Nach zwei Wochen Landleben bin ich nun in Tokyo!! Als ich in Isohara ankam hat meine Gastmutter geweint und mich umarmt. Eine ziemlich große Ehre!! Ansonsten war es als wäre ich nie weg gewesen. Die gleichen Leute, die gleiche Umgebung (bis auf ein, zwei neue Straßen hat sich nichts verändert!), die gleichen Gespräche (vor allem die gleichen Fragen: Ist Deutschland kalt? Schmeckt dir das japanische Essen?), etc. War ich jemals nicht hier? Ich wurde auch genau gleich behandelt wie vor 2 Jahren. Und anstatt das mich meine Gastmutter mit meinen mittlerweile 20 Jahren mal selber machen lässt, plant und organisiert sie alles für mich durch und sucht mir irgendwelche Babysitter, wenn sie in der Arbeit ist. Ich wurde also wie üblich wie ein antikes Schmuckstück rumgereicht und hergezeigt. Hört sich jetzt alles ziemlich negativ an, hatte aber auch viele gute Seiten: Ich musste mir um nichts Gedanken machen, habe nicht wirklich Geld ausgegeben und krieg was von der ländlichen Seite Japans zu sehen .. Berge, Meer, Tempel, Reisfelder, Reisfelder und Reisfelder! Hier gibt es keine Sorgen, keine Probleme, keinen Stress, keinen Streit! Das ist wirklich Urlaub für den Kopf! Außerdem ist mein japanisch wieder so einigermaßen auf Vordermann gebracht, natürlich mit dem vor 2 Jahren noch nicht zu vergleichen, aber das kommt sicher noch. Und ich bin wieder Profi in der Disziplin „Mit-offenen-Augen-schlafen-und-zustimmend-nicken“ ;)
Der beste Tag war mit Sicherheit der, als ich in die Schule gegangen bin. Ich bin alleine mim Zug gefahren (Oh man, diese Strecke weckt Erinnerungen) und den Weg zur Schule gelaufen (Oh man, diese Strecke weckt noch mehr Erinnerungen!). Und als ich dann ankam, war es wie früher!! Bin dann zum Eingang und war mit Murakami-Sensei, einer meiner Lieblingslehrerinnen, verabredet und hör auf einmal nur Gekreische und schon rennen mir Rina, Miyu und Kanako entgegen und fallen mir in die Arme! Krass, hab ich mich gefreut die zu sehen! Murakami-Sensei hat die drei angerufen und zur Schule bestellt!! Wir saßen dann also in unserem alten Klassenzimmer und haben in Erinnerungen geschwelgt (?) und Murakami-Sensei hat erzählt, was so mit den anderen Lehrern ist, viele sind natürlich weg! Rina hat uns dann mit ihrem Auto zum Yokado gefahren, wir haben Purikuras gemacht und waren was Essen - wie früher eben! Und dann steht auf einmal Ayumi vor mir, die gerade von der Arbeit kommt, mit schwarzem Rock, weißer Bluse und schwarzem Blazer - die absolute Office Lady! Sie hat mich dann auch später heimgefahren, weil wir doch relativ lang geblieben sind. Toller Tag gewesen!!
Heute sind meine Gastmutter und ich dann früh aufgestanden um den Zug um 6:10 zu erwischen. Sind dann etwa um halb 9 in Tokyo angekommen, haben die Sachen erledigt, die sie machen wollte und sind dann ins Apartment. Sie hat innerhalb von 4 Stunden die Sachen für Gas, Wasser und Strom geregelt (die Zahlung auf Lastschrift geändert, damit ich nicht jedes mal überweisen muss!), ist meine Post mit mir durchgegangen, hat mir die Waschmaschine und den Müll erklärt, ein Sento gleich gegenüber entdeckt und den nächsten Supermarkt und Drugstore ausfindig gemacht, wo wir gleich mal die wichtigsten Sachen gekauft haben. Sie hat mir also sehr geholfen und ich bin ziemlich dankbar, dass sie das alles für mich macht! Alleine hätte ich das nämlich nicht hingekriegt!! Bin sehr froh das ich sie hab :) Wir sind noch was Essen gegangen und sie ist dann zu ihrer Schwester nach Yokohama gefahren und ich bin jetzt alleine.. auf mich gestellt ;) Jetzt wird nicht mehr beim Abendessen rumgealbert und gelacht. Jetzt schau ich allein Fernsehen und niemand erklärt mir um was es ging, wenn ich es nicht verstanden habe.
Gerade bin ich von den Weckern meiner Nachbarn geweckt worden. Treffe mich am Freitag mit Aoi, die mir hilft ein Konto zu eröffnen. Und heute packe ich erst mal gemütlich aus und lauf in der Gegend rum und schau mir alles selber an.
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