Mittwoch, 19. Mai 2010

IMSTA und Re-Entry

Am Freitag treffe ich mich mit Etienne um den Re-Entry Permit für Korea zu beantragen. Wir fahren nach Shinagawa, nehmen den Bus zu dem Office, irgendwo in Shinagawa/Industrie Area, nen hässlicheren und unpraktischeren Ort hätten sie sich auch WIRKLICH nicht aussuchen können. Es ist erstaunlich leer und wir fangen an Formulare auszufüllen, als auf einmal die Rollos von den Schaltern runtergefahren werden. Da sehe ich hinter Etienne ein fettes Schild das sagt, bis 16:00 Uhr. Blick auf die Uhr: 16:00 Uhr. Klaaaasse haha Wir füllen in Ruhe weiter aus, entscheiden uns gegen den Bus und machen einen Spaziergang zurück zur Station. Dann japanisch Unterricht, nach Hause und früh ins Bett. Am nächsten Tag trotzdem zu früh raus und zum Shinjuku Opera City Gebäude, wo das IMSTA Festa stattfindet. Habe da ja mit Aoi im Dezember schon gearbeitet und es kommt mir vor wie gestern, als wir das Wochenende dort zusammen verbracht haben. Ganz zu schweigen von der Messe!! Na ja, als ich ankomme, ist noch niemand da - klasse, Okudaira-San hat mich viel zu früh hinbestellt. Irgendwann tauchen dann alle auf, auch das Mädchen, mit dem ich dieses mal zusammen arbeite. Japanerin in Person, sie besitzt keinen Pass, war noch nie im Ausland, hat sogar noch nie mit einem Ausländer geredet. Das muss man sich mal vorstellen haha Dann kommen natürlich so fragen wie "Krass, Ausländer schminken sich auch?" oder "Hat man in Deutschland auch Handys?". Nein, nein, wir leben in Höhlen ohne Strom und jagen unser Essen, was im übrigen nur aus Frankfurter Würstchen besteht ;) Bis auf die Naivität war sie aber super süß und echt nett und wir hatten ein witziges Wochenende. Am Sonntag dann japanisches Aufräumen: Man kann sich das nicht vorstellen, die haben Fotos und Zeichnungen von den Räumen gemacht, damit wieder alles auf ZENTIMETER genau so aussieht wie davor haha Unfassbar!! Es dauert ewig bis alles blitzblank sauber ist und wieder millimeter genau dort steht, wo es verlassen wurde. Wenigstens kann man beim Aufräumen die geniale Aussicht über Shinjuku, bzw. die ganze Stadt genießen. Mit dem frisch verdienten Geld in der Tasche laufe ich dann nach Shinjuku, willig es auszugeben. Finde aber keine Schuhe in meiner Größe und auch sonst nichts spektakuläres, also fahre ich nach Hause und falle mehr oder weniger total fertig ins Bett.

Montag dann zweiter Versuch mim Re-Entry Permit. Etienne und ich kommen rechtzeitig an, es ist arsch viel los, wir müssen eine Stunde warten, haben dafür dann aber ohne Probleme unseren Permit. Seoul, ich kommeee!! Wir laufen wieder durch die wunderschöne Industriegegend zurück nach Shinagawa und gehen in Shibuya Okonomiyaki Essen. Danach unterricht, wieder mal eine äußerst Amüsant Stunde und ich stelle fest, dass ich auch nicht mehr lange Unterricht hab. Höchstwahrscheinlich aber noch Punkte und frage mich, ob ich da wohl nochmal was zurück erstattet kriege?? Hmm ... Am Abend kann ich wie so oft nicht einschlafen, mein Kopf ist übervoll mit Planungen, wen ich noch treffen muss, was ich noch machen muss, von wem ich mich verabschieden muss, blablabla. Mein Kopf ist kurz vorm Platzen, also fange ich an mir einen Plan aufzuschreiben, merke dass es nicht funktioniert und ändere wieder alles. Wenn mir jetzt nichts dazwischen funkt, habe ich aber einen ganz guten Überblick und müsste alles recht gut hinkriegen. Zeit verschwenden sollte ich aber nicht mehr und mich schon langsam ans Ausmisten/Aufräumen machen.

Heute in der Arbeit kümmere ich mich dann um mein Arbeitszeugnis, denn Jin hat es natürlich vergessen haha Er bemüht sich dann aber doch und jetzt habe ich zwei schöne Zeugnisse: Englisch und Japanisch. Am Abend fahre ich nach Ueno und treffe mich mit Viktor und Moein, nach langer Zeit. Vor allem weil Nefi mir auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen gemacht hat - Ist ja nicht so, dass ich sie nicht hätte sehen wollen, es kam nur einfach nicht dazu!! Wir sitzen auf jeden Fall im Stamm Koreaner und schwelgen in Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Nefi und Thezi ;) Und schmieden Pläne für den Sommer in Schweden .. mal sehen, ob das hinhaut haha

Samstag, 15. Mai 2010

Nichts rennt schneller, als die Zeit

Freitag Abend, früher raus um pünktlich zur Schule zu kommen, danach gleich nach Shinjuku um Ryu zu treffen. Wir gehen Essen und verpassen die letzte Bahn, sprich wir sitzen in Shinjuku fest und müssen uns die Zeit vertreiben. Wir pendeln von Bar zu Bar, denn alles macht nach der Zeit zu und schmeisst uns raus. Irgendwann ist es 4 und wir haben noch eineinhalb Stunden zu vertreiben. Ich denk mir, wir müssen was abgefahrenes machen, also gehen wir ins "Manga Café". Tagsüber gehen da wohl wirklich Leute hin, um Mangas zu lesen, nachts eher, um zu schlafen, denn es ist billiger als Hotel, sogar billiger als Kapselhotel. Wir müssen also in so nen stinkenden miefenden Keller und sitzen in einer winzigen Box, in der ein fettes Kissen ist, ein PC, ne Playstation und ein Fernseher, die durch eine 1 1/2 Meter hohe Wand von der nächsten Box getrennt ist. Man hört stimmen und Leute reden, schnarchen, pfurzen und was weiß ich alles. Man kann sich DVDs ausleihen, etc. etc. Und es gibt wirklich Leute, die da drin Leben. Das ist total krank. In diesem winzigen dunklen Kabuff und den ganzen Tag am PC sitzen. Japaner sind wirklich krank. Als wir die erste Bahn nach Hause nehmen ist es schon total hell und ich schlafe wie ein Baby zuhause. Am nächsten Tag dann Adams Geburtstag, ich treffe mich mit Nodoka in Roppongi und treffe dann Adam und die anderen. Wir gehen in einen Club ist ziemlich witzig, Roppongi Fancy Mässig und eigentlich mag ich ja die Atmosphäre in Shibuya lieber, aber es ist dann echt ganz cool. In japanischen Clubs ist einfach die Stimmung anders. Die Japaner finden dich cool, weil du Ausländer bist und die Ausländer freuen sich, andere Ausländer kennenzulernen. Man läuft einfach rum und ist nach 10 Minuten mit jedem aus dem Raum befreundet haha Außerdem sind die Barkeeper immer schwer amüsant. Ich beschaffe Nodoka gleich mal die Handynr. von einem, denn sie traut sich natürlich nicht haha Am geilsten: Als wir rein gehen, zeigt Nodoka ihre ID, dann heißt es, ob sie ne andere hat, denn auf ihrer ID wird in japanischen Jahren (Sie ist in Heisei 1 geboren, man zählt nach dem regierenden Kaiser) gezählt und das sagt dem Türsteher nix. Ok, wir sind ja auch nicht in Japan, ihr Deppen haha Nach dem Nodoka dann am nächsten Tag zur Arbeit gefahren ist, verbringe ich den Tag mit schlafen und gehe am Abend mit Justus noch was Essen. Gestern kommt Okaasan dann, wir fahren zusammen nach Asakusa uns den "Tokyo Sky Tree" anschauen, ein neuer Tower, der gebaut wird und den Tokyo Tower sozusagen ersetzen soll, weil er größer ist - meiner Meinung nach totaler Bullshit, denn er sieht total scheisse aus ;) Ich hetze in die Sprachschule und als ich heimkomme ist mein Kühlschrank zum ersten mal richtig gefüllt haha Wir gehen in das Sento, öffentliche Bad bei mir um die Ecke, was echt ganz cool war, vielleicht gehe ich da ab jetzt auch ab und zu alleine hin. Heute morgen dann Okaasan zur Bahn gebracht und in die Arbeit. Es regnet und ich komme wie immer mit klitsch nassen Füßen an. Ich muss was gegen das Loch in meinen Schuhen machen... Es wird am Abend noch schlimmer, denn ich treffe mich mit Etienne, Stephan und den anderen in Shibuya zum Abendessen, finden aber keinen Ort, der uns zusagt und laufen im Regen bis nach Ebisu. Danach sind meine Schuhe mehr als nass! Dafür ist das Izakaya, in dem wir sind, aber echt nett. Am Mittwoch treffe ich mit dann wieder mit Etienne, Erika und Shahenda in Shimo-Kita, wir gehen in ein Café und ein bisschen bummeln. Shahenda und ich überlegen uns spontan uns ne Dauerglättung beim Friseur machen zu lassen, kostet aber 10.000Yen und ist mir dadurch zu teuer. Am Abend kümmere ich mich so langsam um Gewisse Abschiedsdinge. Schreklich!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Golden Week

Nach der Bonsai Unterhaltung von letzter Woche, zeigt mir Yuasa-San am Mittwoch ganz stolz, dass er und Jin sich beide eine kleine Zimmerpflanze gekauft haben, die jetzt ihre jeweiligen Arbeitsplätze ziert haha Ich hab sie dann noch überzeugt, dass sie auch mit ihr reden müssen, sonst überlebt die hier nicht lange ;) In der Mittagspause unterhalten wir uns über Sumo (denn ich möchte unbedingt einen Wettkampf sehen) und die Anfänge von Handys und Internet in Japan. Mal davon abgesehen, dass ich mich wie immer über die beiden schlapplache, stelle ich mal wieder fest, wie alt die eigentlich schon sind!
Am Abend gehe ich mit Stephan, Etienne und den anderen ins Kino: Darurin ha Gaikokujin, was so viel heißt wie „My Darling is a Foreigner“. Es geht also um eine Japanerin die mit einem Ausländer verheiratet ist und es kommen alle wundervollen Ausländerklischees vor. Widererwarten war der Film trotzdem ganz amüsant und ich fühle mich nur so mittel diskriminiert ;) Außerdem wurde sich auch viel über Japaner lustig gemacht! Am Donnerstag dann etwas mim Fahrrad rumgedüst, bis nach Ikebukuro gefahren. Am Freitag wieder nach Ikebukuro, diesmal mit der Bahn und war kurz davor, mir ne Sailor Moon DVD Sammlung zu kaufen, hab es dann aber gelassen. Abend Sprachschule und dann mit Erika, Alek und ein paar anderen Aikom Studenten in Shibuya weggegangen. Allerdings schon mit der letzten Bahn heim, denn am nächsten Tag war ich mit Nodoka verabredet. Wir haben eine kleine Tokyo-Sightseeing-Tour gemacht. In Tsukiji angefangen (natürlich Sashimi gegessen), sind dann nach Ginza gelaufen, dann nach Shiodome, dann über Ginza nach Tokyo zum Kaiserpalast, dann nach Yurakuchou und dann in Ginza in ein Izakaya. Sehr geil war das, einfach ein ganzen Tag Spaziergang machen. Und man stellt wie immer fest, dass Tokyo gar nicht so groß ist, man r elativ viel ablaufen kann, es sind halt einfach nur viele Menschen haha Außerdem ists mit Nodoka einfach klasse, man kann einfach reden, egal in welcher Sprache es gerade raus kommt, ob Japanisch, Deutsch oder Englisch!
Am Sonntag räume ich auf und fahre nach Komaba, denn Hana, TouDai Student, den ich über Etienne kenne, hat mich zur "Cuisine Party" bei sich eingeladen haha Ich bin schon früher hin um zu helfen, da ich ja aber nicht kochen kann war mein einziger Job ein Ei hart zu kochen. Der erste Versuch ging gleich mal in die Hose :P Auf jeden Fall super witziger und interessanter Abend, viel gelacht. Am nächsten Morgen dann mim Bus nach Mito. Es ist ja Golden Week, das bedeutet 3 freie Tage, das bedeutet in Japan Ferien Stimmung und alle verreisen. Anstatt von 2 Stunden, saß ich also 4 Stunden im Bus, wegen super Stau. Als ich irgendwann angekommen bin, dann mit Katharina und meiner Gastmutter Essen, ins Krankenhaus und wieder Essen :P Am nächsten Tag sind wir nach Kitaibaraki gefahren. Meine Gastmutter hat uns ein Geschenk gemacht: Wir durften Kimonos tragen und Fotos machen. Oh man, das war so geil. Es dauert ungefähr ne Stunde, bis die mir den Kimono angezogen haben, aber man fühlt sich wie eine Göttin, wenn man sowas trägt!! Und Haare und Make-Up gekriegt und sowas!! Toll gewesen!! Ich will einen Kimonoooo :(
Gestern dann das übliche, ins Krankenhaus, Mittagessen und nach Hause gefahren. Widererwarten war es gar nicht so krass überfüllt und wir waren relativ früh daheim. Heute Arbeit und alle waren von den Kimono Bildern begeistert hihi
Meine Mädels in Deutschland schreiben heute ihr Grundkurs Abi und ich kann nicht fassen, dass es bei mir schon ein Jahr her ist. Die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell, das ist unglaublich!! Jetzt habe ich nur noch genau einen Monat hier. Mir blutet das Herz und ich kann teilweise vor Angst nicht schlafen. Gestern habe ich in der Firma angerufen, bei der ich mein Apartment miete und das Auszugsdatum festgelegt ..