Montag, 30. November 2009

Ruhelose Nacht

Da schläft man sich mal 14h aus und prompt kann man am nächsten Tag natürlich nicht einschlafen. Da hilft weder Film schauen noch lesen. Was macht man also um halb 4 Uhr nachts in Japan, wenn man nicht schlafen kann und sau hunger hat, weil man gegen 8 zu Abend gegessen hat? Genau - man geht zum 24h Convinience Store nebenan und kauft sich was geiles zu essen. Jetzt liege ich also im Bett und esse Reisbällchen und denke über gestern nach. Was ich nämlich vergessen hab zu erzählen: Rika, aus meiner ehemaligen Klasse heiratet nächstes Jahr, nachdem sie die „Berufsschule“ abgeschlossen hat. In Deutschland ja eher ungewöhnlich, dass man mit 20 ans heiraten denkt, hier sagen aber alle nur „Glückwunsch“ und „Toll, du bist die erste aus der Klasse, die heiratet!“. Bei der Vorstellung, dass meine kleine, liebe Rika, die gerne shoppen geht und alles total „kawaii“ (=süß) findet und sich bis spät in die Nacht Kunstnägel erstellt, nächstes Jahr zurück nach Ibaraki geht und mit ihrem Mann zusammen zieht (wahrscheinlich bald Kinder kriegt und Hausfrau wird), wird mir ja etwas anders. Aber in Japan ist es halt doch noch so, dass die Frauen einfach noch in der typischen Frauen Rolle stecken. Bei manchen habe ich echt das Gefühl die gehen nur in die Uni oder zur Arbeit um eben einen Mann kennenzulernen und dann schnell Kinder kriegen um Hausfrau zu werden. Ist natürlich nicht bei allen so. Aus meiner Sicht aber trotzdem erschreckend!

Habe im übrigen eine super Seite fürs Kanji-Lernen entdeckt und die Motivation ist wieder voll auf entflammt!! Mein Ziel: JLPT Level 2. Sprich ich hab noch ein gutes Jahr um 1000 Kanjis und etliche Vokabeln zu lernen. Japaner haben für die besagten 1000 Kanjis zwar die erste 6 Schuljahre reserviert, aber wenn man sich reinhängt, klappt das sicher! Japanische Bücher - ich komme!!

Sonntag, 29. November 2009

Nabe und Ikebukuro

Freitag Arbeit, den Online Store geholfen zu erstellen. In der Mittagspause wollten sie mir ein Quiz zum Film Stand by Me stellen. Habe ich allerdings nicht gesehen. Da sie um ein Mittagessen gewettet haben, ob ich es lösen kann oder nicht, wird der Film ins Detail studiert ;) Bis halb 8 in der Arbeit gewesen, dann über eine Stunde bis nach Hachiouji zu Sakurako gefahren und Nabe gegessen. Ihr Freund sieht nach Saku‘s Beschreibung „Böse“ aus und überhaupt nicht wie 20. Ist trotzdem aber glaube ich der liebste Japaner, den ich je getroffen habe. Kam mir zwischen den beiden wie ein Kind zwischen Mama und Papa vor, so lieb haben sie sich um mich gekümmert. Da verpasst man auch leicht mal die letzte Bahn. Und da ich mim Taxi wahrscheinlich über 150€ zahlen hätte müssen, haben wir uns also bis zur ersten Bahn um halb 5 unterhalten. Bzw. Tomo, Sakus Freund und ich haben zu zweit 2 Flaschen Nihonshuu (=Sake, japanischer Reiswein) geleert und uns über das Universum und Zeitreisen und so ein Zeug unterhalten haha Saku saß mit Wörterbuch daneben und hat brav die ganzen Wörter ie „Atom“ und „Astronomie“ nachgeschlagen haha :) Die arme! Um halb 5 dann den ersten Zug genommen und natürlich total weggepennt. Gott sei Dank bin ich rechtzeitig aufgewacht. Lag dann um 6 irgendwann im Bett und nach guten 5 Stunden schlaf hatte ich meine Gastmutter an der Strippe. Dann bin ich nach Ikebukuro gefahren und habe mich mit Rika und Achiko (Freundinnen aus meiner alten Klasse) getroffen. Saßen gute 3 Stunden beim Okonomiyaki-All-you-can-eat :D Waren dann noch shoppen, Purikura machen und saßen bis 9 in einem Café. Sehr witzig gewesen, die beiden könnten irgendwie unterschiedlicher nicht sein und sind sich trotzdem so ähnlich! Als ich um 10 zuhause war, wäre ich vor Müdigkeit fast gestorben! In Japan ist man eh immer müde, die Konzentration, die man aufwenden muss um japanisch zu reden, schlaucht einen einfach total und nach einem Arbeitstag, einer halb durchgemachten Nacht und 8 Stunden „Machinegun Talk“ (wie die Japaner es nennen) von Achiko macht einen geistig zum krüppel! Ich habe also gute 14 Stunden bis heute um 12 geschlafen und habe heute dann echt NICHTS gemacht. Außer natürlich schon 2 mal Stand by me angeschaut haha Im übrigen ein cooler Film!

Morgen fang ich an zu lernen!! Ganz sicher, ganz ganz sicher!

Donnerstag, 26. November 2009

Ist nützlich und glücklich

Gestern bin ich erst JEDEN Laden in Harajuku abgelaufen und dann durch das komplette 109 (DAS Kaufhaus in Shibuya) gegangen, bis ich endlich im Keller!!! (Man fängt in dem Kaufhaus oben an, macht man irgendwie so!) die geliebten OverKneeBoots ohne Absatz gefunden habe! Ja, ich bin jetzt stolzer Besitzer dieser Schlampen-Stiefel und ich liebe sie ;) Bin damit auch gleich mal zum Einkaufen am Abend gegangen - Shorts und Stiefel zum Einkaufen im November, sowas kann man auch nur in Japan machen, ohne sich blöd vor zukommen :D

Heute dann wieder Arbeit und der ganze Tag hat mir schon wieder die Laune so versüßt, dass mir die Woche eigentlich gar nicht mehr verdorben werden kann! (Nicht mal von den undefinierbaren, ewig langen Mails meiner Gastmutter, aus denen ich überhaupt nicht rauslesen kann, ob sie jetzt sauer ist/ich was falsch gemacht habe, oder nicht!) Gelacht, interessante Geschichten gehört und vor allem: Bin ich endlich nützlich. Ich habe zwar bereits beim ersten Treffen erwähnt, dass ich die Grundzüge des Webdesigns beherrsche, mich aber wohl typisch japanisch selber zu sehr runter gemacht, dass sie dann doch ziemlich erstaunt waren, dass ich mich beim Helfen des Onlineshops einrichten gar nicht so dumm anstelle - und vor allem verdammt schnell bin (auch wenn mir die japanische Tastatur und vor allem die japanischen Texte - die ich nicht schreibe, aber halt verwende - ein kleines Hindernis sind). Die Computer-Nerd-Vergangenheit bewährt sich mal wieder großartig!! Das Gesicht von Jin-San, als er festgestellt hat, dass wir das zusammen wahrscheinlich morgen hinkriegen und er nicht noch nächste Woche dran arbeiten muss, war absolut unbezahlbar :) Dafür sitzt man wirklich einfach nur gerne bis halb 8 in der Arbeit. Morgen kann mit der Arbeit und danach Nabe-Essen bei Saku eigentlich nur ein perfekter Tag werden!

Dienstag, 24. November 2009

Waseda Fußball-Club Party

Am Sonntag bin ich nach Akihabara gefahren und hab mir für nicht mal 15 Euro ein Glätteeisen gekauft. Das natürlich totaler schrott ist - hätte ich mir auch denken können! Danach bin ich noch einkaufen gegangen, um mal wieder was essbares Zuhause zu haben! 

Montag war es dann so weit: Der Tag der langersähnten Party des Fußball-Clubs der Waseda Uni. Nachdem ich ja eigentlich den ganzen Tag nichts zu tun hatte, habe ich es natürlich trotzdem geschafft am Ende in Zeit Probleme zu kommen (man sollte nicht Murakami lesen, wenn man noch etwas vorhat! Und auch nicht mim Felix telefonieren!). Also habe ich mich abgehetzt, nichts mehr gegessen und bin rechtzeitig in Shibuya angekommen, wo ich mich mit Nodoka getroffen habe. Und wenn man schon 20Euro für ein bisschen mehr als 2 Stunden All-You-Can-Drink (wir kamen zu spät, weil sie nicht früher konnte) zahlt, will man natürlich auch was davon haben. Trotz leeren Magens und etwa 10 Gin Tonics habe ich es aber nicht mal geschafft angeheitert zu werden!! Ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesen Drinks überhaupt Alkohol drin war? Na ja, wir haben eben mit ein paar Waseda Studenten gequatscht, war ganz nett! Ich war natürlich als einzige Ausländerin mal wieder Blickfang, aber musste auch wieder mal feststellen, dass ich mit meinem nicht dem kichernden, süßen, japanischen Mädchen entsprechenden Auftreten manchmal eher etwas Angst einjage! Das ich Gin Tonic und nicht irgendeinen total süßen Cocktail getrunken habe, tut da seinen Teil dazu! Und natürlich dass ich nicht nach 2 dieser Witz-Getränke giggelnd in der Ecke hänge, rot werde oder total aufgedreht bin!

Na ja, wie gesagt, die waren alle sehr nett und witzig, aber das man sich nochmal mit jemandem von denen trifft, ist wohl eher ausgeschlossen. Und als ich mit dem Gefühl, mich an das alleine sein nun wirklich gewöhnen zu müssen im Bett liege und schon halb schlafe kommt eine Mail von Saku, die mich fragt, was ich Freitag Abend mache - yes!

Bin also bei ihr zuhause zum „Nabe-Essen“ (Nabe=Topf, also sozusagen Eintopf in den jeder reinschmeißt und rausholt, was er möchte .. eines dieser kommunikativen Essen in Japan!) eingeladen und hoffe ich stelle mich gut an und überzeuge mit meinem japanisch, damit sie mich des öfteren mit ihrem Freundeskreis irgendwohin mitnimmt!

Ansonsten dann heute Arbeit, sprich toller Tag :) Ich liebe meine Arbeit einfach! Ich liebe die Leute, ich liebe die Gespräche die wir führen und vor allem liebe ich es das sie mich verstehen, auch meinen Humor und darüber herzlichst lachen. Vor allem Jin-San. Zu den Fotos komme ich noch .. hoffentlich! Achja, an alle die das lesen .. das ist mein 18. Eintrag, also .. ihr dürfte gerne mal ein Kommentar hinterlassen, meinetwegen auch sinnlos ;) Auch wenn ich das hier auch für mich selber schreibe!

Samstag, 21. November 2009

Interbee 09

Aoi und ich treffen uns also mehr schlecht als Recht ein wenig zu spät am Tokyo-Bahnhof und - wer hätte auch etwas anderes erwartet - verfahren uns natürlich! Macht aber absolut nichts, da wir ja Gott sei Dank eine 3/4 Stunde Verfahr-Zeit mit eingerechnet haben und somit nur eine knappe halbe Stunde zu spät kommen. Vom üblichen Messe Alltag brauche ich wahrscheinlich nicht erzählen. 3 Tage am Stück 8 Stunden stehen, lächeln, Prospekte verteilen, Visitenkarten entgegen nehmen. Ich war nur froh, dass Aoi mit dabei war, denn so hatten wir eigentlich immer was zu quatschen und zu lachen, und wenns mal langweilig wurde, wurde eben „Wer bin ich“ oder „Shiritori“ (Das japanische equivalent von „Teekässelchen“) gespielt. Am ersten Abend ging es dann „Shabu-Shabu“ Essen (jap. Fleischgericht) und danach noch mit ein paar der Leuten der Firma und 2 Engländern in die Hotel-Bar im 24 Stock - ziemlich interessant gewesen, egal ob Business-Unterhaltungen, die sehr coolen Geschichten über die Musikszene oder einfach nur der sau witzige Smalltalk. Außerdem habe ich auch zum ersten mal mit den Leuten aus meiner Firma auf Englisch geredet, was mich nicht nur begeistert hat (es finden sich selbst bei den ganz großen Firmen selten Leute in Japan die SO gut englisch sprechen), sondern auch einfach interessant war (Man ist eben doch ein wenig ein anderer Mensch, wenn man in einer anderen Sprache redet)! Da tritt man außnahmsweise mal nicht in jedes sprachgegebene Fettnäpfchen! Mein Hirn war natürlich nach dem üblichen Deutsch/Englisch/Japanisch „geswitche“ totaler Brei. Was dann auch zu dem wunderbaren Steinschlaf geführt hat, den wir 2 Nächte hatten. Lag allerdings wahrscheinlich auch an den geilen, riesigen Betten in unserem Hotelzimmer mit großen Bad (und einer normalen Dusche!!!), riesigem Fernseher und Ausblick über die Skyline in Makuhari. Da fällt einem erst mal auf, wie toll so ein normales Hotelzimmer ist, wenn man ein einfaches japanisches Leben führt (wobei das bei Aoi sicher noch heftiger ist als bei mir!). Am zweiten Abend waren wir Steak-Essen und haben uns wie üblich interessante Geschichten angehört. Da Aoi und ich um 10 aber irgendwie doch noch nicht Bett-Reif waren und den letzten Abend genießen wollten, haben wir uns noch einen Drink in der Hotelbar gegönnt. Man kommt sich schon cheffig in seinem Kostüm vor, Wein trinkend, an der Hotelbar. Aber auch tagsüber mit Kaffee in der Hand durch die Straßen hetzend - Busy Geschäftsfrau spielen macht schon Spaß :D

Am Freitag war die Messe dann um 5 vorbei und da wir bei den Aufräumarbeiten wahrscheinlich nur gestört hätten, durften wir, nachdem wir die Kataloge und leichten Sachen eingeräumt hatten, heim fahren. Gott sei Dank hatten wir Plätze in der Bahn, da wir ja eine Stunde gefahren sind. Wollten dann noch etwas Essen gehen und haben uns für Kichijouji entschieden, von wo aus ich in 15min mit der Bahn und Aoi innerhalb von 10min mit dem Bus nach Hause kommt. Außerdem ist Kichijouji einfach nur sau cool! Wir sind also erst mal n bisschen rumgelaufen und haben uns an den ganzen Läden und Kneipen erfreut und sind dann in ein Izakaya (japanische Bar/Pub), zwar eine Kette, trotzdem aber sau cool asiatisch aufgemacht und einfach cool. Nach dem Essen und während der Hälfte des 2ten Bierchens saßen wir uns schweigend und völlig fertig gegenüber, aber spätestens als uns dann (nach 3 Tagen!!) ein ziemlich peinliches Missverständnis (das ausnahmsweise nicht aufgrund der sprachlichen oder kulturellen Differenzen aufgetreten ist, sondern einfach nur weil wir beide totale deppen sind haha) aufgefallen ist, war die Stimmung wieder so angehoben, dass das halbe Izakaya mit lautem Gelächter gefüllt wurde - Die Müdigkeit wie weggewischt. Also wurde weiter brav bestellt, bis wir auf einmal festgestellt haben, dass es bereits 1 war und somit meine letzte Bahn natürlich weg. Also sind wir zu Aoi gefahren, was mim Taxi nicht so teuer ist, weil ihr Studentenwohnheim nicht so weit weg ist. Aois Wohnung ist um einiges kleiner als meine und das Bad ist der absolute Hammer haha Weiß nicht welcher Japaner auf die Erfindung kam Klo, Waschbecken und Dusche in einen 1m^2 Raum zu stopfen (versteht mich nicht falsch, da gibts keine Abtrennung, der Duschkopf befindet sich der ÜBERM Klo), aber so sieht‘s aus im Studentenwohnheim der besten Uni Japans! Wie wir es nach den Anstrengungen der 3 Tage geschafft haben bis 4 wach zu bleiben weiß ich zwar nicht mehr, aber heute spüre ich doch sehr die Müdigkeit. Wir sind relativ früh aufgestanden, haben bis nach Kichijouji einen Spaziergang gemacht, waren Mittagessen, haben uns Kochbücher gekauft und jetzt bin ich zuhause, wieder allein, nach den 3 witzigsten, interessantesten und einfach nur besten Tagen, die ich seit Jahren hatte! 

Fotos folgen morgen, hab gerade einfach keine Lust!

Dienstag, 17. November 2009

Waschmittel-Diebe

Als ich gestern waschen war, hat sich der Verdacht, den ich schon beim letzten mal hatte, bestätigt: Irgendjemand zockt hier mein Waschmittel!!! Gehts noch? Zur Erklärung: Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich „Coin Laundries“ und dazu unverschließbare Schließfächer, in denen man eben sein Waschmittel platziert. Ich scheiss zwar auf die 400Yen, aber das fand ich einfach nur peinlich und erbärmlich und zeigt, dass man den Leuten in diesem Haus irgendwie nicht vertrauen kann!! Das hier nicht gegrüßt wird, versteh ich ja gerade noch, vor allem bei den Japanern, die wahrscheinlich eingeschüchtert sind, dass hier so viele Ausländer wohnen, aber immer glücklich zurück grüßen, wenn man sie auf japanisch anspricht und lächelt! Aber egal, wenn mein Waschmittel weiterhin so drastisch zuneige geht, muss ich es halt mit ins Zimmer nehmen! Ob das jetzt spießig klingt hin oder her! Sowas geht einfach gar nicht!! Und bei den Preisen die man hier pro Monat zahlt, wird das bisschen Geld für Waschmittel ja gerade noch drin sein, oder? 

Na ja, heute bin ich dann aufgewacht, es hat wieder mal total geschüttet und wenn nichts anderes auf einen wartet als Aufräumen und schlechtes Wetter, dann .. ja, bleibt man halt auch gerne mal etwas länger im warmen Bett :)

Der Vorteil an 20m^2: So schnell wie‘s hier aussieht wie sau, so schnell ist es auch wieder aufgeräumt!
Morgen bin ich um 8 mit Aoi am Tokyo-Bahnhof verabredet, von wo aus wir zusammen nach Makuhari fahren, wo dann die Messe stattfindet. Freue mich irgendwie wahnsinnig! Wir sehen uns also in 3 Tagen! Bis dann!

Montag, 16. November 2009

Und weiter gehts!

Gefesselt, beeindruckt und nach meinem super-langweiligen Wochenende ehrlich gesagt auch verdammt eifersüchtig kann ich nicht aufhören „Tokyo Diaries“ fertig zu lesen (Vielen Dank Alina!!). Wieso scheint es für andere Leute kein Problem zu sein, sogar nicht nur am Wochenende auszugehen? Aber das kommt schon noch. Vor allem für‘s japanisch lernen war es ein guter Ansporn! Ich bleibe optimistisch, obwohl ich selbst um 3 noch nicht einschlafen kann und mir zum tausendsten mal Fight Club anschaue. Geplagt von heftigen Bauchschmerzen (jetzt weiß ich auch, wieso alle immer sagen, dass die Fertig-Nudel-Suppen für den Körper so schlecht sind!) schlafe ich dann irgendwann um 5 ein. Um nicht in einen brisanten Rythmus zu fallen, stelle ich mir den Wecker auf 9 Uhr morgens, den ich natürlich gnadenlos verschlafe und um 11 aufwache. Ich schreibe in die Arbeit ne Mail, wegen der Messe und so Ende ich damit nach Iidabashi zu fahren, um mir nachträglich eine Rechnung für meine Fahrkarte ausstellen zu lassen haha Dann bin ich zurück nach Hause (insbesondere auch weil mein Handy Akku leer war und das in Japan .. der tot bedeutet!) und hab endlich die Sachen mit der Bank geregelt und jetzt eigentlich hoffentlich auch endlich gecheckt!! Weil Nefi mir erzählt hat, dass Yuui (die ja gerade Auslandssemester in Stockholm macht und nach München gekommen ist - doppelt blöd, weil ich sie nicht getroffen hab und weil sie nicht hier ist!) ihr erzählt hat, dass Naka-Meguro ein cooles Viertel sein soll, fahre ich da also hin. Strahle ne gute Stunde um den Bahnhof rum, sieht auch alles ganz nett aus, aber Läden habe ich nicht gefunden, und alleine was trinken zu gehen .. na ja ;)

Weil ich eh in Shibuya umsteigen muss, entscheide ich mich dort in meinem Lieblings Okonomiyaki-Laden zu gehen. Auch wenn in Japan durchaus alleine essen gegangen wird (weil auswärts essen teilweise billiger ist, als zuhause zu kochen - zumindest wenns einigermaßen gesund sein soll!) ist es trotzdem noch eine Überwindung, alleine in ein Restaurant zu gehen. Vielleicht war Okonomiyaki auch nicht gerade das richtige (ist ja eher was geselliges, wenn man an den Tischen mit den Platten in der Mitte sitzt und sich das japanische „Omelette“ selber zubereitet!), aber in meiner „Küche“ zuhause was zu machen ist nunmal auch abschreckend!! Außerdem schmeckt es einfach zu gut :D Auf dem Weg nach Hause sehe ich einen Penner in meiner Straße, der aus dem Müll sich Reis raussucht und isst. Japan ist eben doch nicht so perfekt! Als ich nach Hause komme steht Samson (der Kerl von der Firma, von der ich das Apartment miete) vor der Tür meiner Nachbarn und erzählt das es Lärmbeschwerden gegeben hat. Ich hab mich zwar auch schonmal per Facebook über die House-Musik der Tussi beschwert, aber SO schlimm ist es dann auch wieder nicht. Vor allem ist da um 11 immer Ruhe. Anders als bei dem Päärchen nebenan, die die halbe Nacht durch .. Das habe ich dann auch gesagt (also das es nicht so schlimm war, nicht das mit dem Päärchen ;) )! 

Jetzt also Wäsche waschen und mal die Bude auf Vordermann bringen .. ein großer Nachteil von 20m^2 ist nämlich vor allem auch, dass es sofort aussieht wie bei Hempels unterm Sofa! Aber hab ja morgen auch nochmal viel Zeit :D

Ihr seht also Okonomiyaki, eine Straße in Naka-Meguro und DIE Kreuzung in Shibuya (zur Zeit hängt im übrigen Yamashita Tomohisa, mein J-Idol Favourit, den ich sogar vor 2 Jahren mal getroffen habe, auf den riesigen Leinwänden .. yes :D)


Samstag, 14. November 2009

Ich bin Ausländer, kein Idiot!

Obwohl in Japan zwar JEDER sein Handy zückt und sinnlose Mails verschickt, sobald er in die U-Bahn steigt, ist es natürlich nicht erlaubt zu telefonieren oder sein Handy auf Laut zu haben. Per Ansage wird einem also nach fast JEDER Haltestelle eingetrichtert, sein Handy auf lautlos zu stellen und in der Nähe der „Priority Seats“ sogar ganz auszumachen. Als ich also neulich in der U-Bahn sitze und auf einmal ein Handy klingelt, starrt natürlich sofort die gesamte Besatzung des Wagons mich an. Verunsichert von den ganzen Blicken habe ich sogar mein Handy angeschaut (was totaler Schwachsinn ist, weil ich mein Handy IMMER auf lautlos habe, auch wenn ich nicht in der U-Bahn bin!), bis dann zwei Sitze weiter ein älterer Mann sein Handy rauszieht und anfängt zu telefonieren. Aber natürlich denkt man gleich es ist die Ausländerin, weil die kann ja kein Japanisch und versteht somit weder die Durchsagen, die sie mindestens 8 mal am Tag hört, noch die fetten, rot-durchgestrichenen Handy-Bilder in jedem Wagon ;)
Ich mag meine Arbeit schon allein weil sie mich nicht wie einen Deppen behandeln. Klar mache ich bisher noch nicht die anspruchvollsten Arbeiten, was aber auch damit zusammen hängt, dass nächste Woche ja die Messe ist und es nunmal viel vorzubereiten gibt, was mit körperlicher Arbeit zu tun hat. Ich habe also Muskelkater :D Ansonsten habe ich aber viel Spaß, vor allem mit dem Marketing Manager und einem anderen Part-Timer, mit denen ich Mittags immer Essen gehe und die wirklich cool drauf sind. Ich hab es gestern sogar geschafft die Brennender-Adventskranz-in-Toulouse-Geschichte zu erzählen - auf japanisch natürlich und muss gestehen, dass ich doch ein wenig stolz auf mich bin haha :D
Heute war ich dann mit Izawa-San, einer Freundin meiner Gastmutter aus Ibaraki zum Mittagessen verabredet. Da ich dann schon in Shibuya war, wollte ich eigentlich noch was machen, aber ein lustiger Samstag abend war mir wohl nicht vergönnt. Dafür habe ich mit Yul (eine Freundin von Felix, die in Korea ist) geredet und Flüge nach Seoul kosten von Tokyo aus weniger als 200 €. Ich muss echt sparen und rumreisen, nach den 3 Monaten hier :D
Heute Nacht bin ich im übrigen um 4 von einem großen Ruck aufgewacht. Hat sich etwas angefühlt als würde mich jemand versuchen von meinem Futon zu schmeißen. Meine Gastmutter hatte Recht, wenn es dunkel ist und es ein Erdbeben gibt, findet man den Lichtschalter wirklich nicht. Gott sei Dank hat es gleich wieder aufgehört!!

Mittwoch, 11. November 2009

Bubble Tea

Mein zweiter Arbeitstag verlief ohne zerbrochene Uhr und somit gut. Heute habe ich dann ausgeschlafen und erst mal nichts gemacht, was auch damit zusammen hing, dass es geregnet hat und ich irgendwie nicht vor die Tür wollte. Musste ich aber, um mir meine Fahrkarte für die Arbeit zu kaufen (Was erstaunlicherweise ohne Probleme geklappt hat). Bin dann also nach Iidabashi gefahren, wo ich immer umsteigen muss. Da ich da jeden Tag gute 10 Minuten durch den Untergrund laufe, um zur anderen Bahn zu kommen, dachte ich mir, wenn der Bahnhof so groß ist, wird es an der Oberfläche wohl auch spannend sein. Habe also ein schön verregnetes Foto des Bahnhofs gemacht. Bin dann zurück bis nach Takadanobaba gefahren und bis nach Hause gelaufen. Mache ich im übrigen ziemlich oft, aus mehreren Gründen: 1) Oft weil ich mir die 160Yen für die eine Station zu geizig bin 2) Weil ein bisschen Bewegung nicht schlecht tut 3) Weil es einen „Pearl Lady“ auf dem Weg gibt. „Pearl Lady“ ist eine japanische Kette bei der man sich alle möglichen Arten von Crepes und Süß - Kram kaufen kann und auch: Bubble Tea! Wofür ich glaube ich sterben würde!! Bubble Tea ist ein Getränk (mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen) in dem essbare Kügelchen unbeschreibbarer Konsistenz sind - Schmeckt genial! Da ich wirklich fast jeden 2 Tag vorbei komme und mir besagten Drink kaufe, kennt der Verkäufer mich natürlich auch schon, strahlt mich jedes mal total glücklich an. Er hat sich natürlich auch schon gemerkt was ich jedes mal trinke und erzählt mir dann auch jedes mal immer irgendwas :) Immer recht witzig!

Außerdem kam ich jetzt endlich mal dazu, Bilder hochzuladen. Das Video von der Wohnung folgt hoffentlich bald..

Ihr seht also den Bahnhof von Iidabashi, Aoi vor der Shinjuku Skyline und meine "Küche" beim Onigiri (Reisbällchen) machen.



Montag, 9. November 2009

Glas bricht auch, wenn es in Japan fällt

Nachdem ich gestern ziemlich viel geschrieben habe, fasse ich mich heute kurz. Mein erster Arbeitstag lief gut. Ich kam natürlich zu spät, weil ich mich hoffnungslos verfahren hatte (bin aber mehr als rechtzeitig losgefahren!). Alle sind unverändert nett und freundlich. Und selbst als ich gleich mal ne Uhr von der Wand gerissen und somit natürlich das Glas zerdeppert habe, haben alle eigentlich nur gelacht und meinten das wäre überhaupt kein Problem. Es hieß dann sogar, die Uhr wäre sowieso schon kaputt gewesen und deswegen wäre es wirklich egal, was ich aber für nicht ganz wahr, sondern eher für japanische Höflichkeit halte. Aber schon alleine weil sich der Mitarbeiter, der mit mir zusammen den Raum mit Schaumstoff versehen hat (um ihn Schalldicht zu machen), für das Missgeschick (das natürlich einzig und alleine MEINE Schuld war!) entschuldigt hat, hoffe ich, dass mir so etwas nicht mehr passiert!! 

Sonntag, 8. November 2009

Handy, erster "Arbeitstag" und das heimische Gefühl eines guten Clubs

Es gibt viel zu erzählen: Ich beginne also mit Donnerstag, als ich ALLEINE nach Harajuku in den Softbank Laden gegangen, mich für die japanische - und nicht die englische - Beratung entschieden und mir ohne große Probleme einen Handyvertrag gemacht habe. Jetzt habe ich also ein geiles japanisches „Keitai“, mit dem ich Mails (anstatt SMS) schreibe, ständig im Internet bin und sogar Fernsehen kann. Und das für einen Spottpreis! Apropo Preis: Ich habe mir das billigste (17600Yen=ca. 130Euro) Handy gekauft. Das billigste für Ausländer!! Japaner können bereits ein Handy für 4800Yen (ca. 35Euro) kaufen!! Aber das ist mir jetzt auch egal, Hauptsache ich hab endlich ein Handy!

Am Freitag stand ich dann vor der großen Mädchen-Frage: Was ziehe ich an? Ja, klingt meistens lächerlich, aber wenn man erst mit einem Freund verabredet ist, dann ein sich in der neuen Firma vorstellen soll, dann mit den Leuten von der Arbeit zum Essen geht und dann mit ihnen in einen Club .. dann ist diese Frage doch durchaus berechtigt, oder? In Tokyo ist es nämlich nicht wie in München, wo man dann eben noch mal schnell heim fährt und sich was anderes anzieht. Hier verlässt man einmal das Haus und das war‘s dann. Deswegen gibt es in Clubs z.b. auch nicht wie bei uns Garderoben, sondern Schließfächer (tausend mal praktischer: Kein Anstehen, kein Diebstahl, kein „Zwei Jacken übereinander darf man nicht abgeben“), in die japanische Frauen durchaus ihre Tüten mit den tagsüber ershoppten Klamotten drin, reinstopfen - bei uns völlig undenkbar, dass man sich nicht bevor man in den Club geht noch mal zurecht macht und was anderes anzieht. 

Ich habe mich also für die sichere Variante entschieden und mich einfach in die schwarze Hose, weiße Bluse und schwarzen Blazer geworfen, bin nach Shibuya gefahren und habe mich mit Hauke (ein ehemaliger Klassenkamerad der DSTY - Deutsche Schule Tokyo Yokohama, vom Sho) getroffen. Da ich um 6 in der Arbeit sein sollte und mir sicher war, dass ich den Weg nicht auf anhieb finden würde, bin ich also bereits um 5 von Shibuya aus losgefahren (für eine Strecke die 15 Minuten dauert). Nach dem ich 3 Polizisten und etliche Passanten gefragt hatte (von denen mich 2 gleich zum Essen einladen wollten - danach wurden nur noch Frauen nach dem Weg gefragt!) und einmal in der Firma angerufen habe, war ich dann auch nur 5 Minuten zu spät. Ich habe also für einen Weg, den man locker in unter 10 Minuten zurücklegen kann, geschlagene 50 Minuten gebraucht! Japaner, tut uns allen den gefallen und führt ENDLICH ENDLICH Straßennamen ein. Das kann doch in so einer riesigen Stadt wie Tokyo nicht euer ernst sein?? Ich hatte schließlich sogar die Wegbeschreibung von GoogleMaps abfotografiert! Nachdem ich ankam, wurde mir also erklärt was die Firma so alles macht, was sie sich so vorstellen was ich tun werde und ein paar der formellen Sachen - Alles natürlich auf japanisch (und ich muss gestehen ich hab mich erstaunlich gut geschlagen). Ich werde also immer Dienstags, Donnerstags und Freitags von 10 Uhr bis etwa 6 Uhr oder 7 Uhr arbeiten. Nächste Woche ist allerdings eine Ausnahme weil gleich mal Messe ist. Wir fahren also von Mittwoch bis Freitag nach Chiba, übernachten im Hotel, etc. Messe halt. 

Wir sind dann zu dritt Essen gegangen und anstatt das die üblichen Fragen über Deutschland, also „Was esst ihr da so?“, etc., kommen, werde ich gefragt, was ich für Musik höre, ob ich oft weggehe und schon in einem Club in Tokyo war - alles also ziemlich cool, total locker und super nett. Dann sind wir also ins Loop, ein ganz normaler Club in Roppongi, bei dem irgendein bekannter RadioDJ aufgelegt hat, mit einer neuen Art von Geräten, die meine Firma eben vermarktet/verkauft. Die beiden sind dann nach der „Drum and Bass“-Vorstellung des DJs heimgefahren und da danach ziemlich guter Elektro lief, sind Aoi (es hieß ja ich solle Freunde mitbringen und wir haben wohl auch ziemlich begeistert, aber dazu später) und ich natürlich geblieben. Die Vorstellung bis 5 Uhr morgens auf die erste Bahn warten zu müssen ist natürlich der Horror, aber wie so oft, nach dem Aoi eh mit zu mir gekommen wäre und wir uns die ansonsten kaum bezahlbaren Taxi kosten geteilt hätten und dadurch eben kein Zwang bestand, bis zu einer gewissen Uhrzeit zu bleiben, haben wir natürlich bis 4 durchgetanzt, sind bis nach Shibuya gelaufen, waren beim McDonalds und haben dann perfekt die erste Bahn um 4:38 Uhr nehmen können. (Tut mir Leid für diese Hypothaxe!) Von den ganzen Spuckgeschichten von wegen „Japaner gehen eigentlich sowieso nicht weg“, „In den Clubs sind nur assoziale Ausländer“ und „Clubs machen um 1 Uhr nachts zu“ im übrigens keine Spur! Wir waren die einziger Ausländer in diesem kleinen, sehr coolen Keller-Elektro-Club und sind dadurch natürlich so aufgefallen, dass sich sogar zwei der DJs bei uns fürs viele tanzen bedankt haben! Noch eine witzige Geschichte zum Club-Flirt-Verhalten der Japaner: Nachdem ein typisch unfähig sich auszudrückender Japaner mich im vorbeigehen angelächelt hat und auf der Tanzfläche irgendwie näher gekommen ist, hat er irgendwann, als die Musik nicht mehr lief sich ein paar mal vor mir verbeugt, mit mir eingeschlagen und „Happy New Year“ gerufen. Find ich fast noch witziger als die schamlosen plumpen Anmachen der alten Säcke, die mich einfach gerade heraus fragen ob ich nicht mit ihnen Essen oder Einkaufen gehen möchte. 

Aoi und ich lagen dann also mehr schlecht als recht auf meinem einen Futon (bzw. ich lag eher daneben auf einem Kissen und ner Decke) und haben versucht ein bisschen Schlaf zu kriegen, nachdem ich ja am Samstag mit meiner Gastmutter verabredet war und nicht bis in die Puppen schlafen konnte. Kurze Erklärung, da mir gerade einfällt, dass mein Onkel mich neulich am Telefon gefragt hat, wer denn dieser Typ namens Aoi ist. Aoi ist DIE Schwester von Akino, auch genannt Miriam, gebürtige Münchnerin, halb Japanerin und derzeit Austauschschülerin an der Toudai (= Tokyo Daigaku, die beste und bekannteste Uni in ganz Japan), die mir nicht nur bei allem eine riesige Hilfe ist, sondern mit der ich hier auch sichtlich ziemlich viel Spaß habe :D

Gestern war ich dann eben mit meiner Gastmutter zum Mittagessen verabredet und als ich nach Hause gekommen bin, war eine Mail von meinem Chef im Postfach, der gleich mal Aoi für die Messe nächste Woche und uns beide im Dezember für noch irgendeinen Rezeptions Job (der nicht zu meinem Praktikum gehört, da das Sa und So wäre) buchen wollte. Wir scheinen wirklich Eindruck gemacht zu haben! 

Heute war ich dann mit Pee verabredet, wir sind knapp bis nach Yokohama gefahren und waren auf einem Straßenfest. Nichts besonderes. 

Morgen also erster richtiger Arbeitstag, ich hoffe es läuft weiterhin alles gut!

Mittwoch, 4. November 2009

Die stolze Konto Besitzerin

Gestern habe ich mich mit Monchi in Harajuku getroffen und um euch nicht zu langweilen: Wir haben das übliche gemacht - Shoppen, Essen, Purikura. Ich glaub Japanerinnen machen einfach auch nichts anderes in ihrer Freizeit?

Heute saßen Aoi und ich dann eine geschlagene Stunde bei der Citibank (hatten allerdings eben wieder nen super Ausblick!) und jetzt habe ich ENDLICH mein Konto. Juhuu! Auf diesen Sieg gab es erst mal Okonomiyaki zu essen. 

Ausgestattet mit 3 Katalogen der größten Handy Anbieter in Japan werde ich mich dann also morgen dran machen mir ein Handy zu besorgen. Würde mich ja wundern, wenn es auf den ersten Versuch klappt, aber ich gebe nicht auf :D

Seit gestern stehe ich nämlich mit meinem neuem Chef in Kontakt und mein erster Arbeitstag beginnt Freitag Abend: Ich bin auf eine Party bzw. in einen Club eingeladen.. Das läuft eben alles ein wenig anders in Japan haha Mal sehen was mich erwartet. Da es hieß, ich solle ruhig Freunde mitbringen, kommt Aoi eventuell mit, wenn das nicht nur so eine Floskel (von der es im japanischen ja drei milliarden gibt) gewesen ist. Man darf gespannt sein!

Montag, 2. November 2009

Das Konto Drama nimmt seinen Lauf

Ich bin also mit Aoi um halb 5 in Shibuya vor der Bank verabredet und ohne jetzt ins Detail zu gehen: Aus diversen Gründen habe ich immer noch kein Konto. Ich kann mich jetzt also entscheiden mir einen Stempel mit japanischem Namen (Ich schwanke noch zwischen "Yamada", "Watanabe" und "Suzuki" - der häufigsten japanisch Nachnamen) zu kaufen und ab jetzt zu benutzen, ein Konto im Internet auf japanisch zu eröffnen bei dem ich bei jeder Überweisung das doppelte zahlen würde oder ein Konto bei dem ich monatlich 2100Yen zahle, wenn mein Saldo nicht über etwa 2500Euro liegt. Da morgen allerdings Feiertag ist und keine Banken offen haben, darf ich also wieder bis Mittwoch warten bis ich mich für eine dieser super Lösungen entscheide - wenn es dann überhaupt klappt.
Wir fahren also um nicht komplett zu verzweifeln nach Shimo-Kitazawa, was ab jetzt mit Kichijouji zusammen mein neues Lieblingsviertel in Tokyo ist! Viele kleine Läden, viel Vintage, teilweise Second Hand, viele kleine Bars, Restaurants und vor allem eben nicht so überlaufen und touristisch wie Harajuku oder Shibuya, trotzdem aber jung und cool.  Ein Restaurant, das irgendwie Okinawa (Die südlichsten Inseln Japans) Essen serviert, sieht von außen interessant aus und nach dem dritten Bier schmieden wir Reisepläne nach Hiroshima, Okinawa oder zu irgendwelchen Onsen. Sehr witzig! Nach dem vierten Bier wird es langsam Zeit heim zu fahren. Da sich unsere Wege an der U-Bahn trennen, zeigt mir Aoi die Bahn, die nach Shinjuku (von wo aus ich ohne Probleme heim finde). Doch weil ich schon nach der zweiten Station in der Bahn nicht mehr weiß, wo ich bin, steige ich aus und frage den Schaffner. Der sagt mir ich soll mit der bisherigen Bahn bis nach Ootemachi fahren und dann in die Touzai Linie umsteigen - Er schickt mich also durch halb Tokio. Aber das ist mir egal, Hauptsache ich finde nach Hause, also laufe ich bis ans andere Ende der Station, weil er meint, dass ich dort später umsteigen muss. Der Zug fährt ein, ich höre Musik, setze mich hin und weil es immer voller wird (ich fahre ja Richtung Innenstadt und nicht Richtung heim) sehe ich irgendwann nicht mehr an welcher Station ich bin. Als irgendwo die Türen aufgehen kommt ein Japaner zu mir und sagt: "Hier ist Ootemachi. Für die Touzai Linie musst du hier umsteigen!". Ob er das Gespräch mit dem Schaffner mitgehört und mir hinterhergegangen ist, oder woher er sonst wusste, wo ich hin muss, weiß ich zwar nicht, aber das ist mir auch egal, ich bin einfach nur dankbar. 

Sonntag, 1. November 2009

Shibuya und Kichijouji

Aoi und ich haben uns gestern erstaunlicherweise super schnell gefunden - was aber trotzdem nicht dazu geführt hat, dass ich ein Konto habe.. Alles etwas schwierig! Dafür hatten wir eine super Aussicht über Shinjuku, da das Büro der Citibank im 19. Stockwerk war. 

Um 4 war ich dann mit Saku in Shibuya verabredet, natürlich am Hachiko. Die „paar anderen“ die auch kommen sollten haben irgendwie abgesagt, aber es war wahrscheinlich ganz gut so, sich mit Saku in Ruhe unterhalten zu können. Wir sind erst mal durch 109 gegangen, DAS Kaufhaus in Shibuya (Aber zu Shibuya komm ich wann anders). Ich hab mir gleich mal Schuhe gekauft haha Jaa, ich weiß, hätte nicht sein müssen, aber erstens ist es echt selten das es Schuhgrößen gibt (und selbst wenn es welche gibt, ist es selten das es 39/40 gibt und nicht nur S und M!!) und dazu waren die Schuhe auch noch total billig (weniger als 30€)! Zumindest billig für Shibuya, was ja doch wenigstens bisschen hochwertiger als der Kram in Harajuku ist (der aber meistens noch geiler ist haha). Nach der Shopping-Tour dann natürlich Purikura und dann sind wir Okonomiyaki Essen gegangen. Ich merk schon, man versteht nicht wirklich von was ich rede, aber die Erklärungen kommen dann wenn ich ein Handy hab und somit auch Bilder. Meine Canon immer überall hin mitzuschleppen ist mir meistens nämlich zu stressig!

Heute bin ich dann gemütlich aufgestanden und hab ein bisschen aufgeräumt, weitere wichtige Sachen gekauft (nen Topf und Geschirrhandtücher) und jetzt hab ich eigentlich so langsam alles zusammen. Hab dann Udon gekocht, hat aber scheisse geschmeckt, liegt vielleicht dran, dass ich sie in einer Ramen Sauce gegessen habe. War dann mit Riku um 7 in Kichijouji (selbst für japanisch ist das ein echter Zungenbrecher!) verabredet. Ein Viertel von dem ich noch nie was gehört hab, was aber nur 4 Stationen westlich von hier ist (ich wohne im Westen der Stadt, d.h. das ist eher noch ein bisschen außerhalb). Kichijouji ist auf jeden Fall ziemlich cool, viele junge Leute, Geschäfte, etc., aber es ist irgendwie anders als in den großen, bekannten Vierteln, hier ist es irgendwie alternativer, aber nicht so krass alternativ wie in Harajuku, sondern irgendwie anders alternativ haha Die Leute saßen in einem Gebäudekomplex (der wahnsinnig an altes Japan erinnert hat) in winzigen Kneipen halb draußen (obwohl es geregnet hat) und haben Shisha geraucht und sowas. Fand ich ne coole Gegend, weils nicht so überlaufen und künstlich wie Shibuya und so ist!

Morgen treff ich mich wieder mit Aoi und wir starten einen neuen Versuch bei der UFJ Bank in Shibuya. Wenn das diesmal wieder nicht klappt, dann..