat hier. Mir blutet das Herz und ich kann teilweise vor Angst nicht schlafen. Gestern habe ich in der Firma angerufen, bei der ich mein Apartment miete und das Auszugsdatum festgelegt ..

Dienstag, 27. April 2010

2704

Mama und Hermi haben Glück, denn genau am Donnerstag machen die Flughäfen wieder auf und die beiden können nach Hause fliegen. Ich arbeite und am Abend fahre ich nach Higashi-Kouganei, was noch ein bisschen weiter draussen als Kichijouji ist. Shinohara-Sensei holt mich ab und wir fahren in Katharinas Wohnung. 2 Zimmer, große Küche. Dafür halt arschloch Lage. Na ja, ich äußer mich mal einfach nicht dazu ;) Wir essen alle zusammen Sukiyaki zu Abend und ich fahre relativ schnell wieder nach Hause. Am Freitag lerne ich für meinen Test und gehe mit Etienne in Shibuya einen Kaffee trinken. Wir versuchen eher ohne Erfolg Korea zu planen und haben eines des üblichen guten Gespräche. Gott, hab ich ihn ins Herz geschlossen, darf gar nicht dran denken, was ich ohne ihn machen soll. Aber na ja, Paris ist ja nicht so weit weg! Dann Sprachschule, der Test ist ein absoluter Witz! Wir haben eine halbe Stunde Zeit, ich bin schon nach 7 Minuten fertig und habe volle Punktzahl ;) Danach treffe ich mich mit Memi, Koukis Freundin und ich muss gestehen, ich hab sie etwas falsch eingeschätzt, denn sie ist echt n interessantes, nicht dummen Mädchen! Sie überlegt sich nach Berlin zu gehen, um dort Design zu studieren, also vielleicht sehe ich sie im Sommer schon wieder ;) Am Samstag treffe ich mich mit Katharina in Kichijouji, gehen Essen, Shoppen, etc. und können endlich in Ruhe reden. Weil ich eh schon in Kichijouji bin, gehe ich mit Stephan und Etienne noch Abend Essen und Korea nimmt konkrete Pläne an. So wie es aussieht, fliegen wir zu dritt um 25. bis 31. Mai nach Seoul. Auch wenn ich dann nur noch 6 Tage in Japan habe, freu ich mich wie ein Schnitzel mit den beiden zu verreisen und natürlich auch Yul in Seoul zu treffen. Am Sonntag ist super wetter und ich fahre mim Fahrrad bei mir in der Gegend rum, dann sogar bis nach Ikebukuro und schiesse Fotos mit meiner geliebten Kamera. Am Abend gehe ich mit Justus in Harajuku Abendessen und habe eine super witzige Unterhaltung über die Macht und Verrücktheit von japanischen Frauen. Montag fahre ich wieder nach Ikebukuro und kaufe mir den letzten Band der japanischen Sailor Moon Ausgabe haha Gibt auch die DVD Sammlung, kostet aber 12.000Yen (100 Euro), deswegen bin ich noch staaark am zögern. Am Abend Sprachschule und heute Arbeit, Jin ist krank oder nicht da oder was auch immer, deswegen weiß ich jetzt nicht, ob ich morgen oder Freitag in die Arbeit kommen soll, da Donnerstag Feiertag ist.

Mittwoch, 21. April 2010

mit Mama und Hermi

Jin fragt mich, ob ich schonmal eine Restaurant Reservierung gemacht hab. Ich versuch mich noch rauszureden, in dem ich sage ich hätte schon mal mein Bus Ticket reserviert, aber er bringt mich dann doch dazu, dass ich also vor der kompletten Firma im Restaurant anrufe und reserviere. Vielleicht zu Erklärung: Japanisch wird nicht leichter, wenn man es am Telefon verwendet. Und sowas wie Reservierungen sind natürlich auch nochmal was ganz was anderes, als ne Freundin oder so anzurufen. Ich kriegs auf jeden Fall hin und Jin und ich sind beide stolz auf mich ;) Frag mich immer wieder, wie der Kerl es hinkriegt, dass ich alle Dinge mache, egal wie unangenehm sie mir sind, oder wie sehr ich doch denke, dass ich es nicht kann. Sowas nenn ich jemanden fördern! Genauso wie das Übersetzen, was ich ansonsten zur Zeit den ganzen Tag mache ... von deutsch/englisch auf japanisch (was natürlich nochmal in offizielles japanisch umkorrigiert wird, aber immerhin!)!! Mir brummt auf jeden Fall nach so einem Tag immer gewaltig der Schädel!!

Am Mittwoch fahren wir nach Mito, meine Gasteltern treffen. Ich übersetze alles Simultan-Dolmetscher-mäßig und wir haben eine nette Unterhaltung. Wir besichtigen den Kairakuen in Mito, ein berühmter Park und sind am Abend wieder in Tokyo. Am Donnerstag gehen wir mit Jin und Seiji Essen, wo Hermi endlich alle seine Fragen zu japanischer Politik, etc. stellen kann ;) Jin und ich sitzen an dem riesigen Tisch gegenüber und müssen uns die ganze Zeit das lachen verkneifen, weil wir beide wissen, dass sich mein Interesse in Grenzen hält.

Am Freitag funktioniert endlich mein Handy wieder!! Juhuuu! Und wir besichtigen den Kaiserpalast und fahren danach nach Kawaguchiko, in der Nähe vom Fuji-San. Es schneit, ich sehe zum 3ten mal in diesem Jahr Schnee, zum ersten mal einigermaßen viel Schnee! Wir gehen während es schneit draußen ins Onsen - Sehr geil! Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Tokyo, erst nach Kagurazaka und dann nach Kichijouji, wo Mama sich einen Bonsai kauft!! Der steht dann erst mal bei mir zuhause, wo ich ihm gut zu Rede :) Außerdem habe ich die Kyuushuu Fotos entwickeln lassen und bin verdammt stolz auf die Bilder. Sind wirklich klasse geworden! Hier nochmal vielen Dank an Papa für diese geniale Kamera, ich könnte nicht glücklicher sein!! Am Sonntag fahren wir nach Ginza, gehen ins Sony Building und in eine Leica Ausstellung. Mit meiner neuen Faszination für analoge Kameras habe ich mittlerweile nämlich auch Mama und Hermi angesteckt. Dann fahren wir nach Roppongi und gehen auf die Hills, uns den Blick auf die Stadt anschauen. Egal wie oft ich da noch oben bin, genug werde ich sicherlich NIEMALS davon kriegen. Einfach genial!! Danach Sushi Essen und ich fall nur noch ins Bett. Da meine Eltern ja im nahtlosen Übergang hier waren, bin ich seit 2 Wochen jeden Abend Essen gegangen und hab Alkohol getrunken. Das und das ganze Sightseeing schlaucht sehr! Am Montag fahren Mama und Hermi nach Kyoto und ich bin den ganzen Tag zu nichts im Stande. Am Abend Sprachkurs und dann treffe ich mich mit Ryu, dem Architekten Freund von Kouki. Wir gehen was Essen und haben nen ziemlich netten Abend. Fahren mit der trotz Wochentags vollen letzten Bahn heim. Am nächsten Tag Arbeit, Jin und ich führen eine witzige Unterhaltung über Bonsai Bäume und Zimmerpflanzen. Er meint er raucht in seiner Wohnung so viele Zigaretten, dass er seine Pflanze wahrscheinlich einfach in stücke schneiden und wie eine Zigarette rauchen könne, weil sie so viel Nikotin abkriegt. Das arme Ding haha Am Abend treffe ich mich mit Etienne und Stephan in Shibuya, allerdings auf der "Salarymen-Seite" des Viertels. Wir sind in einem kleinen Restaurant, in dem ich die einzige Frau und wir 3 die einzigen ohne Anzüge sind. Haben einen super netten und lustigen Abend und als ich zuhause bin, werde ich etwas sentimental, weil ich gar nicht mehr weiß, was ich ohne die beiden, vor allem ohne Etienne machen soll!!

Heute räume ich auf und packe Zeug zusammen, das ich Mama und Hermi mit nach Hause geben werde. Es scheint zwar nicht viel, ist es aber doch. Mit meinen 20 Kilo hätte ich mein ganzes Drum niemals nach Hause bringen können. Ich glaube ja jetzt noch, dass das alles nicht in meinen Koffer passen wird!! Wir gehen dann in Nakai, bei mir um die Ecke in ein nettes kleines Izakaya. Bin schon sehr traurig, dass die beiden jetzt wieder weg sind :( Aber wir hatten wirklich eine großartige Zeit, eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse, die ich alleine sicherlich nicht gehabt hätte. Vielen Dank für alles!!

Dienstag, 13. April 2010

Kyuushuu

Am Donnerstag stehe ich für meine Verhältnisse viel zu früh auf und fahre nach Baba, um Mama und Hermi abzuholen. Wir fahren dann gemeinsam zum Hauptbahnhof und nehmen von dort aus der Zug um 6:30 Uhr nach Oosaka, um von dort aus weiter nach Hiroshima zu fahren. Natürlich alles Shinkansen und so rauschen wir mit knapp 300km/h durch Japan und kommen bereits gegen Mittag an. Auch wenn wir keine Ahnung von dem dortigen Tram-System und auch keine Anfahrtsbeschreibung haben, schaffen wir es dank der hilfsbereitschaft der Japaner ins Hotel, um unsere Sachen abzulegen und uns auch gleich wieder auf den Weg zu machen. Nach kurzem Mittagessen unter Kirschblüten fahren wir zum Atombomben Dom, ein Gebäude, dass die Tragödie überstanden hat und mehr oder weniger bis heute steht. Danach gehen wir in das Museum und mir treibt es von Zeit zu Zeit die Tränen in die Augen. Auch wenn ich absolut nicht damit einverstanden bin, wie die Japaner die Ereignisse des 2. Weltkrieges verarbeiten, muss ich, nach dem ich das alles gesehen habe gestehen, dass ich zumindest verstehe, wieso sie sich auch heute noch als Opfer des Krieges sehen. Am Abend laufen wir durch die Stadt und gehen in das "Okonomiyaki-Haus", in dem es auf 3 Stockwerken nichts als Okonomiyaki Läden gibt! Ein Traum von Abendessen war das! Habe mich wirklich in Hiroshima verliebt, meiner Meinung nach das bisher süßeste Städtchen Japans, das ich gesehen habe. Klein, überschaubar und schön. Könnte mir durchaus vorstellen, dort auch mal eine Zeit lang zu verbringen. Man weiß ja nie, wo es einen so hin verschlägt. Am nächsten Tag geht es über Fukuoka weiter nach Kumamoto auf Kyuushuu, der südlichsten Hauptinsel Japans. Kumamoto ist jetzt noch nicht so "subtropisch" und paradiesisch, wie ich mir Kyuushuu vorgestellt hab, aber am Abend stellt man dann doch fest, dass man im Süden ist. Selbst unter denn doch .. wie sag ich das jetzt nett? steifen Japanern merkt man, dass die Mentalität im Süden anders ist. Das Leben spielt sich einfach irgendwie doch mehr auf der Strasse ab. Als wir in Kumamoto in der Tram Bahn sitzen und ich mit meinem Handy etwas nachschlage, grummelt ein etwas älterer Japaner schon die ganze Zeit wie verrückt rum. Irgendwann fängt er sogar fast an zu brüllen. Ich verstehe natürlich kein Wort bei dem Dialekt und der Gebrabbel des alten Kerls und denke einfach nur, dass er ein bisschen verrückt ist. Als er allerdings irgendwann mit seinem Schirm mehr oder weniger auf mich los geht, rastet sogar Hermi aus. Erst dann erbarmt sich eine Japanerin zu mir zu kommen und bittet mich, mein Handy auszuschalten. Ob der Kerl nun wirklich einen Herzschrittmacher hatte oder einfach nur einen Dachschaden, bleibt dabei offen. Nur fand ichs mal wieder super interessant, dass um mich rum die Japanerlis blöd glotzen und der Kerl mich schon fast mim Schirm attakiert, bis sich jemand erbarmt mir in normalen japanisch zu sagen, dass ich mein Handy aus machen soll. Geschweige denn von dem alten Kerl selber, der ja auch normal was hätte sagen können. Geschockt war ich ja schon. Als bei der nächsten Station dann ca. 5 Japaner mit Handy in der Hand einsteigen, geht der Kerl ans vordere Ende des wagons und die Durchsage vom Schaffner kommt: "Bitte schalten Sie alle ihre Handys aus". Oh man oh man .. Na ja, wir besichtigen dann auf jeden Fall das Schloss und einen japanischen Garten in Kumamoto und am Abend gehen wir in so einen kleinen Familienbetrieb, die natürlich wie immer heil froh sind, dass ich japanisch kann. Obwohl ich die Karte nicht gescheit lesen kann und es immer eine kleine Überraschung ist, was wir nun bestellt haben, schmeckt alles wunderbar. Nur der "Shochuu on the Rocks" (Reisschnaps) schmeckt, obwohl aus Kyuushuu stammend, pur mit Wasser einfach eher wie Medizin. Am nächsten Tag fahren wir zum Aso-San, ein Vulkan/Berg irgendwas und gehen danach ins Onsen (traditionelle japanische heisse Quellen). Am Sonntag fahren wir weiter nach Beppu auch "Onsen Mekka" genannt. Dort sieht es dann schon mehr nach Paradies aus - so habe ich mir Kyuushuu vorgestellt! Wir besichtigen die "Höllen Onsen", bei denen knall rotes, brodelnd heißes Wasser aus den tiefen rausgesprudelt kommt. Übernachten tun wir im Ryoukan, ein traditionelles japanisches Hotel direkt am Meer. Nachdem wir auf dem Dach des Hotels im Onsen mit Meerblick waren, kriegen wir das traditionelle Essen (von dem ich auch keine Ahnung hab, was das nun alles war) im Tatami-Zimmer und danach wird einfach der Tisch weggeräumt und an gleicher Stelle die Futons ausgerollt. Wir schauen uns noch Fluch der Karibik auf japanisch an und schlafen ein. Achja, ich habe es geschafft mein Handy im Klo zu versenken. Da ich die Hoffnung habe, dass es trocknet und nicht kaputt ist, habe ich es noch nicht wieder angemacht. Mal sehen. Am nächsten Morgen geht es für mich mim Flieger zurück nach Tokyo. Ich bin die einzige Ausländerin im Flugzeug und nach dem Sicherheitsvorkehrungen auf japanisch erklärt werden, kommt die Stewardess zu mir und fragt, ob ich alles verstanden habe. Für einen kurzen Moment überlege ich mir, sie nochmal alles auf Englisch machen zu lassen, erkläre ihr aber dann, dass ich japanisch kann und es somit kein Problem gibt. Abgesehen natürlich davon dass ich, so oft wie ich schon in einem Flieger saß die Vorkehrungen wahrscheinlich auf jeder Sprache verstehen würde ;) Am Abend dann Sprachkurs, meine Lehrerin kommt ja aus Kyuushuu und Dylan, mein "Klassenkamerad" hat ein Jahr in Ooita, ganz in der Nähe von Beppu, Englisch unterrichtet, also darf ich einen kompletten Reisebericht abgeben.

Mittwoch, 7. April 2010

Papa in Tokyo

Am Samstag kommt also Papa an und ich hole ihn vom Flughafen ab. Er ruht sich etwas aus, dann gehen wir Ramen essen, bei mir um die Ecke und fahren nach Asakusa. Aufgrund des Jetlags schläft Papa teilweise ein, während ich mich mit ihm unterhalte. Nun gut. Am Sonntag fahren wir nach Kawasaki auf das Kanamari Matsuri, das „Steel Penis Festival“, auf dem teilweise als transen verkleidete Japaner einen riesigen pinken Penis durch die Menge tragen. Amüsant ;) Natürlich überfüllt mit Ausländern!! Wir gehen Sushi Essen mit Etienne, Shahenda und Erika und fahren dann zurück nach Tokyo, nach Akihabara, wo wir uns ein bisschen Technik Kram und japanische Freaks anschauen und Okonomiyaki Essen. Danach fahren wir nach Roppongi auf die Hills hoch und genießen den Ausblick über die Stadt. Am Montag fahren wir nach Nakano und schauen in den gebrauchten Kamera Laden, werden aber nicht fündig und fahren nach Shinjuku. Dort kaufe ich 2 ziemlich coole Bildbände von Tokyo. Der eine zeigt lauter Tokyoter Apartments von innen. Winzig und voll bis oben hin – göttlich! Der andere zeigt Tokyo zum Anfang des 20. Jahrhunderts verglichen mit dem heutigen Tokyo. Auch sehr schön. Dann wollen wir in den Park in Shinjuku fahren, kommen auf dem Weg aber noch an einem Kamera Laden vorbei und Papa kauft mir eine gebrauchte analoge Spiegelreflex Kamera mit Objektiv für 5000Yen (40 Euro). Das Ding ist ein Jahr jünger als ich, ist das geil? Dann in den Park, es ist schlechtes Wetter, deswegen nichts los und man kann die Kirschblüten schön anschauen. Danach fahren wir nach Harajuku und treffen uns mit Heimburgs, denn Fabian (Ein Junge aus meiner Schule, der ein Jahr vor mir Abi gemacht hat und mit dem ich jetzt eigentlich nur so vom sehen und mal reden kenne) ist in Tokyo und hat gefragt, ob ich ihm was zeigen kann. Also gehen wir essen, laufen durch die Takeshita Douri (Crazy Einkaufsstraße in Harajuku) und machen Purikuras (Die Sticker Bildchen). Papa isst einen japanischen Crepe und ist völlig begeistert. Nach dem er mich das komplette Wochenende gefragt hat, ob wir jetzt endlich da hin fahren, wo der Hund ist, fahren wir also nach Shibuya, schauen uns den Hachiko an, laufen durchs 109 (verrücktes Kaufhaus in Shibuya) und gehen einen Kaffee trinken. Ich muss in die Sprachschule, also bleibt Papa im Café und läuft ein bisschen rum. Danach fahren wir nach Takadanobaba und gehen Yaki niku essen. Ein Restaurant mit einer Art Tisch Grill auf dem man sich dann selber sein Fleisch kocht. Zuhause versuche ich alles zusammen zu suchen, was ich nicht mehr brauche und gebe es dem armen Papa mit, der das ganze Zeug dann am nächsten morgen zum Flughafen schleppen darf. Ich begleite ihn bis nach Shinjuku und dann ist er leider auch schon wieder weg :( Wenn auch nur 3 Tage hatten wir aber eine großartige Zeit!! Ich fahre in die Arbeit, bin natürlich viel zu früh und gehe noch einen Café trinken und frühstücken. Nach der Arbeit fahre ich nach Takadanobaba und treffe Mama und Hermi und wir gehen in einem ziemlich netten kleinen Laden Ramen Essen. Heute übersetze ich in der Arbeit, von deutsch auf japanisch. Ich sage Jin von Anfang an, dass das kein gutes japanisch ist und er ja nicht lachen soll, wenn ich es ihm schicke, aber er meint "Du machst das jetzt, das klappt schon!" und natürlich schreibt er das ganze in offizielleres japanisch um, aber er lobt mich und sagt es war perfekt, wie von einer Japanerin geschrieben! Ui, freut einen so ein Lob!! Danach treffe ich mich mit Mama und Hermi bei mir an der Station, wir stellen ihre Koffer bei mir ab und gehen in einen kleinen Familienbetrieb um die Ecke. Die Leute sind super nett, quatschen uns die ganze Zeit zu und das Essen ist sau geil! Da geh ich ab jetzt immer hin, wenn mir langweilig ist, da kann man sich nur gut fühlen danach. Japanische Omis und Opis sind aber auch zuckersüß!! Und morgen gehts ab nach Kyuushuu, sehr früh, also versuche ich jetzt mal noch die restlichen 4 Stunden zu schlafen ;) Süden, GEIL!!

Freitag, 2. April 2010

Viel zu wenig Zeit

Schlechtes Wetter, deswegen mache ich kaum was, sondern lerne, sitze zuhause, koche (ja, ich habe angefangen in meiner winzigen Küche zu kochen und es klappt sogar ganz ok) und putze. Einmal war ich im Kino und hab mir "Saru Lock" angeschaut - alleine ins Kino gehen ist weniger schlimm als man denkt!

Am Freitag fahre ich mim Fahrrad nach Koenji, neue Schuhe kaufen. Nach der Sprachschule treffe ich mich mit Etienne, Erika, Shahenda und einen semi-professionellem Sumi-Ringer in einem Izakaya irgendwo im nirgendwo. Wollte eigentlich gar nicht gross was machen, aber Viktor hat fragt mich ob ich noch mit ihm weggehe, also fahre ich nach Roppongi. Viktor schleppt mich auf ne Model-Party, mit dem super coolen Motto "I Hate Models". Nur schöne Menschen um mich rum, alles umsonst, Karaoke, Dinks, etc. Schlimmer als das P1, wirklich! Die Leute die ich dort kennengelernt habe, tun mir eigentlich einfach nur Leid!

Am Samstag dann nach wenigen Stunden Schlaf auf das Hanami von meiner Sprachschule im Yoyogi-Park. Schön wars ja nicht wirklich. Total überfüllt, die Kirschblüten haben noch nicht mal wirklich geblüht und es war arsch kalt. Spass hat es aber trotzdem gemacht, vor allem mit Dylan (mein "Klassenkamerad") und seiner Freundin. Und ein paar ganz liebe Japanerinnen habe ich auch kennengelernt. Ich fahre um 5 wieder nach Hause und will eigentlich nur ins Bett, als mich Stephan anruft, der endlich wieder zurück in Tokyo ist, mit seiner Freundin zusammen. Also nach Kichijouji und erst zu dritt im Izakaya, bis Etienne, Erika, Shahenda, Hana und Alden auftauchen. Wir landen später noch im Karaoke und ich stelle fest, dass mein Fahrrad wirklich super praktisch ist, auch wenn es einfach nur für nachts von der Bahn nach Hause fahren ist!

Als ich am Sonntag aufwache habe ich eine Mail von Ella auf dem Handy: "Wir gehen morgen auf den Tsukiji Fischmarkt, kommst du mit? 4:55 Uhr in Takadanobaba" Also Sonntag nichts gemacht, ausser zu planen, frueh ins Bett zu gehen. Was natuerlich nicht hinhaut, also stehe ich nach knapp 3 Stunden Schlaf um 4 Uhr auf, fahre nach Takadanobaba und dann mit den Waseda Studenten (die, tut mir Leid, aber bis auf Ella echte Loser sind! Hab sogar festgestellt, dass ich den einen schon von einer Geburtstagsfeier kannte.. Damals war er aber auch nicht interessanter. Wie heisst es so schön? Nett ist der kleiner Bruder von Scheisse!) nach Tsukiji. Viele Touristen unterwegs, durch die Thunfisch Auktion wird man eher durchgeschleust. Trotzdem ist es super interessant und echt ziemlich cool, alles in Bewegung und echt ganz suesse, junge japanische Fischer :P Auf jeden Fall habe ich eine Menge guter Fotos geschossen. Um 7 dann Sushi Frühstück und um 9 bin ich auch schon wieder zuhause. Ich will eigentlich nicht schlafen, schaffe es dann aber doch nicht wach zu bleiben und schlafe trotz Wecker bis 3 Uhr Nachmittags. Am Abend Sprachschule und danach fahre ich nach Kichijouji, denn Kouki fliegt am nächsten Tag zurück nach London, also gehen wir noch einen Kaffee trinken. Memi und ein Freund von ihm sind auch dabei, mit dem ich zusammen in der Bahn nach Hause fahre und der mich fragt, ob wir sozusagen "Tandem-Partner" werden wollen. Obwohl er 4 Jahre in New York gelebt hat und meiner Meinung nach super gutes Englisch spricht und Englisch ja nicht mal meine Muttersprache ist!! Aber mir solls recht sein :DDienstag Arbeit, nichts spannendes, Mittwoch fahre ich mim Fahrrad nach Shinjuku und gehe dort in den Park, Kirschblüten anschauen. Schon um einiges schöner!! Vielleicht auch weil man dort Eintritt für den Park zahlen muss! Danach noch nach Harajuku, will eigentlich den Sale ausnutzen, bin aber irgendwie schon zu spät dran, außerdem ist es abartig voll. Am Rückweg fahre ich noch beim größten Buchhandel in Shinjuku vorbei und kaufe mir 2 neue japanisch Bücher, die zwar über meinem Level sind, aber man muss ja voraus denken! Am Abend treffe ich mich mit Justus, Stephan, Etienne und der üblichen Truppe in Roppongi, wollen eigentlich hoch auf die Hills, entscheiden uns aber dagegen, weil es doch irgendwie schon zu spät ist. Lernen einen Italiener kennen, der hier nur rumreist und gehen mit ihm in ein Irish Pub in Roppongi. Donnerstag Arbeit und sonst nichts spannendes. Am Freitag stehe ich früh auf und fahre nach Kichijouji, weil wir eigentlich in den Inokashira Kouen wollen, um Kirschblüten anzuschauen. Es schüttet aber total, also gehen Erika, Etienne und eine Japanerin ins Karaoke und danach in ein "Neko Kissaten". Ein Katzen Café. Ja, man sitzt dann da, kann seinen Kaffee genießen während lauter Katzen rumlaufen haha Total crazy. Für Kinder ja vll ganz süß, aber da waren einfach auch Päärchen oder so ein stink normaler Business Kerl, der da alleine sitzt und die Katzen streichelt haha krank! Danach fahren wir nach Koenji, essen und ich entdecke einen tollen Laden mit alten Zeitschriften. Sehr geil! Danach nach Shibuya, in ein Café, Sprachschule und heim, aufräumen und die letzten Vorbereitungen machen, bevor morgen Papa kommt!

Montag, 22. März 2010

Von Kunden und Gay Clubs

Normalerweise habe ich eigentlich nie mit Kunden Kontakt, außer vielleicht mal einen Tee servieren. Schon allein weil ich dann immer total nervös bin und kaum ein Wort rausbringe - lieber gar nichts sagen, als am Ende noch die falsche Höflichkeitsform anzuwenden und den Kunden zu duzen oder noch schlimmer! (wobei mir so ein Fehler eigentlich auch in der Arbeit nicht mehr unterläuft, aber das sind halt so die typischen Zweifel wenn man nervös ist)

Am Donnerstag allerdings ruft mich Seiji-San auf einmal in den Demo Raum, als ein Kunde da ist. Es läuft laute Musik und Seiji fragt mich, was da gesungen wird? Ähh, keine Ahnung? Bis mir auffällt, dass es ein deutsches Lied ist von einer Gruppe namens "Die Zimmermänner". Noch nie gehört, aber ich darf dann erst mal alle möglichen Titel übersetzen (Sowas wie "Regenschirm im Regen" oder "Warum schmust du nie mit meinem Gehirn?", als ob es nicht eh schon schwer genug wäre, Dinge vom deutschen ins japanische zu übersetzen!). Daraufhin schieben sie mir noch eine zweite CD hin, "2 Raumwohnung", ob ich das kennen würde. Aber Hallo! Auf jeden Fall will der Kunde die beiden Dinge in Japan rausbringen.

Eine Stunde später kommt Seiji-San aus dem Demo-Raum raus und fragt, ob ich die Kontaktdaten der beiden Gruppen herraussuchen kann. Logisch, geht auch ganz schnell, bring ich Ihnen rein. Daraufhin die Frage: Kannst du vielleicht die E-Mail an die schreiben, kommt doch gut, wenn es auf Deutsch ist, oder? Ich darf dann also wahrscheinlich die super Keigo (höflichstes japanisch überhaupt) E-Mail auf deutsch übersetzen und an 2raumwohnung schreiben. Oh man, ich liebe meine Arbeit haha

Bin ich ja mal gespannt ob ich, wenn ich das nächste mal in Japan bin 2 Raumwohnung auf meine "deutsche Lieder im Kraoke"-Liste (die aus 99 Luftballons und Moskau besteht) hinzufügen kann!

Am Freitag treffe ich mit mit Ella und Adam, die ich auf der Seijinshiki kennengelernt habe auf einen Kaffee und danach Sprachschule. Eigentlich wollte ich danach mit Yusa weggehen, die meldet sich aber nicht, also stehe ich 1 1/2 Stunden am Hachiko in der Kälte rum, weil ich hoffe, dass doch noch irgendjemand irgendwas macht. Letztendlich fahre ich nach Hause und telefoniere 6 Stunden mit Felix. Am Samstag fahre ich mit dem Fahrrad fast bis nach Shibuya. Da ich eher planlos in der Gegend rumgefahren bin, muss ich wirklich mal den schnellsten Weg auschecken, bin mir nämlich sicher, dass ich in einer halben Stunde bis 40 Minuten bis nach Shibuya fahren könnte. Am Abend treffe ich mich mit Etienne und ein paar anderen TouDai Austauschstudenten und gehen in ein Izakaya und danach noch ins BeatCafé. Sonntag dann wieder mit derselben Truppe unterwegs, in der Gay Bar in Shinjuku und danach noch ins „Arty Farty“ ein schwulen Club gleich um die Ecke. Wir lernen „Gina“ eine wundervolle Drag Queen und Tetsuya, einen Japaner, den ich eigentlich nur mit einem Wort beschreiben kann - AWESOME! -, kennen und sogar Justus kommt später noch. Wir fahren alle brav mit der letzten Bahn nach Hause, obwohl Justus und ich eigentlich nicht wollen, aber manchmal unternimmt in dieser Stadt einfach niemand was.

Donnerstag, 18. März 2010

Ist doch nicht so alleine

Dienstag treffe ich mich nach der Arbeit mit Justus (ein Freund von Aoi, der vor 17 Jahren in Tokyo gelebt hat und jetzt wie ich mit Working Holiday Visum ein Praktikum macht und dem ich Emilys Fahrrad überlassen habe) zum Abendessen und auf ein Feierabend Bier in Shibuya und erfahre so einiges interessantes über deutsches Fernsehen, denn Justus hat einige Drehbücher geschrieben. Sehr amüsanter Abend. Auf dem Heimweg in der Yamanote sehe ich einen Kerl, der mir irgendwie bekannt vor kommt, da fällt mir auf das ist der Chef von meinem Stamm-Karaoke in Shibuya. Als er in Yoyogi aussteigt, sieht er mich durchs Fenster und winkt mir zu haha

Am Mittwoch schlafe ich einfach nur aus und mache den ganzen Tag gar nichts außer ein paar Kanjis zu lernen. Gammel-Tag darf man sich ja auch mal gönnen. Am Abend fahre ich in die Arbeit, denn ein Mitarbeiter verlässt die Firma und es gibt ein Abschiedsessen. Ziemlich nett und witzig, meine Arbeitskollegen/Chefs sind einfach super Leute!! Seiji lädt mich auf ein "Hanami" im April ein, wortwörtlich übersetzt heißt das "Blumenschau", bedeutet aber eher das man eine Art Piknik unter Kirschblüten Bäumen macht. Und wie bei jedem Anlass heißt das für Japaner natürlich auch bechern! Im April, während der Kirschblüten-Zeit gibt es in Japan im übrigen die meisten Todesopfer in folge von Alkoholvergiftungen. Liegt auch daran, dass im April das neue Schul- und Arbeitsjahr anfängt, d.h. die Leute, die im März ihre Uni abgeschlossen haben und im April anfangen zu arbeiten werden bei den in Japan üblichen "Nomikais", also Trinkgelagen (bzw. offiziell eher Arbeitsessen) von ihren Chefs dazu gezwungen sich tot zu trinken, weil sie es noch nicht gewohnt sind. In Japan trinkt man nämlich nicht so viel wie man möchte, sondern so viel wie einem nachgeschenkt wird und wenn der Chef in Trinklaune ist, dann wird eben gnadenlos mitgetrunken. Wie so oft bin ich äußerst froh, dass in meiner Firma nicht die üblichen strengen Regeln gelten, sondern alle zwar natürlich japanisch sind, aber halt nicht auf die dumme Art und Weise ;)

Auf jeden Fall stupst mich Jin beim verlassen des Restaurants an, ob ich schon heim gehe, oder noch mit ihm und Yuasa-San einen Trinken gehe. Klar, da bin ich mit dabei, fahren also nach Yurakucho, wollen eigentlich in das Deutsche Restaurant gehen, hat aber zu, also gehen wir in ein Irish Pub. Yuasa-San muss relativ schnell fahren, weil er die letzte Bahn erwischen muss und ich stelle wie so oft fest, dass Sprachen einfach reine Kopfsache sind, denn mein japanisch ist flüßiger denn je, ich unterhalte mich mit Jin über wirklich ernste und wichtige Themen, ohne auch nur nachdenken zu müssen. Danke an das gute japanische Bier :D Wir haben irgendwie nicht so wirklich Ahnung wie wir um kurz vor 12 nach Hause kommen sollen (wobei ich noch mehr Ahnung hab als der gute Jin, der immerhin 23 Jahre seines Lebens in Tokyo gelebt hat), nehmen also ein Taxi bis nach Higashi-Nakano, von wo aus ich nach Hause laufen und Jin die Bahn nehmen kann. Der Taxifahrer lässt uns aber irgendwo in der Pampa raus, wir laufen erst mal in die komplett falsche Richtung und müssen dann nochmal ein Taxi nehmen, weil Jins letzte Bahn sonst endgültig weg ist. Wieso haben die ganzen Japaner eigentlich noch weniger Orientierung in dieser Stadt als ich?

Dienstag, 16. März 2010

Kurztrip nach Mito

Ich fahre also zum Hauptbahnhof und nehme den Bus nach Mito, einen später als eigentlich geplant, denke aber ich kann eine kleine "Abkürzung" nehmen und erwische somit den richtigen Bus bis zum Krankenhaus. Da habe ich mich natürlich vertan, lande im falschen Bus und bin dann bei der Endstation IRGENDWO in der Pampa. In Japan zahlt man im Bus am Ende beim aussteigen(meistens zumindest, irgendwie ist das System auch echt in jedem Bus anders!!), mir fehlen allerdings 70Yen (50Cent) und ich habe sonst nur einen 10.000Yen Schein, was mir natürlich niemand wechseln kann. Ich zitiere mal die darauf folgende Unterhaltung mit dem Busfahrer:

"Mir fehlen 70Yen und ich habe sonst nur einen 10.000Yen Schein. Es tut mir Leid, ich wusste nicht, dass man im Bus nur 1.000Yen Scheine wechseln kann."

"Ok, dann machen wir es so, du zahlst beim nächsten mal, wenn du in einen Bus steigst, die 70 Yen nach, ja? Hast du verstanden?"

"Ja, ich habe verstanden, ich werde das auf jeden Fall zahlen, es tut mir wirklich leid, aber ich wusste nicht, dass man nicht wechseln kann, denn den 1.000Yen Schein kann man ja wechseln!"

"Hast du verstanden das du das zahlen musst?"

"Ja, ich habe verstanden, ich werde es auf jeden Fall zahlen, es tut mir wirklich Leid."

"Hast du das verstanden?"

"Ja, ich werde es zahlen."

"Hast du das verstanden?"

"Ja, ich habe verstanden."

Ich bin Ausländerin, keine Busbetrügerin verdammt nochmal! Auf jeden Fall stehe ich in der Pampa und traue mich natürlich auch nicht mehr dem Busfahrer zu sagen, dass ich eigentlich wo ganz anders hin wollte. Glücklicherweise erkenne ich die Umgebung irgendwie und stelle fest, dass ich nicht weit von dem Hotel weg bin, wo ich eigentlich übernachten soll. Was für ein Glück! Meine Gastmutter holt mich also Gott sei Dank dort ab und wir fahren ins Krankenhaus. Als wir im 8. Stock zum Wäsche waschen sind, fängt auf einmal an der Boden unter meinen Füßen zu wackeln und die Tische und Stühle ruckeln rum - Erdbeben! Und das im 8. Stock! Ich kriege natürlich hammer Panik (Hab ich schon erzählt, dass ich hammer Panik vor Erdbeben habe? Ich checke im 30 Minuten Abstand die "Japan Earthquake Information"-Homepage), genauso wie meine Gastmutter. Das Beben ist zwar nicht stark, aber lange, denn im 8. Stock schwingt es nunmal um einiges länger, als am Boden. Oh man! Danach ist mir erst mal total schlecht! Später fahren wir nach Mito, gehen Essen, Miho und ich checken im Hotel ein, gehen ins Onsen und schlafen. Am nächsten Tag frühstück, ins Krankenhaus und auch schon wieder ab nach Mito und zurück nach Hause. Kurztrip nach Mito, war aber nett und mit Miho auch alles super in Ordnung. Am Abend dann Sprachschule und relativ schnell ins Bett. Heute morgen werde ich 5 Minuten, bevor mein Wecker klingelt durch ein Rütteln geweckt. Das war jetzt das 5. Erdbeben in einer Woche, jetzt reicht es bitte auch mal wieder!!

Sonntag, 14. März 2010

Versucht sich kurz zu halten

Es ist einiges an Zeit vergangen, viel passiert und ich versuchen mich kurz zu halten:

Wir treffen also Emily in Shinjuku, sie erklärt uns die Situation, wir kommen noch mit als sie sich aus ihrem Guest House abmeldet, sie hinterlässt mir ihr Fahrrad und ist weg. 18 Stunden hatte sie, zwischen dem Zeitpunkt als ihr Vater auf einmal in Tokyo vor ihrer Haustür steht und ihr Flug ging Zeit, um zu packen und sich von allen zu verabschieden. Die Arme! Nun habe ich also ein zweites unangemeldetes Fahrrad (in Japan muss man sein Fahrrad registrieren lassen), obwohl ich vor 3 Tage noch gar keines hatte. Ich habe es einfach mal in Shinjuku stehen lassen und hoffe, dass es da noch steht, wenn ich wieder komme und vor allem, dass ich es wieder finde. Mein kläglicher Versuch es zu markieren (ich habe ein OB in den Korb vorne gelegt - das schließt somit zumindest aus, dass es kein Fahrrad einer japanerin sein kann haha) wird wahrscheinlich auch nicht viel bringen! Danach treffen wir uns mit Meike und Anna in Shinbashi und fahren zusammen nach Odaiba, schauen uns das Fuji TV Gebäude an, bummeln durch die riesigen Einkaufszentren und den futuristischen Gebäuden auf der künstlichen aufgeschütteten Insel vor Tokyo. Ich fahre dann vor, zurück nach Shibuya, bei Sonnenuntergang über die Rainbow Bridge. Bin im Sprachkurs total fertig und im Izakaya in Kichijouji, wo ich die anderen später treffe auch nicht viel wacher. Außerdem habe ich von der doch leicht unbequemen Schlafsituation hammer Rückenschmerzen, die am Dienstag in der Arbeit auch kein bisschen besser sind. Am Abend holen mich die 4 Mädels von der Arbeit ab und wir gehen ein letztes mal indisch essen.

Nach etwa 2 Stunden Schlaf wache ich um halb 5 auf und begleite die Mädels zum Haneda Flughafen. Anna kotzt bereits in der vollen Yamanote, aber da es eh eine der ersten Bahnen ist, sind sowieso nur Betrunkene unterwegs, deswegen ist das nicht so schlimm. Nach Haneda zu fahren fand ich ziemlich interessant, alleine zurück eher traurig. Zuhause lege ich mich gleich ins Bett und schlafe bis 3 Uhr Nachmittags. Dann treffe ich mich mit ein paar von meinen japanischen HighSchool Freundinnen in Shinjuku zum Essen. Weil ja Emilys Fahrrad auch noch in Shinjuku steht, treffe ich mich danach noch mit Justus, dem ich es "schenke". Wir gehen noch was essen und dann heim.

Donnerstag Arbeit, kein guter Tag, der sich aber am Abend durch ein Date mit Atsushi, dem Friseur um einiges verbessert hat. Am Freitag übernachte ich bei Nefi und Thezi und wir schauen uns Love Exposure, ein über 3 Stunden dauernden japanischen Film an. Sehr amüsant! Am Samstag treffe ich mich mit Etienne in Shinjuku, der mir die Papiere für Aois Fahrrad gibt. Wir gehen noch einen Kaffee trinken. Dann fahren Nefi, Thezi und ich nach Tabata zu den Schweden, wo wir auf der Couch übernachten. Am nächsten Tag bleibt auch nicht viel Zeit,denn wir sind mit Kouki um 2 in Kichijouji verabredet, fahren also direkt hin, gehen was Essen, einen Kaffee trinken, Karaoke singen und dann noch was Abend essen und dann noch was trinken. Konsum Tag. Auf jeden Fall kommt Kouki im Sommer nach München und dann fahren wir gemeinsam nach Berlin. Freu mich wie ein Schnitzel! Nach 3 Tagen nicht zuhause tut das eigene Bett doch sehr gut. Ich schlafe also Montag aus, räume auf, Wasche wäsche, lerne, alles was ich so die letzten Wochen vernachlässigt habe! Am Abend Sprachschule und danach gehe ich mit Thezi was Essen und dann gehen wir noch ein wenig spazieren durch Harajuku. Am Dienstag Arbeit, am Abend fahre ich nach Simo-Kitazawa wo wir mit Issei YakiNiku Essen gehen. Ziemlich witzig gewesen und Issei meinte auch, jetzt wo er mit Job-Hunting fertig ist, machen wir mehr :)

Mittwoch fahren wir nach Asakusa, damit Thezi das auch mal sieht und die beiden ein letzten Mitbringsel Einkauf erledigen können. Dann nach Shibuya, rumbummeln und ein letztes mal Karaoke: im 8. Stock mit Hammer Ausblick, der Raum war riesig, kamen uns vor wie in „Lost in Translation“! Danach fahren wir nach Ueno und gehen zum letzten mal mit den Schweden beim Koreaner was essen.

Obwohl ich nicht fahre, hat sich die Woche schon sehr nach Abschied angefühlt, bei Kouki und den Schweden. Mal sehen wie oft ich die noch so sehe!

Am Donnerstag gehen wir nach der Arbeit ein letztes mal Okonomiyaki Essen. Wollen dann eigentlich ins Sento (öffentliches Bad), das hat aber zu. Die Mädels haben gott sei Dank ihre Koffer in Shinjuku eingesperrt, d.h. wir müssen am nächsten Morgen wenigstens nichts schleppen. Je nach dem wann mein Flug geht, werde ich es wohl auch so machen und am Abend vorher die Koffer in Ruhe nach Shinjuku bringen! Der Stress und das Gerenne mit Anna und Meike ist mir da doch noch zu klar im Kopf haha

Als ich wieder zuhause bin, lege ich mich ins Bett und schlafe bis 3. Am Abend Sprachkurs.

Samstag ist also mein erster Tag wieder alleine in Tokyo. Es ist super Wetter also schwinge ich mich aufs Fahrrad und fahre nach Nakano, was das Freak-Viertel vor Akihabara war. Bummel in dem glaube ich verrücktesten Kaufhaus, dass ich je gesehen habe, rum (dazu ein anderes mal mehr) und überlege mir eine gebrauchte analoge Kamera für 350Yen (2Euro) zu kaufen hehe Auf dem Rückweg gehe ich einkaufen und danach fahre ich noch etwas in Nakai in der Gegend rum. Hab jetzt einen ganz guten Überblick wie‘s bei mir in der Umgebung aussieht :D Ich liebe mein Fahrrad!!

So, jetzt ist es halb 10 Uhr morgens, ich bin viel zu spät dran, weil ich jetzt nach Mito fahre, Miho ist nämlich aus Amerika zurück. Musste nur davor mal schreiben, sonst wäre das ja nie was geworden, ist eh schon ewig lang. Wird ab jetzt wieder besser, ich versprechs!

Montag, 1. März 2010

City View und Yokohama

Am Samstag lasse ich die beiden etwas ausschlafen, dann wecke ich sie und wir fahren trotz schlechtem Wetter zum Metropolitan Government und schauen uns die Aussicht über Shinjuku an. Danach gehen wir ENDLICH Okonomiyaki essen (und stinken natürlich für den Rest des Tages ales kämen wir gerade frisch aus der Fritteuse!). Als es dunkel wird fahren wir nach Roppongi und gehen endlich auf die Hills. Wunderbare Aussicht, der Tokyo Tower ist so schön, dass ich nie wieder runter möchte!! Da ist das Metropolitan Government Building in Shinjuku wirklich nichts dagegen! Anschließend fahren wir nach Kichijouji, in Aoi‘s und mein ehemaliges Stamm Izakaya, sitzen auf gefälschtem billig Tatami-Boden an der „Bar“, essen und trinken.

Sonntag geht es dann wieder früh los: Wir fahren nach Yokohama, wo das Wetter gott sei Dank auch ganz gut ist. Mit super Hunger gehen wir ins Ramen Museum, das einfach soooo schön und süß ist, nur dummerweise ist es so voll, dass wir relativ schnell wieder rausgehen, ohne was zu essen. Also fahren wir nach China Town und schlagen uns dort den Magen voll. Am Abend schauen wir noch kurz in Harajuku vorbei und fahren dann heim, alle relativ fertig und müde.

Als ich schon im Bett liege, schreibt mir Emily eine Nachricht: „For some reasons I have to go home tomorrow. Is there a way to see you, nefi and thezi again? tonight or in the morning?“ Schock! 2 minuten später ruft mich Nodoka panisch heulend an und fragt ob ich weiß, ob mit Akino alles ok ist. Hä, wieso? Von dem Erdbeben in Chile, dem in Okinawa und der Tsunami Warnung an der japanischen Küste (ich lebe im übrigen NICHT an der japanischen küste!) haben wir nämlich KEIN wort mitgekriegt! Gott sei dank kann Facebook und ein Anruf bei Aoi uns dann beruhigen, Akino (die in Chile ist) lebt noch!

Jetzt sitze ich also um 10 Uhr morgens hier, die Mädels schlafen noch und ich treffe Emily, bevor sie in 2 Stunden zum Flughafen abfährt .. was für eine Welt!

Samstag, 27. Februar 2010

Sightseeing und Aois Abschied

Am Montag fahren wir nach Asakusa, schauen uns den Shrine an, laufen die Touristen Straße lang - Das übliche Programm. Wir gehen in einen winzigen Ramen Laden, einer der typischen Familienbetriebe, von denen es in Japan tausende gibt, essen: winzig klein, gerade mal 4 Tische drin, etc. etc. Anna und Meike schaffen ihre Nudelsuppe nicht auf, also esse ich ihre auch noch haha Vorallem von dem kleinen Klo sind die beiden geschockt haha Aber selbst ich war mir nicht sicher, ob ich durch diese Tür passen soll! Dann fahr ich zur Sprachschule, die beiden gehen in einen Supermarkt und kaufen Sushi, was wir zu Abend essen.

Am Dienstag arbeite ich und die beiden ziehen Touri-Programm durch, auf das ich keine Lust habe ;) Am Abend holen mich die beiden von der Arbeit ab und dann gehen wir indisch essen hier in Akasaka.

Mittwoch stehen wir frueh auf und fahren zum Kaiserpalast. Nefi und Thezi kommen - mit kleiner Verspätung - auch und wir geniessen das gute Wetter, laufen im T-Shirt durch den Garten des Kaiserpalasts. Wir essen Sushi am Hauptbahnhof und fahren nach Shimo-Kitazawa zum shoppen. Es ist so warm, dass wir am Abend sogar noch draußen uns in ein Café setzen. Am Abend koennen wir trotz frueh aufstehen und den ganzen Tag rumlaufen, alle nicht schlafen (was bei mir vor allem daran lag, das mein Friseur mich mit Mails bombadiert hat ;) ) und bleiben viel zu lang wach, haben ein typisches Belli-Anna-Meike-Gespraech, wie schon so lange nicht mehr! Guter Abend :D Das macht das aufstehen am Donnerstag leider nicht leichter, denn die beiden fahren nach Nikko, während ich in die Arbeit gehe. Am Abend wollen sie mich abholen, was damit endet das ich eine Stunde vor meiner Arbeit rumstehe haha Wir hetzen ohne Ende zu den Hills, doch die haben zu. Na toll. Wenigstens betrachten wir den Tokyo Tower von unten. Dann laufen wir noch ein bisschen durch Roppongi und auf einmal seh ich ein Ausländisches Mädchen an mir vorbeilaufen, denke mir "hmm, die kenn ich doch". Aoi ist iwie Party machen mit irgendwelchen 40-jährigen Japanern haha Sau geil! Diese Welt ist einfach so klein, da läuft man sich einfach in Roppongi über den Weg!

Aoi fährt ja eigentlich erst Ende März zurück nach Deutschland, aber sie verbringt die letzten Tage bei ihrer Oma, bzw. fährt mit einer Freundin nach Kyuushuu und Okinawa (so gemein, will auch :( ), d.h. Freitag ist ihr letzter Tag und Abschiedsfeier. Aoi hinterlässt bei mir aber nicht nur ein riesiges Loch und irgendwie Gefühl von Einsamkeit, wenn sie fährt, sie hinterlässt mir noch etwas viel wichtiges: ihr Fahrrad!! Das ich mir also am Freitag morgen abholen muss. Ich fahre zum ersten mal alleine bis zum TouDai Dorm in Shinkawa. Das liegt in Mitaka. Das ist kein Katzensprung. Ich kenns ja nur von der Bahnfahrt, bzw. der 40Euro teuren Taxifahrt, aber um das mal zu veranschaulichen: Google Maps Routenplaner. Das sind über 10 Kilometer und für eine unsportliche Sau wie mich natürlich eine Herausforderung. Vor allem weil ich ja nicht einmal die leiseste Idee vom Weg hatte. Ich bin also erst mal nach Aois Beschreibung nach Mitakadai gefahren und dann der Bahnlinie hinterher (was vor allem an den Stationen ziemlich nervig war), was natürlich bedeutet ich bin immer rechts, links, rechts, links, durch die kleinen Gassen geraced, einfach der Nase nach. Im Endeffekt habe ich 1 Stunde und 15 Minuten gebraucht (Jin fährt jeden Tag den doppelten Weg bis zur Arbeit und wieder zurück und braucht dafür nur eine Stunde haha) und hatte so ne geile Zeit auf dem Fahrrad! Ich hab Dinge gesehen, die könnt ihr euch nicht vorstellen! Haha, das ist echtes Japan, wo ich da durchgefahren bin. Es hat wirklich wahnsinnig Spaß gemacht, versuchen einen Weg zu finden, etc. Ich bin echt froh jetzt ein Fahrrad zu haben! In 2 Wochen, wenn es gutes Wetter ist und mich dann auch alle meine Freunde verlassen haben, habe ich dann wenigstens was zu tun. Einfach planlos durch die Stadt fahren und Dinge entdecken. Freu mich wie ein Schnitzel :D

Ich fahre dann nach einer laaangen Dusche zum Tokyo Bahnhof und gehe mit Anna und Meike Sushi Essen. Danach fahren wir nach Harajuku, Purikura machen, die beiden gehen noch shoppen und ich muss gleich weiter zum Sprachkurs. Dylan (ich hab endlich seinen echten Namen rausgefunden haha Diiran-San haha) ist mal wieder wegen Arbeit verhindert, d.h. ich hab Privatunterricht. Äußerst praktisch :D Danach treffen wir uns am Hachiko und fahren nach Shimo-Kitazawa zu Aois Abschiedsfeier, die ziemlich witzig ist (obwohl Jin, der meinte er kommt nicht auftaucht und auch nicht absagt), Mit der letzten Bahn dann heim und jetzt kennt mich halb Shinjuku mit verheultem Gesicht ;) Meine Bank Account Eröffnerin, bei allem Helferin, beste und witzigste Arbeitskollegin, japanisch Lehrerin, Tokyo-Entdeck-Kompanin, liebste Feierabend Bierchen und Karaoke Partnerin, längste Party-Nacht ever Partymaus und vor allem einfach gute Freundin ist jetzt nicht mehr da! Und ich kann gar nicht beschreiben wie Dankbar ich für alles bin, denn ohne sie wäre die Zeit hier nicht mal ansatzweise so gut gewesen!

Studieren im Ausland - Aoi (Miriam) machts vor hihi