Freitag, 4. Dezember 2009

091204

Habe mal wieder viel zu lange nichts geschrieben. War zu faul. Tut mir leid, dass es mal wieder lange wird!

Am Montag bin ich auf Shopping-Tour gegangen: Erst mal japanisch Bücher im größten Kinokuniya (Buchladen Kette - vergleichbar mit Hugendubel. Hab mir natürlich auch gleich mal eine Point-Card zugelegt, die man in Japan echt in jedem noch so winzigen Laden aufgedrückt kriegt!) in Shinjuku gekauft. Dann nach Harajuku und 2 Pullis gekauft - wird ja langsam kalt! Ich habe dann zum ersten mal einen klassischen „Nanpa“ gesehen. Nanpa ist eine durchaus gängige Art und Weise in Japan zu flirten. Ein Nanpa ist ein Kerl, der an gewissen, dafür bekannten Straßen (eig. nicht in Harajuku, aber na ja), steht und einfach auf ein Mädchen wartet, das vorbei läuft und ihm gefällt, um es anzusprechen, ob sie nicht mit ihm was Essen/Trinken gehen will. Die meisten sagen natürlich nein. Wie auch in dem Fall, in dem ich es gesehen habe. Das ganze besteht aus mehr Regeln als man denkt - durch die ich natürlich nicht durchblicke!

Als ich nach Hause kam, war eine Benachrichtigung der Post im Briefkasten. Das Päckchen meiner Gastmutter enthielt neben einem ewig langen und schwer verständlichen Brief, Udon-Suppen, Anko (jap. Bohnenpaste), Mochi (spezieller japanischer Reis), Furikake (Reisgewürze), Äpfel und ein Rezept, wie ich sie zubereiten soll. In Deutschland esse ich einen Apfel normalerweise so: Waschen und reinbeißen. Aber nein, hier muss man einen Apfel schälen, kochen und zubereiten. Ich habe das mal meiner Gastmutter zuliebe gemacht und sie hat sich denke ich mal riesig über das Bild, das ich ihr geschickt habe, gefreut! Es ist ja irgendwie einfach nur total lieb, dass sie sich die ganze Zeit Rezepte überlegt, die ich in meiner winzigen Küche zubereiten kann. Obwohl ich mit meinen Fertig-Nudelsuppen ja eigentlich glücklich bin!

Dienstag dann Arbeit. Wie immer einfach klasse. Mittagspause mit Jin-San Burger Essen gegangen. Und klar, Burger-Restaurant, die hälfte der Gäste waren Amis (Gleich neben dem Büro ist ein - eingezeuntes!! - Wohnviertel der Leute der amerikanischen Botschaft. Deswegen war in der Gegend während Obamas Besuch in Tokyo auch super viel Polizei am start.)! Ich habe mir einen kleinen, etwas peinlichen Versprecher gegönnt, aber vor Jin-San ist das ja nicht so wild. Mittwoch habe ich mich dann mit Shinohara-Sensei und Michiko-San (Freunde meiner Gastmutter aus Ibaraki, die schon vor 2 Jahren immer viel für mich getan haben) getroffen. Sind ins Museum gegangen (was erstaunlicherweise echt sau cool war) und danach nach Omotesando, die große Straße entlanggelaufen, die weihnachtlich geschmückt - mit viel tam tam - ist! Hier ist schon mehr Weihnachtsstimmung als in Deutschland wahrscheinlich. Michiko-San hat mir auch die ganze Zeit erzählt, dass das im Fernsehen läuft. Ich muss unbedingt das nächste mal über japanisches Fernsehen berichten. Darf ich nicht vergessen!! Vor allem über eine Unterhaltung mit Jin-San darüber haha Erinnert mich daran, falls das in den nächsten Posts nicht auftaucht!

Dann Donnerstag wieder Arbeit. In der Mittagspause durfte ich zum eine millionsten mal das deutsche Schulsystem erklären - und ich bin mittlerweile richtig gut darin geworden :D Am Abend habe ich dann mit Aoi geschrieben, dass wir am Wochenende was machen. Je nach Laune gehen wir entweder auf eine Party von einer Freundin von ihr in Takadanobaba (bei mir um die Ecke, in Laufweite, d.h. man muss sich keine Gedanken um die letzte Bahn machen: Sehr verlockend!) oder in Kamakura (Ein berühmter Strand-Ort nahe Tokyo) einfach spazieren. Mal sehen! Heute Abend erst mal Haukes Geburtstag in Shibuya! Je nachdem ob mich da irgendjemand beachtet fahr ich mit der letzten Bahn heim oder geh Clubben. Für den Geldbeutel wäre letzte Bahn natürlich besser .. aber war ja bisher noch wirklich kaum abends unterwegs .. we‘ll see! Jetzt muss ich erst mal in die Arbeit! Aber es wird langsam kalt, da fällt es einem immer schwerer, aus dem Bett zu kommen. Ich hab da eine sehr effektive und masochistische Weckmethode: Ich schlafe ja sozusagen im "2. Stock" und der Wecker liegt halt unten, am anderen Ende des Zimmers. Wenn man erst mal anfängt Treppen zu steigen, ist es auch schon egal, dann kann man auch wach bleiben!

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