Freitag, 25. Dezember 2009

Mein japanisches Weihnachten

Ich fasse mich kurz. Weihnachten. Ich habe gearbeitet. Und nein, Japaner feiern kein Weihnachten, sind ja auch keine Christen, also bitte! Weihnachten ist nur eine Modeerscheinung, wie in Deutschland Halloween. Allerdings haben die Japaner Weihnachten zum Couples-Day umfunktioniert. Ja, man hat Dates an Weihnachten? Suuuper, nicht nur alleine an Weihnachten, sondern auch noch alleine unter Päärchen an Weihnachten! Na ja, Gott sei Dank war ich in der Arbeit! Und danach waren wir auf einem „Bonenkai“, ich nenns mal Jahresabschiedsessen (bzw. in meiner Firma Gott sei Dank keines, aber in richtig richtig japanischen Firmen mit dem typischen Hierarchie System ist Bonenkai eher ein Saufgelage. Da kann es schon mal sein, dass sich 40-jährige „Salarymen“ bis zur Ohnmacht betrinken. Bzw. das ist mehr als üblich!) mit der Firma. Wenigstens also nicht alleine und mit Leuten die ich mag! Das ist doch was. Bis dahin war der Tag auch noch überhaupt nicht schlimm, es hat sich zwar nicht angefühlt wie Weihnachten, aber es war ein normaler Tag mit einem netten Essen am Ende. Das Problem war nur das Gespräch mit meiner Gastmutter, dass ich dann geführt habe, als ich zuhause war. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, aber mein Gastvater hatte einen Unfall! Das war‘s dann mit „Weihnachten im Ausland ist gar nicht so schlimm.“ Gott sei Dank hab ich Aoi, die mit der letzten Bahn noch zu mir gefahren ist! Wir haben uns also um halb 1 noch in Higashi-Nakano getroffen und sind was trinken gegangen. Ich konnte einfach nicht alleine sein und ins Bett gehen, nach diesem Gespräch. Es wurde dann ziemlich spät mit Aoi und nach 3 Stunden Schlaf, war es nur so mehr oder weniger angenehm, in die Arbeit zu gehen. Jin-San hat dann extra für mich Gute-Laune-Musik aufgelegt und mir keine PC arbeit aufgetragen, sondern was zu tun gegeben, wo ich mich bewegen musste, so dass ich nicht müde werde haha Sind Japaner nicht einfach die nettesten Menschen der Welt?? Oh man .. was für ein abgefucktes Weihnachten! Jetzt sitz ich hier, bin übernächtigt, traurig, voller Sorge, alleine und hab leicht Angst, morgen zu meiner Gastmutter zu fahren. Ich bin auf jeden Fall nicht erreichbar bis 3ten oder 4ten Januar. Wünsche allen schöne Feiertage und n Guten Rutsch! (Und wehe mich fragt irgendjemand, ob ich Sylvester feier!)

Dienstag, 22. Dezember 2009

Tokyo's Wasted Youth

Endlich kam also die Mail von Aoi: „Wir treffen uns um halb 12 in Kichijouji, vll komm ich etwas später, aber Stephans Nr. hast du ja.“ Also ab nach Kichijouji (mit einer der letzten Bahnen, die aufgrund von Verspätung wirklich den neuen Rekord von überfüllter Bahn ever bricht!), einen ziemlich netten Ami (der seit 14 Jahren in Tokyo lebt!!!) auf dem Weg kennengelernt und mich mit Stephan (den ich 2 mal in meinem Leben gesehen hab) und Etienne (wie schreibt man diesen Namen??) vorm McDonalds getroffen (die beiden haben natürlich was gegessen .. hab ich erwähnt, dass ich in den fast 3 Monaten bisher erst 2 mal bei McDonalds war und nicht mal die GERINGSTE Lust verspüre), Aoi kam eine Viertel Stunde später und dann ab in ein Izakaya. Wir haben uns ein wenig typisch Gaijin (=Ausländer) mäßig aufgeführt, Fotos von den am Nachbartisch schlafenden Japanern (sowas ist aber auch zu witzig!!) gemacht, etc. etc. Auf jeden Fall ein witziger Abend mit witzigen Fotos ;) Als es Zeit für die erste Bahn war, habe ich mich dann doch dafür entschieden, nach Hause zu fahren und einen Fehler begangen, der mir nicht mehr passieren wird: Aufgrund von Faulheit bin ich in Nakano umgestiegen (und nicht eine Station weiter gefahren, von der aus es etwa 15 min zu laufen sind) und in die Touzai-Sen (eine Station weiter und es sind etwa 5 min zu laufen). Das ganze kostet mich etwa 200Yen mehr, aufgrund von blöööden 10 min laufen, aber nein .. Faulheit. Das Problem ist nur .. der Ausgang, bei dem ich normalerweise rausgehe, hat um so ne Uhrzeit noch nicht offen (was ich mittlerweile wissen müsste) und so bin ich gut die doppelte Strecke gelaufen. Egal! Zwischendrin noch einen 280Yen Snack in dem gammligen Gyuuniku-Laden gegessen (man erinnert sich an Takadanobaba, wo ich neulich mit Aoi und irgendwelchen Austauschstudenten war und solche Läden noch verflucht habe!) und jetzt endlich zuhause!

Aois Geburtstag, Steuern und die Hoffnung auf Party

Aois Geburtstag. Wir treffen uns also in Shimo-Kitazawa, was wirklich mit Kichijouji meine ABSOLUTEN Lieblingsviertel in Tokyo geworden sind und gehen in eine Kneipe names Third Stone. Ein ziemlich witzig zusammengemixter Haufen aus Austausstudenten der ganzen Welt (Franzosen, Deutsche, Englaender, Amis, eine aus Aegypten!), japanischen Freunden von Aoi, halb japanischen Freunden von Aoi und .. mir? Ja, aber ich habs auch ohne Gruppenzugehörigkeit geschafft ;) Das bin ich ja langsam schon gewohnt! Gegen halb 12 (Aoi hat reingefeiert ...) hat sich der Grossteil der Leute aufgrund der letzten Bahn verabschiedet und geblieben ist nur noch der harte Kern ;) Wir sind dann irgendwann gegen 1 mim Taxi (Zu 5. in nem normalen Taxi, sowas scheint in Japan kein Problem zu sein!) nach Shibuya und in unsere neue Stammkneipe, bis eben irgendwann die erste Bahn wieder gefahren ist. Bzw. aus Deutschland kennt mans ja, dann noch zum McDonalds zu gehen, in Japan haut man sich noch geil Ramen, also Nudelsuppe rein! Hat das gut getan :D Ich stand dann bei Sonnenaufgang in Takadanobaba und fand es schon sehr faszinierend es mal zu sein wenn nicht alles blinkt und leuchtet und lauter Leute unterwegs sind!

Sonntag hab ich dann nach guter alter Manier gar nichts gemacht, ausser ein bisschen gelernt! Und gestern hat es mich wieder nach Shimo-Kita gezogen, weil es einfach so ein gechilltes Viertel ist, dass ich einfach ein bisschen rumgelaufen, eingekauft und rumgesessen bin. Da es nun mit 10°C langsam doch etwas kalt wird, habe ich am Abend mal versucht meine Eakon (englisches japanisch für „Air Conditioner“) anzumachen. Ja, trotz der super dünnen Wände habe ich natürlich keine Heizung. Bzw. haben japanische Häuser einfach keine Heizung!! Kann man sich sowas vorstellen?? Na ja, ich habe auf jeden Fall alle möglichen Einstellungen probiert, aber ausser sau kalter Luft, kam da nix raus .. Ist natürlich auch blöd wenn man die Fernbedienung nicht lesen kann! Das habe ich dann Jin-San erzählt, der mir per Mail (also aufs Handy, versteht sich ja von selbst ;) ) die Kanjis, die ich einstellen soll, geschickt hat. Habe ich schon erwähnt, dass Japaner die nettesten Menschen der Welt sind? Ja, ich glaube schon ;)

Ansonsten kam dann mein Chef heute auf mich zu, wegen den Steuer Sachen nochmal. Der hat mir dann erst mal ne Viertel Stunde irgendwas erzählt und dann nochmal ne Viertel Stunde was vorgerechnet (wenigstens auf nem Blatt). Gott sei Dank hat Jin-San brav das ganze Gespräch mitgehört und kam, sobald der Chef den Raum verlassen hat her und hat gefragt, ob ichs verstanden hab. Auf meine Antwort („Kein einziges Wort“) folgte wie immer großes Gelächter ;) Jin-San hat es mir dann also auf verständliche weise erklärt (Es ging um Einkommensteuer, die ich dann in D machen soll, damit ich die bezahlten Steuern wieder zurück kriege .. wieso redet mein Chef mit mir über sowas?? Schließlich darf ich die beste Steuerberaterin der Welt stolz meine Mama nennen!!!). Hab ich schon erwähnt, dass Japaner die nettesten Menschen der Welt sind??? Gott bin ich dankbar, diesem Menschen meinen Kollegen nennen zu dürfen!!

Auf dem nach Hause weg wird mir klar, dass morgen der Geburtstag des Kaisers (also Feiertag) und zusätzlich auch noch Ferienanfang für die Studenten ist. Könnt ihr euch vorstellen, was das bedeutet?? Halb Tokyo feiert!! Nur ohne mich! Jetzt sitze ich also zuhause, bin doch leicht deprimiert und hoffe verzweifelt, dass Aoi sich noch meldet und wir was machen. Die Hoffnung auf Party stirbt zuletzt ;)

Freitag, 18. Dezember 2009

Von japanischen Christkindlmärkten und Steuerhinterziehung

Gestern war ich mit Aoi um halb 8 an den Roppongi Hills verabredet (ein ziemlich geiles Gebäude in Roppongi mit der ALLESBESTEN Aussicht über ganz Tokyo)! Da das ja gleich in der Nähe von meiner Arbeit ist, bin ich gelaufen und habe mich dort dann mit Aoi und 2 Freunden von ihr aus der Uni an dem japanischen „Christkindlmarkt“ getroffen, Glühwein getrunken und einen (teuren) Weißwurst-Abklatsch gegessen. Danach noch nach Shibuya und so die coolste, kleine Kneipe, in der einfach so ein Laptop als „DJ“ auf dem Thresen steht, wo sich dann jeder irgendein Lied wünschen konnte. Und es lief Roxanne!! Glietalien!! Mit einer der letzten Bahnen heim gefahren und mir lauter „Wasted Salarymen“ schlafend in der U-Bahn angeschaut.

Heute Nacht bin ich dann um 5 aufgewacht, hatte mal wieder das Gefühl ich fahr Achterbahn mit meinem Futon! Konnte nach dem Erdbeben auch erst mal nicht einschlafen und hab später erfahren, dass es ziemlich stark gewesen sein muss! Mir gehts aber gut, also keine Sorge, das Zentrum war wohl nördlich von Tokyo!

Nach dem ich 3 Wochen an der Amazon Seite der Firma gearbeitet hat, ist der Shop heute endlich online gegangen! Juhuu!! :D Das macht einen doch sehr stolz! Ansonsten rückt der 20te näher, was bedeutet, dass ich meine „Invoice File“ abliefern muss (am 20. wird das Gehalt ausgezahlt), was immer etwas kompliziert ist und wobei mir Jin-San Gott sei Dank immer sehr hilft! Gerade was die Steuern angeht, blickt niemand so wirklich durch. Japaner zahlen 10% Income Tax, da ich aber weniger als 1 Jahr in Japan lebe, muss ich keine Local Tax zahlen, was darauf hinaus läuft, dass meine Income Tax auf 20% ansteigt. Irgendwie ist sich aber niemand so ganz sicher wie und wo und wer das nun genau wohin zahlen muss. Als ich zu Jin-San dann heute mehr aus Spaß gesagt habe, dass ich nicht wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis möchte, hat er zwar zunächst gelacht, ist dann aber noch 2 mal zu mir gekommen und meinte er hätte das nochmal nachgeschlagen und ich brauch mir keine Sorgen machen, wir machen das schon irgendwie richtig. Und als ich nach Hause kam hatte ich noch eine E-Mail von ihm im Postfach (Um Viertel nach 8 aus der Adresse von der Arbeit - von wegen der geht auch immer gegen 7 nach Hause ;) ), dass sie sich nochmal mit dem Steuerberater in Verbindung setzen und ich mir bloß keine Sorgen machen brauche! Sind Japaner nicht einfach die nettesten Menschen der Welt?

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Asia University

Ich fange an die Chuo-Linie abgrundtief zu hassen. Es gibt wohl keine andere Bahn in Tokyo, mit der es leichter ist, sich zu verfahren, als mit der Chuo-Sen! Dummerweise ist sie eine der zentralsten und praktischsten Linien (und dazu auch noch in meiner Nähe), die es in Tokyo gibt. Das Problem ist nur, dass nicht mal die Japaner in Tokyo durch das System durchblicken, mit der diese Bahn fährt: Express-Zug oder nicht, wo hält er jetzt? Ihr könnt euch vorstellen was mir heute passiert ist: Ich stand in einem der Express-Züge, war eigentlich mit Akiko (mit der ich mich neulich in Ikebukuro mit Rika zusammen getroffen habe und die mich in ihre Uni eingeladen hat) um kurz nach 12 verabredet und .. jaaa, der Zug hat natürlich NICHT an der Station gehalten, wo ich raus wollte ;) Ich habs Gott sei Dank rechtzeitig bemerkt und kam nicht viel zu spät! Also Akiko in Musashi-Sakai getroffen und in ihre Uni gefahren. Oh man, japanisches Unileben ist richtig geil. Am besten vergleichbar mit deutscher Kollegstufe, also ein Leben, dass ich sehr gemocht habe ;) Akiko ist auf jeden Fall ziemlich gesellig und ich hatte das Gefühl sie kennt jede 2te Person auf dem Campus! Wir waren dann also erst in einer Vorlesung, in der es um Massenmedien ging (keine Ahnung was das für ein Fach war). Ganz interessant, hab natürlich kaum was verstanden, aber hab brav mitgeschrieben (bzw. von Akiko abgeschrieben, denn die Handschrift des Lehrers konnte ich echt nicht lesen haha). Hat mich alles ziemlich an die Zeit in der High School vor zwei Jahren erinnert! Vor allem Kanjis zu schreiben, die ich weder lesen, noch schreiben, geschweige denn verstehen kann! Danach waren wir noch in einer Wirtschafts-Vorlesung, habe NICHTS verstanden, genauso wie Akiko, deswegen sind wir beide auch nach gut 20 Minuten eingeschlafen! Oh Gott, wie habe ich es vermisst einfach während dem Unterricht schlafen zu können haha

Sind dann mit 2 Freunden von ihr in ein Izakaya gegangen, gegessen, getrunken und war alles ganz witzig, ihre beiden Kumpels waren auch ziemlich nett. Wurde jetzt dazu auserkohren dem einen eine Freundin zu beschaffen und hoffe, dass war nur ein Witz, denn das könnte ein wenig schwer werden haha Aber wie gesagt, sehr nett gewesen :)

So ne japanische Uni zu sehen hat ihn mir ziemlich das Gefühl geweckt, an einer studieren zu wollen .. und das bedeutet folgendes: TU und dann Auslandssemester an der Partner-Uni in Nagoya.. Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt!

Sonntag, 13. Dezember 2009

IMSTA FESTA

Dieses Wochenende war die Veranstaltung der „International Music Software Trade Association“, bei der Aoi und ich an der Rezeption gearbeitet haben. Das ganze fand im 32. Stock des Tokyo Opera City Towers (3. größtes Gebäude in Shinjuku, 6. größtes Gebäude in Japan) statt - geniale Aussicht, wie ihr euch vorstellen könnt! Aoi und ich waren um halb 10 in Shinjuku verabredet und als ich sie um 20 vor Anrufe und sie mit einem „scheisse!“ ans Telefon geht, mache ich mich also alleine auf den Weg (Fußmarsch von 25 Minuten, weil ich eine Station weiter hätte fahren müssen haha) und versuche dann in diesem riesen Gebäude erst mal den „Fahrzeug-Saal“ zu finden!! Als ich da bin wird mir typisch japanisch, damit auch alles schön einheitlich ist eine hellblaues Poloshirt überreicht. Aoi kam gerade noch vor Beginn der Veranstaltung und so saßen wir also 2 Tage da, haben fleißig „Irasshaimase“ (=Willkommen, eine Begrüßungsformel, wenn man einen Laden betritt) gesagt, die Namensliste abgehakt, Kataloge verteilt und den Weg zur Toilette erklärt :D Am Samstag gab es dann ein „Nomikai“ am Ende, also Essen und Trinken mit der Firma. Da wird aber beide total müde und fertig waren und ich von dem fettigen Essen auf leeren Magen totale Bauchschmerzen gekriegt habe, konnte wir das nur so mehr oder weniger genießen! Jetzt bin ich auf jeden Fall froh zuhause zu sein und nach 4 Tagen Arbeit morgen doch endlich mal einen freien Tag zu haben, mich mal um die ganzen Sachen zu kümmern, die ich letzte Woche vernachlässigt habe (mich bei gewissen Leuten melden, Bus Fahrkarte nach Hitachi reservieren und vorallem mal die Zeit planen, die kommt, wenn das Praktikum vorbei ist - ich möchte ja eigentlich gar nicht dran denken, denn ich möchte da echt nicht weg :( Na ja!) und insbesondere: endlich mal wieder so richtig schön ausschlafen :D

Freitag, 11. Dezember 2009

Mittagsgespräche

Ich habe neulich eine Einladung zur „Seijinshiki“ bekommen. Auf Englisch der „Coming of Age Day“. Ein Tag im Jahr, an dem alle Leute gefeiert werden, die 20 (man wird in Japan mit 20 erwachsen) wurden. Schon witzig. Bankkonto und Handy zu machen ist hammer Stress, aber auf so eine traditionelle Feier wie die Seijinshiki werde ich eingeladen. In Shinjuku, weil ich in dem Bereich der Stadt wohne. Nun gut, da geht man als Japaner natürlich mit Kimono hin. Und da ich mir sowas natürlich nicht entgehen lasse (Wer hat schon die Chance als Ausländer auf eine jap. Seijinshiki zu gehen!!), fragt mich auch jeder, ob ich einen Kimono tragen werde. Auch meine Gastmutter, die mir eigentlich schenken wollte, dass ich mir einen Tag einen ausleihen und dann fotos machen darf, hat mich gefragt, meinte aber sie würde mir lieber diesen Tag schenken wenn wir irgendwo die ganze Zeit zusammen sind - also gehe ich nicht im Kimono. Auch Jin-San, aus der Arbeit, dem ich das heute erzählt habe, hat mich gefragt, ob ich einen tragen werde. Als ich daraufhin meinte, dass sowas zu mir nicht passt, hat er entgegnet, das würden alle Ausländer behaupten und stimmt auf keinen Fall! (Ist wahrscheinlich das selbe, wie wenn ich versuche Japaner immer dazu zu überreden, dass sie Lederhosen tragen!) Ansonsten hab ich heute in der Mittagspause Jin-San auch von den Koreaner-Christen erzählt, woraufhin er die restliche Mittagspause von Betrügern und Sekten in Japan erzählt hat. Oh man, ich hätte meine Nr. echt nicht hergeben sollen haha Er meinte dann noch, falls ich doch auf jeden fall hingehen möchte, solle ich mir einen starken, böse-aussehenden Japaner mitnehmen. Als Beispiel hat er Kouno-San benutzt, auch ein Kollege von uns (der neueste in der Firma, total lieber und anständiger Kerl!), der kleiner als ich ist und das einzige, was böse an ihm aussieht, ist vll seine Glatze, aber na ja, für japanische Verhältnisse ist er wahrscheinlich ein böse-aussehendes Muskelpaket ;)

Ich hab ihn sicher schon öfters erwähnt, aber muss jetzt doch nochmal mehr über Jin-San erzählen. Er ist der jüngste aus meiner Arbeit (30), derjenige, der sich um mich kümmert, sozusagen für mich verantwortlich ist und mit Abstand der coolste und interessanteste Japaner, den ich je kennengelernt hab. Er hat 7 Jahre in England gelebt, einfach mit 16 die japanische Schule geschmissen, mehr oder weniger von zuhause abgehauen und nach England, mit den japanischen, schlechten Englisch-Kenntnissen sein A-Level gemacht und auf ne englische Uni. Find ich ziemlich mutig! Er ist jemand, der es versteht sich mit Ausländern zu unterhalten, nicht nur dass ich immer verstehe, was er sagt, sondern er versteht auch immer, was ich sagen möchte, in was für einem schlechten japanisch auch immer das aus mir herauskommt! Dafür bin ich unendlich dankbar. Außerdem ist er einfach sau witzig, was die Mittagspause immer zu ner ziemlich guten Zeit macht :D

Na ja, jetzt ist es Freitag Abend und morgen und übermorgen Arbeit ... wenigstens mit Aoi :)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Kino

Man möchte ja seine freien Tage nutzen, also war ich mit Aoi um 1 in Kichijouji verabredet - Daraus wurde dann natürlich zwei haha Schon witzig wie man hier immer in Zeitprobleme kommt, ohne eigentlich irgendwas zu machen ;) Wir sind dann mit Lernzeug bepackt durch Kichijouji gezogen, auf der Suche nach einem Kaffee. Und weil man ja was erleben möchte, sind wir natürlich nicht in irgendeine Kette gegangen, sondern haben uns wie üblich irgendwas komisch aussehendes, im Keller liegendes ausgesucht. Eine super geile Jazz-Kneipe, total stylish, in der wohl auch Live-Musik gespielt wird. Um die Uhrzeit natürlich nichts los, sprich wir hatten super unsere Ruhe! Sowas kann man auch nur mit Aoi finden! Alleine oder mit anderen Austausschülern, geschweige denn Japanern wäre ich in sowas sicherlich NIE gelandet. Wir saßen also gute 3 Stunden dadrin, haben uns unterhalten und brav gelernt. Dann sind wir zum Kino, haben uns „Zero no Shouten“ angeschaut, ein japanischer Film, der in den 50er Jahren spielt. Ein wenig düster und unheimlich, aber Recht interessant. Und hammer Kulissen! Danach noch ins „Stamm-Izakaya“ und da ich morgen arbeiten muss, leg ich mich jetzt ins Bett und hoffe schlafen zu können!

Dienstag, 8. Dezember 2009

Von Ginza, Christen und Sprachen

Am Montag kam meine Gastmutter nach Tokyo und wir habens uns in Ginza (eines der schicksten Viertel in Tokyo) gut gehen lassen - Nett Essen gegangen, ein wenig bummeln gewesen und sündhaften teuren Kaffee getrunken! Und dann war sie leider auch schon wieder weg :( Aber ich fahr ja über Sylvester (Was in Japan ein bisschen so wie bei uns Weihnachten, also Fest der Familie ist) zu ihr, das wird sicher schön! Und dieses mal wird die Zeit besser genutzt, bin total heiß drauf Ikebana (jap. Blumensteckkunst - meine Gastmutter ist Lehrerin dafür) zu machen und weiß gar nicht, wieso ich im Oktober nicht wollte. Na ja! Heute dann gearbeitet, musste zum ersten mal etwas übersetzen. Man müsste meinen, wenn man in der Arbeit Dinge wie "andere Arten von chemischen Stoffen, die negative Auswirkungen auf die menschliche Umwelt (Cadmium, Quecksilber und Blei) haben können, oder Bleilot und Quecksilber in der LCD-Hintergrundbeleuchtung" übersetzen muss und sich in der Mittagspause mit seinem Chef über Horse Tranquilizer unterhält, hat man japanisch gemeistert - Es ist leider nicht annähernd der Fall! Aber ich gebe mein bestes und lerne fleißig!! Ansonsten wie gesagt toller Tag in der Arbeit!

Auf dem nach Hause Weg bin ich schon eine Station früher, also in Takadanobaba ausgestiegen, weil ich endlich mal wieder Einkaufen musste (Der Supermarkt liegt so mehr oder weniger auf dem Weg) und Lust auf Bubble Tea hatte! Als ich am Bahnhof stand, haben mich 2 Koreaner (nach kurzem englisch sind wir relativ schnell ins Japanisch übergegangen) angesprochen - Christen, die mich in ihre Kirche einladen wollten. Vielleicht ganz interessant, dachte ich mir, Nummern ausgetauscht und jetzt bin ich mir doch nicht so sicher, ob ich halb-fanatischen, koreanisch-japanischen, christen meine nr. hätte geben sollen, aber egal! Vielleicht geh ich ja vor Weihnachten noch hin, wenn ich mal Zeit habe!

Eines der besten Phänome daran, eine Sprache Vorort im Land zu lernen ist sicherlich, dass man meistens die neuen Vokabeln gleich in der Umgebung hört. Ein Beispiel: Neulich habe ich das Wort „Zenkoku“ auf eine meiner staubigen Karteikärtchen geschrieben ;) Das entweder „Das ganze Land“ oder „Alle Länder“ bedeutet. Ich habe mir erst überlegt, ob ich so ein Wort überhaupt brauche (Ich wäge oft ab, ob Vokabeln wichtig sind oder nicht und somit, ob ich auf sie viel Wert oder eher weniger legen soll, sprich 3mal abfragen oder wirklich auf eine Karteikarte schreiben soll - wenn ichs mir jetzt überlege total schwachsinnig, weil das Wort aufgrund der Zeichen, mit denen es geschrieben ist, sich selbst erklärt .. aber das ist jetzt auch schon egal, jetzt hat es sich auch so schon ins Hirn gebrannt!). Zwei Tage nach dem ich dieses Wort eher halb überfliege begegnet es mir und ich frage mich die ganze Zeit - Wie wäre diese Unterhaltung gelaufen, wenn ich das Wort nicht zwei Tage früher gelernt hätte. Und jetzt ist es eingebrannt. Und geht so schnell nicht mehr weg. So macht lernen Spaß!!

Sonntag, 6. Dezember 2009

Party Weekend Part II

Da ich mal wieder nichts essbares im Haus habe, gehe ich im Schlafanzug zum Konbini nebenan und kaufe mir ein Sandwich. Als ich zurückkomme und den Code für die Tür eingeben will, klappts nicht sondern es kommt nur ein nervtötendes Piepsen. Nachdem ich es drei mal probiert habe, muss ich einsehen: Du kommst durch die Tür nicht rein. Verdammt! Ich steuer zur Haupttür (durch die ich das Haus noch nie betreten habe) und möchte den Code eingeben, aber irgendwie ist das System anders und ich checke es nicht. Also denke ich mir, ich rufe bei Fontana, der Firma an, aber ich habe natürlich mein Handy im Zimmer. Total panisch und hysterisch, überlege ich schon einfach irgendwo zu klingeln (obwohl ich auch nicht weiß, wie das geht!), als Gott sei Dank die Tür aufgeht und einer meiner Ami-Nachbarn so lieb ist und mir das ganze System erklärt. Die hintere Tür ging nicht auf, weil jemand den Code versaut hat, dann dauert das ne halbe Stunde, bis es wieder funktioniert. Und wie ich die vordere Tür aufkriege weiß ich jetzt auch! Juhu, nette Nachbarn und doch nicht nur Waschmitteldiebe! :)

Später bin ich mit Aoi zum Essen in Takadanobaba, in irgendein Fleisch/Grill/Irgendwas-Restaurant. War zwar nicht teuer, aber auch nicht billig und vor allem nicht sonderlich gut, erst recht nicht sättigend, sondern lag nur schwer im Magen. Dann mit der bekannten von ihr (Die Austauschstudentin an der Waseda Uni ist) und deren Austausch-Freunden (Man sieht mal wieder, dass die einfach nicht unter Japaner kommen! Es waren 2 Japaner in der Gruppe von 25 Leuten!) in ein Karaoke in Takadanobaba. Mittel witzig, wenn man keinen kennt und die Leute waren zwar alle sehr nett, aber um ehrlich zu sein: lahm. Aoi und ich waren die einzigen die sich brav Bierchen gezischt haben - Was für Karaoke einfach notwendig ist, damit die Hüllen fallen und man ins Mikro grölen kann! Nach 2 1/2 Stunden sind dann die meisten heim gefahren und das Geburtstagskind wollte noch etwas trinken gehen. Wieso wir dann in diesem billig-Essen-Ketten-Restaurant (Es gibt in Japan Restaurants, an denen du am Automaten zahlst, dich an den Thresen setzt und dann für unter 300Yen (=weniger als 1,50€) ein nicht sonderlich gutes, einfaches Reisgericht kriegst) gelandet sind, weiß ich zwar nicht, aber es gab Bier, also war‘s uns auch egal! Die armen Austauschstudenten führen schon irgendwie ein übles Leben im teuren Japan haha Aoi und ich haben uns also relativ schnell verabschiedet und spontan entschlossen noch nach Shibuya zu fahren und richtig Party zu machen! Sind also mit einer der letzten Bahnen nach Shibuya und haben uns auf die Suche nach dem Club „Harlem“ gemacht, in dem Freunde von Aoi waren. Ewiges rumsuchen, etliche Anmachen und ein Dosen-Bier später haben wir dann jemanden getroffen der wusste, wo wir hin müssen. Und dieser nette Herr war in Begleitung von: Jack Sparrow!!! Oder zumindest jemandem der EXAKT so aussah, sich EXAKT so bewegt hat und vor allem EXAKT so geredet hat haha Sau geil! Weil Aois Handyakku leer gegangen ist, haben wir trotz Sucherei ihre Freunde im Harlem nicht gefunden - war aber auch egal, weil wir bis 5 Uhr zu super geilem Old-School Hip-Hop abgespackt haben! Man, hat das wieder gut getan!! Obwohl wir des öfteren eingeladen wurden, ist der Abend bei unserer Trink-Geschwindigkeit gut ins Geld gegangen - aber das war es wirklich wert! Um 5 dann endlich nach Hause und natürlich geht das nicht ohne McDonalds. Und wen treffen wir da?? Jaa, Jack Sparrow!! Wie klein ist diese Welt? Vor allem weil wir dieses mal feststellen, dass er deutsch kann! Viel zu witzig! Also mit der Yamanote nach Hause und heute dann den halben Tag nichts gemacht, bis wir um 4 irgendwann Hunger gekriegt haben und zum Italiener hier in der Nähe gegangen sind. Sehr leckere Pizza!! Endlich mal ein Party Wochenende, wie man es sich vorstellt :D Ich würde sagen bester Abend bisher in Tokyo!

Samstag, 5. Dezember 2009

Haukes Geburtstag

Bin also nach der Arbeit gleich nach Shibuya gefahren und zum McDonalds, obwohl ich keinen Hunger hatte und vor allem keine Lust auf nen Burger. Aber mit leeren Magen trinkts sich‘s nun mal schlecht. Ich stand also richtig Westler-Klischee mäßig am überfüllten Hachiko und hab mir den Burger reingezogen haha Hachiko ist im übrigen eine Hundestatue (um die es auch eine Geschichte gibt - Ist auf jeden Fall ein Symbol der Treue in Japan) und der Treffpunkt in Shibuya. Man trifft sich IMMER vorm Hachiko. Das bedeutet natürlich, dass am Freitag Abend da immer Menschenmassen ohne Ende sind. Und Leute die dich anmachen! Oder es zumindest probieren ;) Es hat den armen Japaner gute 10 Minuten gekostet, bis er irgendwas unverständliches auf Englisch gesagt hat. Ich darauf meine Standartabsage: Dummes Gesicht aufsetzen und „Wakarimasen“(=ich verstehe nicht) sagen! Klappt super! Nur irgendwie scheint der Kerl das nicht gecheckt zu haben und versuchts nochmal auf Englisch. Ich gucke weiter fragend, dann fragt er mich auf Japanisch woher ich komme. Ich schaue weiter dumm drein, er probierts nochmal auf unverständlichem Englisch und sagt dann doch tatsächlich auf japanisch: „Ach, du verstehst kein Englisch“ haha Nein, DU kannst es nur einfach nicht ;) Dacht ich mir und bin weggangen. Ich steh also da und halte nach Hauke Ausschau, als ich n paar Schritte neben mir ein Mädchen auf deutsch telefonieren höre „Was?? Dann brauchst du ja noch ewig!“. Und in dem Moment, in dem sie auflegt kommt ein Mädchen auf sie zu, sie begrüßen sich und ich hör nur „Was?? Noch in Kanagawa?? Typisch Hauke!!“. Also angesprochen, ob sie zu Hauke gehören und mich schön an deren Arsch geklebt haha Als wir die große Kreuzung in Shibuya überquert haben, sind wir viel zu spät losgegangen und standen alleine in der Mitte der Kreuzung. Die Autos fahren da ohne erbarmen los, da hilft nur noch rennen!! Oh man, keine 5 Minuten mit Deutschen unterwegs, schon hat man ein nahtot-Erlebnis! haha Hauke kam gut 1 1/2 Stunden zu spät. Da saßen wir alle schon längst im Karaoke, All-you-Can-Drink für 1000Yen pro Stunde, sprich ich war schon leicht angeheitert ;) Nach 3 Stunden dann da raus und alle sind mit der letzten Bahn heim gefahren, also bin ich zum Bahnsteig der Yamanote hoch, die ja Gott sei Dank als meistbefahrenste Linie in Tokyo (Eine Bahn die im Kreis an alle wichtigen Punkte in Tokyo fährt) auch immer relativ spät fährt. Zug fährt ein und ich sehe schon: Das wird voll. Da steht man also angeschwipst zwischen hunderten anderen angeschwipsten Japanern und wird so eingequetscht, das man fast nicht mehr atmen kann, geschweige denn auch nur eine winzige Bewegung machen kann (im übrigen ein super Ort für ein kleines Nickerchen). Niemand hält sich fest (weil es nicht geht), wenn gebremst wird sieht man wie die Menschenmasse nach vorne oder hinten „fällt“, bzw. sich biegt! Bei jeder Haltstelle fängt das super Gedrücke an, weil Leute raus müssen und natürlich keiner Aussteigen will, weil jeder Angst hat, dann nicht mehr reinzukommen. Die Leute die aussteigen sind immer weniger, als die die reinwollen und so gibt es viele die es noch verzweifelt versuchen, aber dann halt doch feststellen, dass sie hier leider nicht mehr reinpassen. Ich war wirklich schon oft in vollen Zügen hier, aber das war ABNORMAL. Wirklich crazy! Gott war ich froh in Takadanobaba zu sein und in die schön leere Tozai-Linie umzusteigen. Heute morgen wurde ich dann von irgendeiner hammer lauten Durchsage geweckt und das Sturmklingeln, was darauf geherrscht hat. Hab natürlich nicht aufgemacht. Man wird halt leider auch in Japan Samstagsmorgens belästigt :( Na ja, ich habe einen leichten Schädel.. Aber interessanter Abend!

Freitag, 4. Dezember 2009

091204

Habe mal wieder viel zu lange nichts geschrieben. War zu faul. Tut mir leid, dass es mal wieder lange wird!

Am Montag bin ich auf Shopping-Tour gegangen: Erst mal japanisch Bücher im größten Kinokuniya (Buchladen Kette - vergleichbar mit Hugendubel. Hab mir natürlich auch gleich mal eine Point-Card zugelegt, die man in Japan echt in jedem noch so winzigen Laden aufgedrückt kriegt!) in Shinjuku gekauft. Dann nach Harajuku und 2 Pullis gekauft - wird ja langsam kalt! Ich habe dann zum ersten mal einen klassischen „Nanpa“ gesehen. Nanpa ist eine durchaus gängige Art und Weise in Japan zu flirten. Ein Nanpa ist ein Kerl, der an gewissen, dafür bekannten Straßen (eig. nicht in Harajuku, aber na ja), steht und einfach auf ein Mädchen wartet, das vorbei läuft und ihm gefällt, um es anzusprechen, ob sie nicht mit ihm was Essen/Trinken gehen will. Die meisten sagen natürlich nein. Wie auch in dem Fall, in dem ich es gesehen habe. Das ganze besteht aus mehr Regeln als man denkt - durch die ich natürlich nicht durchblicke!

Als ich nach Hause kam, war eine Benachrichtigung der Post im Briefkasten. Das Päckchen meiner Gastmutter enthielt neben einem ewig langen und schwer verständlichen Brief, Udon-Suppen, Anko (jap. Bohnenpaste), Mochi (spezieller japanischer Reis), Furikake (Reisgewürze), Äpfel und ein Rezept, wie ich sie zubereiten soll. In Deutschland esse ich einen Apfel normalerweise so: Waschen und reinbeißen. Aber nein, hier muss man einen Apfel schälen, kochen und zubereiten. Ich habe das mal meiner Gastmutter zuliebe gemacht und sie hat sich denke ich mal riesig über das Bild, das ich ihr geschickt habe, gefreut! Es ist ja irgendwie einfach nur total lieb, dass sie sich die ganze Zeit Rezepte überlegt, die ich in meiner winzigen Küche zubereiten kann. Obwohl ich mit meinen Fertig-Nudelsuppen ja eigentlich glücklich bin!

Dienstag dann Arbeit. Wie immer einfach klasse. Mittagspause mit Jin-San Burger Essen gegangen. Und klar, Burger-Restaurant, die hälfte der Gäste waren Amis (Gleich neben dem Büro ist ein - eingezeuntes!! - Wohnviertel der Leute der amerikanischen Botschaft. Deswegen war in der Gegend während Obamas Besuch in Tokyo auch super viel Polizei am start.)! Ich habe mir einen kleinen, etwas peinlichen Versprecher gegönnt, aber vor Jin-San ist das ja nicht so wild. Mittwoch habe ich mich dann mit Shinohara-Sensei und Michiko-San (Freunde meiner Gastmutter aus Ibaraki, die schon vor 2 Jahren immer viel für mich getan haben) getroffen. Sind ins Museum gegangen (was erstaunlicherweise echt sau cool war) und danach nach Omotesando, die große Straße entlanggelaufen, die weihnachtlich geschmückt - mit viel tam tam - ist! Hier ist schon mehr Weihnachtsstimmung als in Deutschland wahrscheinlich. Michiko-San hat mir auch die ganze Zeit erzählt, dass das im Fernsehen läuft. Ich muss unbedingt das nächste mal über japanisches Fernsehen berichten. Darf ich nicht vergessen!! Vor allem über eine Unterhaltung mit Jin-San darüber haha Erinnert mich daran, falls das in den nächsten Posts nicht auftaucht!

Dann Donnerstag wieder Arbeit. In der Mittagspause durfte ich zum eine millionsten mal das deutsche Schulsystem erklären - und ich bin mittlerweile richtig gut darin geworden :D Am Abend habe ich dann mit Aoi geschrieben, dass wir am Wochenende was machen. Je nach Laune gehen wir entweder auf eine Party von einer Freundin von ihr in Takadanobaba (bei mir um die Ecke, in Laufweite, d.h. man muss sich keine Gedanken um die letzte Bahn machen: Sehr verlockend!) oder in Kamakura (Ein berühmter Strand-Ort nahe Tokyo) einfach spazieren. Mal sehen! Heute Abend erst mal Haukes Geburtstag in Shibuya! Je nachdem ob mich da irgendjemand beachtet fahr ich mit der letzten Bahn heim oder geh Clubben. Für den Geldbeutel wäre letzte Bahn natürlich besser .. aber war ja bisher noch wirklich kaum abends unterwegs .. we‘ll see! Jetzt muss ich erst mal in die Arbeit! Aber es wird langsam kalt, da fällt es einem immer schwerer, aus dem Bett zu kommen. Ich hab da eine sehr effektive und masochistische Weckmethode: Ich schlafe ja sozusagen im "2. Stock" und der Wecker liegt halt unten, am anderen Ende des Zimmers. Wenn man erst mal anfängt Treppen zu steigen, ist es auch schon egal, dann kann man auch wach bleiben!