Ich habe neulich eine Einladung zur „Seijinshiki“ bekommen. Auf Englisch der „Coming of Age Day“. Ein Tag im Jahr, an dem alle Leute gefeiert werden, die 20 (man wird in Japan mit 20 erwachsen) wurden. Schon witzig. Bankkonto und Handy zu machen ist hammer Stress, aber auf so eine traditionelle Feier wie die Seijinshiki werde ich eingeladen. In Shinjuku, weil ich in dem Bereich der Stadt wohne. Nun gut, da geht man als Japaner natürlich mit Kimono hin. Und da ich mir sowas natürlich nicht entgehen lasse (Wer hat schon die Chance als Ausländer auf eine jap. Seijinshiki zu gehen!!), fragt mich auch jeder, ob ich einen Kimono tragen werde. Auch meine Gastmutter, die mir eigentlich schenken wollte, dass ich mir einen Tag einen ausleihen und dann fotos machen darf, hat mich gefragt, meinte aber sie würde mir lieber diesen Tag schenken wenn wir irgendwo die ganze Zeit zusammen sind - also gehe ich nicht im Kimono. Auch Jin-San, aus der Arbeit, dem ich das heute erzählt habe, hat mich gefragt, ob ich einen tragen werde. Als ich daraufhin meinte, dass sowas zu mir nicht passt, hat er entgegnet, das würden alle Ausländer behaupten und stimmt auf keinen Fall! (Ist wahrscheinlich das selbe, wie wenn ich versuche Japaner immer dazu zu überreden, dass sie Lederhosen tragen!) Ansonsten hab ich heute in der Mittagspause Jin-San auch von den Koreaner-Christen erzählt, woraufhin er die restliche Mittagspause von Betrügern und Sekten in Japan erzählt hat. Oh man, ich hätte meine Nr. echt nicht hergeben sollen haha Er meinte dann noch, falls ich doch auf jeden fall hingehen möchte, solle ich mir einen starken, böse-aussehenden Japaner mitnehmen. Als Beispiel hat er Kouno-San benutzt, auch ein Kollege von uns (der neueste in der Firma, total lieber und anständiger Kerl!), der kleiner als ich ist und das einzige, was böse an ihm aussieht, ist vll seine Glatze, aber na ja, für japanische Verhältnisse ist er wahrscheinlich ein böse-aussehendes Muskelpaket ;)
Ich hab ihn sicher schon öfters erwähnt, aber muss jetzt doch nochmal mehr über Jin-San erzählen. Er ist der jüngste aus meiner Arbeit (30), derjenige, der sich um mich kümmert, sozusagen für mich verantwortlich ist und mit Abstand der coolste und interessanteste Japaner, den ich je kennengelernt hab. Er hat 7 Jahre in England gelebt, einfach mit 16 die japanische Schule geschmissen, mehr oder weniger von zuhause abgehauen und nach England, mit den japanischen, schlechten Englisch-Kenntnissen sein A-Level gemacht und auf ne englische Uni. Find ich ziemlich mutig! Er ist jemand, der es versteht sich mit Ausländern zu unterhalten, nicht nur dass ich immer verstehe, was er sagt, sondern er versteht auch immer, was ich sagen möchte, in was für einem schlechten japanisch auch immer das aus mir herauskommt! Dafür bin ich unendlich dankbar. Außerdem ist er einfach sau witzig, was die Mittagspause immer zu ner ziemlich guten Zeit macht :D
Na ja, jetzt ist es Freitag Abend und morgen und übermorgen Arbeit ... wenigstens mit Aoi :)
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